Tierra del Fuego (Chile & ARG)

Ich hab‘s geschafft! Ich war in bzw. auf Feuerland! La Tierra del Fuego ist eine Inselgruppe mit chilenischem und argentinischen Teilen, die die südlichste Spitze Südamerikas bildet. Dort, wo die unglaublich lange Bergkette der Anden im Meer verschwindet, wo antarktische Meeressäuger und ganz eigene Vogelarten zu Hause sind und wo im April schon alles winterfest gemacht wird, hatte ich ein Gefühl, als wäre ich endlich angekommen. Ganz im Gegenteil wohl zu den Piraten wenige Jahrhunderte zuvor, denn diesen harten Kerlen war das Klima zu kalt, weswegen sie sich trotz idealer Bedingungen für Schiffsüberfälle am Beagle Kanal, lieber wieder in der Karibik niederließen. (Das ist die amüsanteste Information, die ich im Museum in Ushuaia gelernt habe.)

(mehr …)

Travelling in Patagonia (Chile & ARG)

Unter Patagonien wird der südlichste Teil des südamerikanischen Kontinents zusammengefasst. Auf chilenischer Seite gehören die vier Regionen Los Ríos, Los Lagos, Aysén und Magallanes y Antárctica dazu, die argentinische Seite umfasst die fünf Provinzen Neuquén, Río Negro, Chubut, Santa Cruz und die subantarktische Inselgruppe Tierra del Fuego. Während auf chilenischer Seite das feucht-kühle Klima der Westanden herrscht, das für viel Grün und im nördlichen Teil für einen Kaltregenwald sorgt, beherrscht die trockene, steppenartige Hochebene der Pampa den argentinischen Teil. Außerdem befindet sich hier nach Grönland und der Antarktis die drittgrößte zusammenhängende Eisfläche der Welt, das chilenische Inlandeis Campo del Hielo Sur und viele weitere Gletscher. Während die Pampa überwiegend von Guanacos, Hasen und Schafen besiedelt ist, trifft man in den Bergen auf Huemules, Mäuse und Kondore. Die Fjorde und Meeresarme sind voller Vögel und die Chance Pinguine, Seelöwen und Wale zu sehen, ist groß. Hier dauerhaft lebende Menschen hingegen sind rar. Das riesige Gebiet beider Nationen ist unglaublich dünn besiedelt. In den Regionen Patagoniens geht es den Leuten generell recht gut bzw. besser als denen im Norden, auf Grund der unglaublichen Länge beider Länder und der dünnen Besiedelung im Süden, findet alles politische Treiben jedoch für und in den nördlichen Gebieten statt und der Süden steht gefühlt fast unabhängig für sich selbst ein. Zwischen Chile und Argentinien gab es im Laufe der Zeit viele Konflikte, Kriege und Grenzstreits. Heute ist die Lage zwar entschärft, dennoch spürt man manchmal eine Art Feindschaft und deutliche Abgrenzung zueinander. Lustiger Sidefact in Sachen Landkarte: Ein Teil des Grenzverlaufs im Campo del Hielo Sur ist nach wie vor nicht festgelegt und hat daher keine Grenzlinie eingezeichnet.

(mehr …)

Patagonia (Chile)

Zurück nach Chile ging es mit einem Bus von El Calafate (ARG) direkt nach Puerto Natales. Sonntags fährt nur ein Unternehmen auf dieser Strecke. Ich tat also gut daran, mein Ticket schon bei der Ankunft in der Stadt am Vortag zu kaufen. An der Grenze gab es natürlich die beiden Stopps bei den Offiziellen. Dieses Mal habe ich dem chilenischen Beamten bei der Gepäckkontrolle einfach meinen Essensbeutel in die Hand gedrückt und gemeint: „Das sind all meine Gewürze und so. Was darf ich mitnehmen?“. Er hat ihn aufgemacht, reingeschaut und ihn mir einfach wieder in die Hand gedrückt. Es wäre wohl zu anstrengend oder zeitaufwendig gewesen, um zu checken, was nach den Einfuhrbestimmungen nun wirklich über die Grenze darf und was nicht. Direktheit siegt und so komme ich wieder mit all meinen pflanzlichen Produkten ins Land. Natürlich hatte ich kein frisches Obst, Gemüse, Milchprodukte oder Honig dabei (außer drei Knoblauchzehen in den Tiefen des Beutels *ups*). Damit hat man wirklich keine Chance.

