Trekking: Torres del Paine (Chile)

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Ist der Weg nicht matschig, bist du nicht in Patagonien.

Der Wecker klingelt um 6 Uhr, ich verstaue meine Sachen im Hostal, genieße ein ausgiebiges Frühstück und schnappe meinen am Vortag gepackten Rucksack mit meiner Campingausrüstung und Verpflegung. Dann meistere ich meine erste Etappe: Der Weg zum Busbahnhof. Nachdem ich auf Grund meiner eigenen physischen Verfassung tagelang am Zweifeln war, ob es eine gute Idee ist, so lange und viel am Stück wandern zu wollen, macht sich nun die Aufregung darüber bemerkbar. Um 7.30 Uhr verlässt der Bus (15.000 CLP für Hin- und Rückfahrt) Puerto Natales und fährt gen Sonnenaufgang. Nach eineinhalb Stunden eröffnet sich mir der erste Blick auf die wolkenverhangenen Spitzen der drei „Torres“ (Türme), während ein paar Guanacos über einen Zaun springend von der Schotterpiste flüchten. Am Eingang zum Nationalpark Torres del Paine müssen sich alle Besucher bei der Portería y Guardería Laguna Amarga registrieren und den stolzen Eintrittspreis von 21.000 CLP bezahlen sowie ein kurzes Video über das Verhalten im Park anschauen – Mach kein Feuer, sonst wird‘s teuer! Außerdem bekommt man hier die wasserfeste Wanderkarte (ohne Höhenprofil). Ein Shuttle für weitere 3.000 CLP bringt mich auf 10 Uhr zum Welcome Center Las Torres. Und dann geht es los mit dem Circuito Macizo Paine“.

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Trekking: Paso del Viento (Huemul Trek, ARG)

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Ich mag Patagonien, doch mag es mich auch?

[Für alle Trekking-Liebhaber, die während der Informationssuche auf diesen Artikel gestoßen sind, hier der Hinweis: Ich beschreibe nur die ersten 1,75 Tagesetappen, da mich ein Wetterumschwung zur Rückkehr zwang. Ein Bericht zum gesamten Trek ist im nächsten Abschnitt verlinkt.]

Um 9 Uhr öffnet die Rangerstation am Ortsausgang El Chalténs gen Süden. Dort melde ich mich mit meinem Vorhaben an, meine Ausrüstung wird kontrolliert und dann geht es los. Zunächst schlängelt sich der Weg an einem Bachlauf entlang auf die erste Anhöhe. Ich fühle mich nicht besonders in Wanderstimmung, was sehr untypisch ist. Vielleicht läuft es etwas unrund, weil ich mir nach den letzten Touren keinen Tag Pause gegönnt habe. Der Grund hierfür war ein erneuter Wettercheck, der ergab, sofort los gehen zu müssen, um die wahrscheinlich besten Tage für den Huemul Trek zu erwischen. Ich bin komplett allein auf dem Weg, was mir wiederum gefällt, obwohl es leicht zu regnen beginnt. Sehr schnell wird der Niederschlag zu feinen Schneeflocken. Die frisch gezuckerten Wiesen und Bäume sehen wunderschön aus. Nun begegnen mir doch Wanderer, die schon vor mir auf dem Weg waren. Sie kehren um. Scheinbar freut sich nicht jeder so sehr über die weiße Pracht wie ich. 😉

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Trekking: Chile – Argentina

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Der Wecker klingelt früh, ich esse das am Vorabend zubereitete Frühstück und mache mich kurz vor sieben Uhr auf den Weg zum Büro des Bootsunternehmers Turismo Ruidas de la Patagonia in Villa O‘Higgins, der mich nach einigen Tagen des Wartens nun tatsächlich über den Lago O‘Higgins/Lago San Martín bringt (38.000 CLP; Die Besitzerin des El Mosco schickt einen schon bei der Ankunft sofort zum Kauf des Tickets an den richtigen Ort; Der See hat zwei Namen, einen chilenischen und einen argentinischen.). Mit mir fahren neun weitere Wanderer und sechs Radfahrer, womit das kleine Boot voll ist. Die „Größe“ erklärt nun auch, warum es bei starkem Wind und somit Wellengang nicht ablegt. Nach zwei Stunden erreichen wir in perfektem Sonnenschein und ohne viel Wellen das kleine, komplett von der Außenwelt abgeschiedene Candelaria Mancilla. Nach einem Kilometer auf der unebenen Schotterpiste, die später bis zur argentinischen Grenze führt, erreiche ich das chilenische Migrationsbüro und reise offiziell aus. Die Beamten sind sehr freundlich und nach einem kleinen Plausch sowie freiem Benutzen der Toilette verlasse ich mit vollem Gepäck – wahrscheinlich gut ein Drittel meines Körpergewichts – einen der schönsten Landstriche der Welt. Im Nachhinein hätte ich gerne sehr viel mehr Zeit an der Carretera Austral verbracht.

Fin de la Carretera Austral

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Trekking: Circuito Cerro Castillo (Chile)

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Der „Circuito Cerro Castillo“ ist ein Wanderweg, der einen der beeindruckendsten Gipfel Zentralpatagoniens passiert. Er ist nicht so bekannt wie die Touren im Nationalpark Torres del Paine, daher trifft man auf deutlich weniger Menschen und kann das Wandern noch voll genießen. Die Aussichten sind in alle Richtungen beeindruckend, Bergerfahrung sollte man mitbringen, oder zumindest körperliche Fitness und jede Menge Trittsicherheit in Kombination mit guten Schuhen. Es gibt mehrere Varianten, das Gebiet zu erleben, das erst kürzlich seinen Status vom Reservat zum Nationalpark verbesserte (um die Leute dazu zu bringen, anzuhalten?!):

Version 1: An einem Tag vom Dorf aus zur Lagune Castillo auf- und wieder absteigen

Version 2: Rundweg vom Dorf zur Lagune und zurück ins Dorf mit 1 Übernachtung

Version 3: Die Durchquerung des gesamten Parks von West nach Ost in 3 oder 4 Tagen; deutlich mehr Aufstieg, vor allem am ersten Tag, sowie der „langweilige“ Teil zum Schluss und das Problem des Rücktransports nach Villa Cerro Castillo (Bergzeit-Erfahrungsbericht)

Version 4: Die Durchquerung des gesamten Parks von Ost nach West in 3 oder 4 Tagen; siehe nachfolgender Bericht

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