Buenos Aires (Argentina)

Nachdem mein Flugzeug in Ushuaia irgendwann doch noch abgehoben ist und mir einen letzten unglaublich tollen Blick auf Feuerland, die Andenkette und den Beagle Kanal bescherte, war mir seltsamer Weise so zu Mute, als sei die Reise nun vorbei. Ich wollte da unten eigentlich echt nicht weg. Trotz langem Warten auf den Abflug, kam das Flugzeug dann doch noch in das Gewitter um Buenos Aires. Die Blitze in den Wolken zu sehen ist echt ein Erlebnis. Im Landeanflug im weiten Bogen aus Norden die Stadt zukommend sah ich dann noch auf die surreal wirkende „Bonzensiedlungen“ in künstlich angelegten Seen bei Tigre. Als ich dann, zwar bei Regen, aber im warmen Wetter Buenos Aires‘ ankam, war ich irgendwie doch froh, das Thema Kälte und die vielen Schichten Klamotten hinter mir gelassen zu haben. Es regnete immer noch ein wenig, doch so richtig nass wurde ich nicht. Direkt am Flughafen (AEP) konnte ich mir eine Karte für die „Subte“ (die Metro) kaufen, die 25 ARS kostet, dann mit Geld aufgeladen wird und auch in den Bussen einsetzbar ist. Und so fuhr ich wieder einmal in einer großen, fremden Stadt mit Bus und Bahn zu meinem couchsurfing-Gastgeber im Stadtteil Flores.

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Tierra del Fuego (Chile & ARG)

Ich hab‘s geschafft! Ich war in bzw. auf Feuerland! La Tierra del Fuego ist eine Inselgruppe mit chilenischem und argentinischen Teilen, die die südlichste Spitze Südamerikas bildet. Dort, wo die unglaublich lange Bergkette der Anden im Meer verschwindet, wo antarktische Meeressäuger und ganz eigene Vogelarten zu Hause sind und wo im April schon alles winterfest gemacht wird, hatte ich ein Gefühl, als wäre ich endlich angekommen. Ganz im Gegenteil wohl zu den Piraten wenige Jahrhunderte zuvor, denn diesen harten Kerlen war das Klima zu kalt, weswegen sie sich trotz idealer Bedingungen für Schiffsüberfälle am Beagle Kanal, lieber wieder in der Karibik niederließen. (Das ist die amüsanteste Information, die ich im Museum in Ushuaia gelernt habe.)

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Travelling in Patagonia (Chile & ARG)

Unter Patagonien wird der südlichste Teil des südamerikanischen Kontinents zusammengefasst. Auf chilenischer Seite gehören die vier Regionen Los Ríos, Los Lagos, Aysén und Magallanes y Antárctica dazu, die argentinische Seite umfasst die fünf Provinzen Neuquén, Río Negro, Chubut, Santa Cruz und die subantarktische Inselgruppe Tierra del Fuego. Während auf chilenischer Seite das feucht-kühle Klima der Westanden herrscht, das für viel Grün und im nördlichen Teil für einen Kaltregenwald sorgt, beherrscht die trockene, steppenartige Hochebene der Pampa den argentinischen Teil. Außerdem befindet sich hier nach Grönland und der Antarktis die drittgrößte zusammenhängende Eisfläche der Welt, das chilenische Inlandeis Campo del Hielo Sur und viele weitere Gletscher. Während die Pampa überwiegend von Guanacos, Hasen und Schafen besiedelt ist, trifft man in den Bergen auf Huemules, Mäuse und Kondore. Die Fjorde und Meeresarme sind voller Vögel und die Chance Pinguine, Seelöwen und Wale zu sehen, ist groß. Hier dauerhaft lebende Menschen hingegen sind rar. Das riesige Gebiet beider Nationen ist unglaublich dünn besiedelt. In den Regionen Patagoniens geht es den Leuten generell recht gut bzw. besser als denen im Norden, auf Grund der unglaublichen Länge beider Länder und der dünnen Besiedelung im Süden, findet alles politische Treiben jedoch für und in den nördlichen Gebieten statt und der Süden steht gefühlt fast unabhängig für sich selbst ein. Zwischen Chile und Argentinien gab es im Laufe der Zeit viele Konflikte, Kriege und Grenzstreits. Heute ist die Lage zwar entschärft, dennoch spürt man manchmal eine Art Feindschaft und deutliche Abgrenzung zueinander. Lustiger Sidefact in Sachen Landkarte: Ein Teil des Grenzverlaufs im Campo del Hielo Sur ist nach wie vor nicht festgelegt und hat daher keine Grenzlinie eingezeichnet.

