Ecuador

An Oma senden
Mein Flugmarathon von Paraguay über Panama nach Ecuador war anstrengend, lief aber gut. Im Anflug auf Panama hatte ich einen atemberaubenden Blick über die Stadt, die ich ja kenne, und musste lachen, weil sich mein Handy am Flughafen automatisch ins WiFi einloggte. Als Flexitarier (Ich habe auf meiner Reise gelernt, dass es diesen Begriff für generell vegetarisch vorziehende, aber totes Tier nicht ganz ablehnende Menschen gibt.) musste ich dann auch über die wieder einmal vorhandene Nicht-Fleisch-Version des Bordessens lachen: Hähnchen! Und schließlich erreichte ich Ecuadors Hauptstadt Quito. Es fahren Linienbusse vom weit außerhalb liegenden Flughafen in die Stadt. Die brauchen jedoch zwei Stunden und sind so überfüllt, dass man sich mit Gepäck keine Freunde macht. Die deutlich schnellere und bequemere Alternative ist ein großer Bus vom Flughafen zu einem im Norden der abartig langen Stadt liegenden Terminal (6 USD) und ein Taxi für den Rest (bis El Ejido zwischen modernem Zentrum Mariscal und Altstadt noch einmal 6 USD). Die Metrobusse (TOLE) mit Bahnsteigen und Drehkreuz als auch die kleinen Linienbusse kosten pro Fahrt, egal wie weit, 25 Cent. An den TOLE-Bahnsteigen gibt es eine Boletería, an der man 25Cent-Münzen eintauschen kann, in den kleinen Bussen fährt immer ein Assistent mit, der abkassiert. Die Metrobusse sind abartig lang. Manchmal länger als die Bahnsteige, daher sind die hinteren beiden Türen manchmal nicht zugänglich. Das kann wichtig sein, wenn man aus dem Bus raus will. 😉 Die Linien in Nord-Süd-Ausrichtung verbinden auch die beiden Busterminals im Norden und Süden der Stadt, von denen aus man in andere Städte und Regionen kommt.

Weil Regen angekündigt war, blieb ich den Nachmittag, an dem ich ankam, im Hostel. Allerdings lernte ich schnell, dass Wetterprognosen in Quito völlig irrelevant sind, denn das Wetter macht, was es will und ändert sich täglich zwei bis dreimal. Heißt, es blieb wunderschön und ich saß einfach stundenlang auf der Dachterrasse. Doch am nächsten Tag war ich dann aktiver. Zunächst wollte ich mit DHL einige nicht mehr benötigten Sachen nach Hause schicken, doch angeblich gibt es neue Zollbestimmungen, nach denen man nur noch neue Artikel mit Rechnung versenden darf. Nach langer Anfahrt, ewigem Warten und einigen Diskussionen, verließ ich also unverrichteter Dinge das Versandunternehmen und steuerte ein Reisebüro für Galápagos an. Dort war ich zum Glück erfolgreicher, wurde gut beraten und informiert und hatte am Ende eine Last-Minute-Buchung für die kommende Woche. Ich lief zurück zum Hostel und bemerkte wieder einmal, wie schlecht die Luft in Lateinamerikanischen Großstädten ist. Als Stuttgarterin kenne ich mich damit ja aus. *haha* Was mir hingegen gefällt, sind die bunten Logos Ecuadors, die auf manchen Häusern prangen oder Werbesprüche wie „Ama la vida.“ („Liebe das Leben.“) oder:

Mit Lara, die ich aus Iguazú kenne, teilte ich ein Taxi zur Marienstatue auf dem Aussichtshügel Panecillo (3 USD aus der Altstadt, 4 USD aus dem modernen Zentrum Mariscal). Es wird vehement davon abgeraten, zu Fuß zu gehen, da die Gegend um den Hügel sehr unsicher ist. Um die Statue herum patrouillieren Polizisten, es gibt Souvenirs und Essen sowie eine Toilette (20 Cents). Wenn man noch ein paar Meter höher möchte, kann man für zwei Dollar auf die Aussichtsplattform der Statue klettern, man hat aber auch von sonst überall einen klasse Blick auf die Stadt. Diese komplett zu sehen, ist auf Grund ihrer Ausdehnung über 50 Kilometer von Nord nach Süd unmöglich. Der zweite Programmpunkt war ein Mittagessen in der Markthalle des Mercado Central. Wie ich das vermisst habe! Locro de papa ist eine leckere, vegetarische Suppe mit Kartoffeln, Käse und Avocado (2 USD). Außerdem gibt es hier unglaublich leckere Fruchtsäfte (1 USD). Aber Achtung, wenn man nicht explizit dreifach ohne Zucker bestellt, landen mindestens zwei Esslöffel davon im Becher. Am nächsten Tag probierte ich noch die vegetarische Variante der Llapangachos, angebratenes Kartoffelküchlein mit Spiegelei, Rote Beete und Salat (2,50 USD).