(mehr …)

Trekking: Torres del Paine (Chile)

[English version below]

Ist der Weg nicht matschig, bist du nicht in Patagonien.

Der Wecker klingelt um 6 Uhr, ich verstaue meine Sachen im Hostal, genieße ein ausgiebiges Frühstück und schnappe meinen am Vortag gepackten Rucksack mit meiner Campingausrüstung und Verpflegung. Dann meistere ich meine erste Etappe: Der Weg zum Busbahnhof. Nachdem ich auf Grund meiner eigenen physischen Verfassung tagelang am Zweifeln war, ob es eine gute Idee ist, so lange und viel am Stück wandern zu wollen, macht sich nun die Aufregung darüber bemerkbar. Um 7.30 Uhr verlässt der Bus (15.000 CLP für Hin- und Rückfahrt) Puerto Natales und fährt gen Sonnenaufgang. Nach eineinhalb Stunden eröffnet sich mir der erste Blick auf die wolkenverhangenen Spitzen der drei „Torres“ (Türme), während ein paar Guanacos über einen Zaun springend von der Schotterpiste flüchten. Am Eingang zum Nationalpark Torres del Paine müssen sich alle Besucher bei der Portería y Guardería Laguna Amarga registrieren und den stolzen Eintrittspreis von 21.000 CLP bezahlen sowie ein kurzes Video über das Verhalten im Park anschauen – Mach kein Feuer, sonst wird‘s teuer! Außerdem bekommt man hier die wasserfeste Wanderkarte (ohne Höhenprofil). Ein Shuttle für weitere 3.000 CLP bringt mich auf 10 Uhr zum Welcome Center Las Torres. Und dann geht es los mit dem Circuito Macizo Paine“.

(mehr …)

Trekking: Chile – Argentina

[English version below]

 

Der Wecker klingelt früh, ich esse das am Vorabend zubereitete Frühstück und mache mich kurz vor sieben Uhr auf den Weg zum Büro des Bootsunternehmers Turismo Ruidas de la Patagonia in Villa O‘Higgins, der mich nach einigen Tagen des Wartens nun tatsächlich über den Lago O‘Higgins/Lago San Martín bringt (38.000 CLP; Die Besitzerin des El Mosco schickt einen schon bei der Ankunft sofort zum Kauf des Tickets an den richtigen Ort; Der See hat zwei Namen, einen chilenischen und einen argentinischen.). Mit mir fahren neun weitere Wanderer und sechs Radfahrer, womit das kleine Boot voll ist. Die „Größe“ erklärt nun auch, warum es bei starkem Wind und somit Wellengang nicht ablegt. Nach zwei Stunden erreichen wir in perfektem Sonnenschein und ohne viel Wellen das kleine, komplett von der Außenwelt abgeschiedene Candelaria Mancilla. Nach einem Kilometer auf der unebenen Schotterpiste, die später bis zur argentinischen Grenze führt, erreiche ich das chilenische Migrationsbüro und reise offiziell aus. Die Beamten sind sehr freundlich und nach einem kleinen Plausch sowie freiem Benutzen der Toilette verlasse ich mit vollem Gepäck – wahrscheinlich gut ein Drittel meines Körpergewichts – einen der schönsten Landstriche der Welt. Im Nachhinein hätte ich gerne sehr viel mehr Zeit an der Carretera Austral verbracht.

Fin de la Carretera Austral

(mehr …)

Carretera Austral Video Blog (Chile)

Jeden Tag meines Trips entlang der Ruta 7 von Nord nach Sued habe ich ein Video gemacht. Diese lange Liste ist das Ergebnis:

I took one video a day during my trip along Ruta 7 from north to south. First I wanted to speak in two or even three different languages every day, but I totally messed up each video (I’m not a professional, taking vids is still new for me!!!) so I decided to keep it in German. Sorry for all of you not understanding…

Región Aysén – Carretera Austral part 2 (Chile)

