Dreiländereck Argentinien, Brasilien & Paraguay

Nach den Busfahrten nach Montevideo und über Nacht nach Salto (beides noch Uruguay), setzte ich meinen Busfahrmarathon von über 24 Stunden weiter fort, denn mich begrüßte gruselig schlechtes Wetter und die Prognose für die gesamte Woche war echt schrecklich. Ich überquerte per Bus nach Concordia (146 UYU mit Flechabus) die Grenze per Staudamm (Salto Grande), den ich eh anschauen wollte. Die Einreiseformalitäten erfolgen gleich dahinter. Seit Neuestem gibt es keinen Ausreisestempel für Uruguay mehr, aber den für die Einreise nach Argentinien. Wenn ich es richtig verstanden habe, habe ich erneut volle 90 Tage Touristenvisum bekommen. Auch auf dieser Seite des Grenzflusses Uruguay standen die Straßen unter Wasser und ich bekam auf dem Weg ins nahegelegene Dolce Caffé erst einmal nasse Füße. Nach drei Stunden Wartezeit und etlichen erfolglosen Versuchen, mein verbliebenes Geld zu wechseln, fuhr der nächste Bus nach Mercedes (Región Corrientes; bereits in Salto gelöst, 555 UYU mit Nuevo Expreso). Es regnete die gesamte Fahrt über. Wir passierten die Colonia Alemana und ein dazugehöriges, ziemlich verstörend wirkendes deutsches Ausflugszentrum, wo sich der Bundesadler auf dem Modell einer Windmühle drehte und sich Schafe unter den Dächern der Bungalows unterstellten. Mir fiel weiter auf, wie flach das Land hier ist und dass eigentlich fast alles unter Wasser steht. Zwischendurch leuchteten die Früchte der Orangenplantagen freundlich in den grau-trüben Tag. Von Mercedes wollte ich direkt weiter nach Colonia Carlos Pellegrini, doch an diesem Tag gab es kein Weiterkommen und so schlief ich eine Nacht im Hotel El Gauchito (350 ARS) direkt neben dem Busterminal. Mehr als etwas Frühstück einzukaufen schaffte ich nicht mehr, doch ich unterstelle der Stadt, dass sie eh nichts Sehenswertes bereithält. Das Einzige, das mich begeistert, sind die Männer, die hier immer noch in traditionellem argentinischem Outfit unterwegs sind: Stoffschuhe, Reithose, Hemd und Hut sowie breiter Gürtel.

Concordia

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Buenos Aires (Argentina)

Nachdem mein Flugzeug in Ushuaia irgendwann doch noch abgehoben ist und mir einen letzten unglaublich tollen Blick auf Feuerland, die Andenkette und den Beagle Kanal bescherte, war mir seltsamer Weise so zu Mute, als sei die Reise nun vorbei. Ich wollte da unten eigentlich echt nicht weg. Trotz langem Warten auf den Abflug, kam das Flugzeug dann doch noch in das Gewitter um Buenos Aires. Die Blitze in den Wolken zu sehen ist echt ein Erlebnis. Im Landeanflug im weiten Bogen aus Norden die Stadt zukommend sah ich dann noch auf die surreal wirkende „Bonzensiedlungen“ in künstlich angelegten Seen bei Tigre. Als ich dann, zwar bei Regen, aber im warmen Wetter Buenos Aires‘ ankam, war ich irgendwie doch froh, das Thema Kälte und die vielen Schichten Klamotten hinter mir gelassen zu haben. Es regnete immer noch ein wenig, doch so richtig nass wurde ich nicht. Direkt am Flughafen (AEP) konnte ich mir eine Karte für die „Subte“ (die Metro) kaufen, die 25 ARS kostet, dann mit Geld aufgeladen wird und auch in den Bussen einsetzbar ist. Und so fuhr ich wieder einmal in einer großen, fremden Stadt mit Bus und Bahn zu meinem couchsurfing-Gastgeber im Stadtteil Flores.

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Tierra del Fuego (Chile & ARG)

Ich hab‘s geschafft! Ich war in bzw. auf Feuerland! La Tierra del Fuego ist eine Inselgruppe mit chilenischem und argentinischen Teilen, die die südlichste Spitze Südamerikas bildet. Dort, wo die unglaublich lange Bergkette der Anden im Meer verschwindet, wo antarktische Meeressäuger und ganz eigene Vogelarten zu Hause sind und wo im April schon alles winterfest gemacht wird, hatte ich ein Gefühl, als wäre ich endlich angekommen. Ganz im Gegenteil wohl zu den Piraten wenige Jahrhunderte zuvor, denn diesen harten Kerlen war das Klima zu kalt, weswegen sie sich trotz idealer Bedingungen für Schiffsüberfälle am Beagle Kanal, lieber wieder in der Karibik niederließen. (Das ist die amüsanteste Information, die ich im Museum in Ushuaia gelernt habe.)

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Travelling in Patagonia (Chile & ARG)