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Patagonia (Chile)

Zurück nach Chile ging es mit einem Bus von El Calafate (ARG) direkt nach Puerto Natales. Sonntags fährt nur ein Unternehmen auf dieser Strecke. Ich tat also gut daran, mein Ticket schon bei der Ankunft in der Stadt am Vortag zu kaufen. An der Grenze gab es natürlich die beiden Stopps bei den Offiziellen. Dieses Mal habe ich dem chilenischen Beamten bei der Gepäckkontrolle einfach meinen Essensbeutel in die Hand gedrückt und gemeint: „Das sind all meine Gewürze und so. Was darf ich mitnehmen?“. Er hat ihn aufgemacht, reingeschaut und ihn mir einfach wieder in die Hand gedrückt. Es wäre wohl zu anstrengend oder zeitaufwendig gewesen, um zu checken, was nach den Einfuhrbestimmungen nun wirklich über die Grenze darf und was nicht. Direktheit siegt und so komme ich wieder mit all meinen pflanzlichen Produkten ins Land. Natürlich hatte ich kein frisches Obst, Gemüse, Milchprodukte oder Honig dabei (außer drei Knoblauchzehen in den Tiefen des Beutels *ups*). Damit hat man wirklich keine Chance.

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#8

Ich hab’s geschafft! Ich hab‘ die südlichste Region meiner Reise erreicht und somit den hinteren Teil des Untertitels dieser Website erfüllt, denn ich betrat heute die Inselgruppe Feuerland. Es fühlt sich ein klein wenig so an, als wäre ich somit am Ende meines Abenteuers angelangt. Doch auch wenn der Ruf der Heimat immer lauter wird, werde ich die verbleibenden zwei Monate noch ordentlich nutzen, die letzten Tage im Süden des Südens genießen und dann wieder gen Norden ins Warme ziehen. Ein paar Punkte fehlen nämlich noch auf meiner PanMarenicana-Liste, die ich auf keinen Fall missen möchte. Eiskalt-windige Grüße aus dem Reich der Pinguine!

#8

I made it! Today I reached the first island of Tierra del Fuego and for that the most southernly region of my journey. It feels like being very close to the end of my adventure, but I won’t respond to the call of home right now. There are some more destinations on my PanMarenicana-bucket list which I defo don’t want to miss. And for that I’m going to enjoy the last few days in the south and head back north into the warmth afterwards. Ice cold and windy greetings!

Trekking: Torres del Paine (Chile)

[English version below]

Ist der Weg nicht matschig, bist du nicht in Patagonien.

Der Wecker klingelt um 6 Uhr, ich verstaue meine Sachen im Hostal, genieße ein ausgiebiges Frühstück und schnappe meinen am Vortag gepackten Rucksack mit meiner Campingausrüstung und Verpflegung. Dann meistere ich meine erste Etappe: Der Weg zum Busbahnhof. Nachdem ich auf Grund meiner eigenen physischen Verfassung tagelang am Zweifeln war, ob es eine gute Idee ist, so lange und viel am Stück wandern zu wollen, macht sich nun die Aufregung darüber bemerkbar. Um 7.30 Uhr verlässt der Bus (15.000 CLP für Hin- und Rückfahrt) Puerto Natales und fährt gen Sonnenaufgang. Nach eineinhalb Stunden eröffnet sich mir der erste Blick auf die wolkenverhangenen Spitzen der drei „Torres“ (Türme), während ein paar Guanacos über einen Zaun springend von der Schotterpiste flüchten. Am Eingang zum Nationalpark Torres del Paine müssen sich alle Besucher bei der Portería y Guardería Laguna Amarga registrieren und den stolzen Eintrittspreis von 21.000 CLP bezahlen sowie ein kurzes Video über das Verhalten im Park anschauen – Mach kein Feuer, sonst wird‘s teuer! Außerdem bekommt man hier die wasserfeste Wanderkarte (ohne Höhenprofil). Ein Shuttle für weitere 3.000 CLP bringt mich auf 10 Uhr zum Welcome Center Las Torres. Und dann geht es los mit dem Circuito Macizo Paine“.