Auf dem Rückweg klärten wir dann noch, wie wir am nächsten Tag nach Futaleufú weiterkommen würden. Und tatsächlich war am Büro eines Busunternehmens beim dritten Anlauf auch jemand da. Nach einem gemütlichen Frühstück und dem Einsammeln der überall zum Trocknen ausgelegten Kleidungsstücke ging es um 12 Uhr direkt los (2.200 CLP). Unterwegs zeigte sich sogar die Sonne und ließ die Seen türkisblau schimmern. Wir fuhren in Täler, die sehr an die Alpen erinnern mit grünen Wiesen und vielen Kühen. Wir passierten dabei auch das im Dezember durch einen gewaltigen Erdrutsch zerstörte Villa Santa Lucía. Die Straße ist erst seit wenigen Tagen wieder passierbar, doch den Anblick, den die Spur der Verwüstung noch heute bietet, werde ich so schnell nicht vergessen. Lustig hingegen war meine Begegnung an einer Straßenbaustelle, an der der Bus halten musste. Ich sprang kurzer Hand hinaus und fragte, ob ich das Baustellenklo benutzen darf. Kommentarlos wurde mir das Klopapier gereicht. 😉 Nach kurzem WiFi-Nutzen und Busabfahrtszeiten-Checken an der Touristeninformation in Futaleufú stapften wir mit unserem Gepäck zur zwei Kilometer außerhalb des Dorfes liegenden Pension. Sie war deutlich preiswerter und wie sich bei der Ankunft herausstellte ein kleines Paradies. Eine Hand voll junger Kätzchen und äußerst hübsche Gänse begrüßten uns am Tor, während die Kühe den Hühnerküken hinterherschauten. Wir bekamen Obst und Gemüse aus eigenem Anbau, um uns auf dem Ofen spanische Tortilla zu machen und am nächsten Morgen Frühstück mit frisch gebackenem Brot und Mirabellenmarmelade der Ernte vom Vortag. Einziger Wehrmutstropfen: Das gute Wetter hielt nicht lange an und so ging ich weder zum Lago Espolón wandern noch raften (mit 50.000 CLP eh zu teuer), sondern schloss mich einem Pärchen an, die anboten, mich mit dem Mietwagen zurück zur Carretera Austral zu bringen.

(mehr …)

Trekking: Circuito Cerro Castillo (Chile)

[English version below]

Der „Circuito Cerro Castillo“ ist ein Wanderweg, der einen der beeindruckendsten Gipfel Zentralpatagoniens passiert. Er ist nicht so bekannt wie die Touren im Nationalpark Torres del Paine, daher trifft man auf deutlich weniger Menschen und kann das Wandern noch voll genießen. Die Aussichten sind in alle Richtungen beeindruckend, Bergerfahrung sollte man mitbringen, oder zumindest körperliche Fitness und jede Menge Trittsicherheit in Kombination mit guten Schuhen. Es gibt mehrere Varianten, das Gebiet zu erleben, das erst kürzlich seinen Status vom Reservat zum Nationalpark verbesserte (um die Leute dazu zu bringen, anzuhalten?!):

Version 1: An einem Tag vom Dorf aus zur Lagune Castillo auf- und wieder absteigen

Version 2: Rundweg vom Dorf zur Lagune und zurück ins Dorf mit 1 Übernachtung

Version 3: Die Durchquerung des gesamten Parks von West nach Ost in 3 oder 4 Tagen; deutlich mehr Aufstieg, vor allem am ersten Tag, sowie der „langweilige“ Teil zum Schluss und das Problem des Rücktransports nach Villa Cerro Castillo (Bergzeit-Erfahrungsbericht)

Version 4: Die Durchquerung des gesamten Parks von Ost nach West in 3 oder 4 Tagen; siehe nachfolgender Bericht

(mehr …)

Los Lagos & Carretera Austral part 1 (Chile)

Chile ist bezüglich der Nord-Süd-Ausdehnung ein unglaublich großes Land. Um intensiv komplett von oben nach unten durchzureisen, bräuchte ich wahrscheinlich mehr als zwei Monate. Da mir aber noch ein paar weitere Ziele vorschweben, überbrückte ich noch einmal eine gute Strecke per Flugzeug. Von Santiago de Chile aus flog ich für wenig Geld mit LATAM nach Puerto Montt. Im Landeanflug war die Aussicht auf den Lago Llanquihue sowie den Vulkan Osorno im Sonnenuntergang unbeschreiblich schön. Dummerweise kam ich so spät an, dass keine Busse mehr nach Puerto Varas fuhren, was mein erstes Ziel in der Region Los Lagos sein sollte. Aber ich bekam ohne Probleme ein Taxi (15.000 CLP), inklusive einiger geschichtlicher Hintergründe und Informationen zur Region vom Fahrer Javier. Im Hostel Vermont bekam ich dann sowohl vom Besitzer als auch von meinen Zimmergenossen noch mehr und zum Teil richtig ausführliche Infos, wie ich den nächsten Tag angemessen verbringen kann, der dann wie folgt aussah:

(mehr …)