Unter Patagonien wird der südlichste Teil des südamerikanischen Kontinents zusammengefasst. Auf chilenischer Seite gehören die vier Regionen Los Ríos, Los Lagos, Aysén und Magallanes y Antárctica dazu, die argentinische Seite umfasst die fünf Provinzen Neuquén, Río Negro, Chubut, Santa Cruz und die subantarktische Inselgruppe Tierra del Fuego. Während auf chilenischer Seite das feucht-kühle Klima der Westanden herrscht, das für viel Grün und im nördlichen Teil für einen Kaltregenwald sorgt, beherrscht die trockene, steppenartige Hochebene der Pampa den argentinischen Teil. Außerdem befindet sich hier nach Grönland und der Antarktis die drittgrößte zusammenhängende Eisfläche der Welt, das chilenische Inlandeis Campo del Hielo Sur und viele weitere Gletscher. Während die Pampa überwiegend von Guanacos, Hasen und Schafen besiedelt ist, trifft man in den Bergen auf Huemules, Mäuse und Kondore. Die Fjorde und Meeresarme sind voller Vögel und die Chance Pinguine, Seelöwen und Wale zu sehen, ist groß. Hier dauerhaft lebende Menschen hingegen sind rar. Das riesige Gebiet beider Nationen ist unglaublich dünn besiedelt. In den Regionen Patagoniens geht es den Leuten generell recht gut bzw. besser als denen im Norden, auf Grund der unglaublichen Länge beider Länder und der dünnen Besiedelung im Süden, findet alles politische Treiben jedoch für und in den nördlichen Gebieten statt und der Süden steht gefühlt fast unabhängig für sich selbst ein. Zwischen Chile und Argentinien gab es im Laufe der Zeit viele Konflikte, Kriege und Grenzstreits. Heute ist die Lage zwar entschärft, dennoch spürt man manchmal eine Art Feindschaft und deutliche Abgrenzung zueinander. Lustiger Sidefact in Sachen Landkarte: Ein Teil des Grenzverlaufs im Campo del Hielo Sur ist nach wie vor nicht festgelegt und hat daher keine Grenzlinie eingezeichnet.

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Parque Nacional Los Glaciares (Argentinien)

Ich erreichte Ende März El Chaltén, das von manchen noch etwas verkannte Wanderparadies der argentinischen Seite Patagoniens. Es ist ein kleines, schönes Städtchen, komplett auf Tourismus ausgelegt, aber noch nicht überlaufen – zumindest nicht am Ende der Saison. Sehr passend gewählt wird es die „Wanderhauptstadt Argentiniens“ genannt, denn es starten und enden zig unterschiedlich lange und schwierige Wanderrouten direkt in der Stadt. Bei Ankunft per Bus, bekommt man eine kleine Karte mit den Wegen und dazugehörigen Daten sowie eine kleine Einführung, wie man sich in der Natur zu verhalten hat. Sehr schade, dass man das immer noch überall braucht, denn so Dinge wie den Müll mit zurück in den Mülleimer zu nehmen und die Wege nicht zu verlassen, sollten doch eigentlich selbstverständlich sein, oder? Da ich nach meinem Grenzübergang in wandernder Form vom Lago Desierto aus anreiste, kam ich nicht in den Genuss dieses Vortrags der Touristeninformation am Busbahnhof.

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Trekking: Paso del Viento (Huemul Trek, ARG)

[English version below]

Ich mag Patagonien, doch mag es mich auch?

[Für alle Trekking-Liebhaber, die während der Informationssuche auf diesen Artikel gestoßen sind, hier der Hinweis: Ich beschreibe nur die ersten 1,75 Tagesetappen, da mich ein Wetterumschwung zur Rückkehr zwang. Ein Bericht zum gesamten Trek ist im nächsten Abschnitt verlinkt.]

Um 9 Uhr öffnet die Rangerstation am Ortsausgang El Chalténs gen Süden. Dort melde ich mich mit meinem Vorhaben an, meine Ausrüstung wird kontrolliert und dann geht es los. Zunächst schlängelt sich der Weg an einem Bachlauf entlang auf die erste Anhöhe. Ich fühle mich nicht besonders in Wanderstimmung, was sehr untypisch ist. Vielleicht läuft es etwas unrund, weil ich mir nach den letzten Touren keinen Tag Pause gegönnt habe. Der Grund hierfür war ein erneuter Wettercheck, der ergab, sofort los gehen zu müssen, um die wahrscheinlich besten Tage für den Huemul Trek zu erwischen. Ich bin komplett allein auf dem Weg, was mir wiederum gefällt, obwohl es leicht zu regnen beginnt. Sehr schnell wird der Niederschlag zu feinen Schneeflocken. Die frisch gezuckerten Wiesen und Bäume sehen wunderschön aus. Nun begegnen mir doch Wanderer, die schon vor mir auf dem Weg waren. Sie kehren um. Scheinbar freut sich nicht jeder so sehr über die weiße Pracht wie ich. 😉

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Trekking: Chile – Argentina

[English version below]

 

Der Wecker klingelt früh, ich esse das am Vorabend zubereitete Frühstück und mache mich kurz vor sieben Uhr auf den Weg zum Büro des Bootsunternehmers Turismo Ruidas de la Patagonia in Villa O‘Higgins, der mich nach einigen Tagen des Wartens nun tatsächlich über den Lago O‘Higgins/Lago San Martín bringt (38.000 CLP; Die Besitzerin des El Mosco schickt einen schon bei der Ankunft sofort zum Kauf des Tickets an den richtigen Ort; Der See hat zwei Namen, einen chilenischen und einen argentinischen.). Mit mir fahren neun weitere Wanderer und sechs Radfahrer, womit das kleine Boot voll ist. Die „Größe“ erklärt nun auch, warum es bei starkem Wind und somit Wellengang nicht ablegt. Nach zwei Stunden erreichen wir in perfektem Sonnenschein und ohne viel Wellen das kleine, komplett von der Außenwelt abgeschiedene Candelaria Mancilla. Nach einem Kilometer auf der unebenen Schotterpiste, die später bis zur argentinischen Grenze führt, erreiche ich das chilenische Migrationsbüro und reise offiziell aus. Die Beamten sind sehr freundlich und nach einem kleinen Plausch sowie freiem Benutzen der Toilette verlasse ich mit vollem Gepäck – wahrscheinlich gut ein Drittel meines Körpergewichts – einen der schönsten Landstriche der Welt. Im Nachhinein hätte ich gerne sehr viel mehr Zeit an der Carretera Austral verbracht.

Fin de la Carretera Austral

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