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Parque Nacional Los Glaciares (Argentinien)

Ich erreichte Ende März El Chaltén, das von manchen noch etwas verkannte Wanderparadies der argentinischen Seite Patagoniens. Es ist ein kleines, schönes Städtchen, komplett auf Tourismus ausgelegt, aber noch nicht überlaufen – zumindest nicht am Ende der Saison. Sehr passend gewählt wird es die „Wanderhauptstadt Argentiniens“ genannt, denn es starten und enden zig unterschiedlich lange und schwierige Wanderrouten direkt in der Stadt. Bei Ankunft per Bus, bekommt man eine kleine Karte mit den Wegen und dazugehörigen Daten sowie eine kleine Einführung, wie man sich in der Natur zu verhalten hat. Sehr schade, dass man das immer noch überall braucht, denn so Dinge wie den Müll mit zurück in den Mülleimer zu nehmen und die Wege nicht zu verlassen, sollten doch eigentlich selbstverständlich sein, oder? Da ich nach meinem Grenzübergang in wandernder Form vom Lago Desierto aus anreiste, kam ich nicht in den Genuss dieses Vortrags der Touristeninformation am Busbahnhof.

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Trekking: Paso del Viento (Huemul Trek, ARG)

[English version below]

Ich mag Patagonien, doch mag es mich auch?

[Für alle Trekking-Liebhaber, die während der Informationssuche auf diesen Artikel gestoßen sind, hier der Hinweis: Ich beschreibe nur die ersten 1,75 Tagesetappen, da mich ein Wetterumschwung zur Rückkehr zwang. Ein Bericht zum gesamten Trek ist im nächsten Abschnitt verlinkt.]

Um 9 Uhr öffnet die Rangerstation am Ortsausgang El Chalténs gen Süden. Dort melde ich mich mit meinem Vorhaben an, meine Ausrüstung wird kontrolliert und dann geht es los. Zunächst schlängelt sich der Weg an einem Bachlauf entlang auf die erste Anhöhe. Ich fühle mich nicht besonders in Wanderstimmung, was sehr untypisch ist. Vielleicht läuft es etwas unrund, weil ich mir nach den letzten Touren keinen Tag Pause gegönnt habe. Der Grund hierfür war ein erneuter Wettercheck, der ergab, sofort los gehen zu müssen, um die wahrscheinlich besten Tage für den Huemul Trek zu erwischen. Ich bin komplett allein auf dem Weg, was mir wiederum gefällt, obwohl es leicht zu regnen beginnt. Sehr schnell wird der Niederschlag zu feinen Schneeflocken. Die frisch gezuckerten Wiesen und Bäume sehen wunderschön aus. Nun begegnen mir doch Wanderer, die schon vor mir auf dem Weg waren. Sie kehren um. Scheinbar freut sich nicht jeder so sehr über die weiße Pracht wie ich. 😉

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April, April!

Die mangelhafte Internetverbindung und ein paar Tage in der Wildnis sind der Grund, warum ich erst jetzt dazu komme, meinen Aprilscherz aufzulösen. Es war auf jeden Fall lustig und interessant, die Reaktionen, die diesbezüglich per WhatsApp-Nachrichten eintrudelten, zu lesen. Ich danke euch! So gerne ich jedoch tatsächlich an manchen Orten meiner Reise länger bleiben würde, um alles noch mehr zu genießen und besser kennenzulernen, so sehr freue ich mich auch auf mein Zuhause und euch. Daher bleibt mein Plan, Ende Juni nach Stuttgart zurückzukehren, immer noch bestehen. Der Juli wartet bereits mit viel Programm. Wir sehen uns dann! 🙂