Den nächsten Tag nutzten wir wieder gemeinsam, um durch die Altstadt zu schlendern, Kirchen zu besichtigen und Häuserfassaden zu bestaunen. Die Iglesia de la Compañía de Jesus, die auf Grund des komplett vergoldeten Kirchenschiffs UNESCO Weltkulturerbe ist, kostet eigentlich fünf Dollar Eintritt, doch auf Grund der 400-Jahr-Feier durften wir umsonst hinein. Die Kirche des Convento San Francisco ist ebenfalls frei begehbar, auf die Kathedrale verzichtete ich dann (3 USD). Leider mussten wir auch auf den Palacio Carondelet (Präsidentenpalast) und das daran angeschlossene Museum verzichten, denn der gesamte Gebäudekomplex war wegen einer Demonstration abgeriegelt. Doch wir kletterten über wackelige Stege und Leitern auf die Türme der Basílica, um noch einmal die Aussicht über den Dächern der Stadt zu genießen. Wer das von ganz oben machen möchte, kann mit dem Taxi (5-6 USD) zum Teleférico fahren, der auf den Berg Rucu Pichincha führt. Bis zum Gipfel muss man dann aber noch ein Stück gehen. Das Teatro Nacional bietet – zum Teil auch im Teatro México – sehr reiswerte Konzerte und andere Veranstaltungen an (3 USD). Wir lauschten in diesem Rahmen einigen Stücken aus der Filmmusik der letzten Jahrzehnte. Im Stadtteil Mariscal, das das moderne Stadtzentrum Quitos bildet, findet das Partyleben statt, mit vielen Clubs, Bars und Restaurants um die Plaza Foch herum. Am Parque El Ejido, wo täglich Souvenirs gekauft werden können, befindet sich das frisch renovierte Museo Nacional im Centro de la Cultura. Die Zeitungen hatten die Wiedereröffnung auf diesen Tag datiert, doch als wir an der Kasse standen, wurden wir weggeschickt. Die Eröffnung war erst am nächsten Tag.

An selbigem machte ich mich jedoch auf den Weg gen Süden. Ich ließ meine Campingausrüstung im Hostel in Quito zurück und fuhr eine Stunde zum Terminal Quitumbe (Linie C4), von wo aus mich ein Bus nach Baños de Agua Santa brachte (4,50 Dollar; regelmäßig mit verschiedenen Unternehmen). Unterwegs konnte ich leider, trotz äußerst günstigem Fensterplatz auf der linken Seite, den berühmten Vulkan Cotopaxi nicht sehen, weil es viel zu dicht bewölkt war. Doch ich staunte über das satte Grün der Landschaft. Baños liegt in einem Tal zwischen kleineren Bergen und ist der Ort für (Extrem-) Sportarten in Ecuador schlechthin. Da das Wetter bei der Ankunft super gut war, machte ich erst einmal einen kleinen Stadtbummel, besuchte die Touristeninformation und checkte die Angebote einiger Agenturen. Dann fuhr ich mit dem Bus (alle 2h, 2 USD) zur Casa del Árbol („Baumhaus“). Dort kann man für einen Dollar Eintritt so lange man möchte verschiedene Schaukeln und Ähnliches benutzen und die Aussicht genießen. Ich konnte sogar ganz kurz einen freien Blick auf den Vulkan Tungurahua erhaschen. Dann machte ich mich auf rutschigen, engen Trampelpfaden auf den steilen Weg hinab ins Tal und zurück in die Stadt. Man passiert dabei Aussichtspunkte auf den Vulkan und Baños sowie das Café del Cielo (Café des Himmels). Zurück im Hostal Timara konnte ich zwar das kleine Einzelzimmer genießen (selber Preis als ein Bett im Schlafsaal der örtlichen Hostels), aber mein Nachtisch wurde weggeworfen, weil ich ihn aus Ermangelung eines Eddings und einer leeren Rezeption unbeschriftet in den Kühlschrank gestellt habe. Na, danke! Wäre der Rest der Küche mal so sauber, wäre es hilfreicher.

Für den nächsten Tag hatte ich das so genannte Canyoning gebucht. Dabei wandert man einen Berg hinauf, um dann in den Wasserfällen wieder hinabzusteigen bzw. sich abzuseilen. Klettern ist mir nicht neu und Abseilen gehört für mich schon immer zu den spaßigeren Angelegenheiten des Draußenseins, doch dabei klatschnass zu werden ist definitiv das nächste Level. 😉 Ich war Teil einer kleinen, vierköpfigen Mädelsgruppe und wir hatten trotz etwas treibendem, drängendem Guide einen tollen Vormittag in der Klamm des Río Blanco. Mit einem der Besitzer der Agentur und einer der Mädels vom Vormittag ging ich dann zum ecuadorianischen Mittagessen ins Kichua Food Restaurant, wo es ecuadorianisches Essen auch in vegetarischer Version gibt – super lecker. Nach einem Verdauungspäuschen gönnte ich mir dann eine weitere Attraktion und sprang kurzer Hand von einer Brücke. Puenting (von „puente“ = „Brücke“) wird das hier genannt und im Unterschied zum Bungeesprung, bei dem man am Seil auf und ab hüpft, schwingt man hier nach dem Sprung in die Tiefe mehrmals unter der Brücke durch. Bei dieser Landschaft war das einfach unglaublich schön.

Tag drei nutzte ich für einen Ausflug in den Dschungel nach Puyopung (25-70 USD, je nach Agentur). Ich war etwas enttäuscht, denn mir wurde in der Stadt von den Agenturen erzählt, man sähe viel der hiesigen Flora und Fauna, doch dem war nicht so, denn wir fuhren in einen Sekundärwald, in dem man nur Insekten und kaum interessanten Pflanzen begegnet. Bevor ich da überhaupt ankam, wurde ich jedoch zwischen drei Agenturen hin und her geschoben, denn in der Nebensaison lohnt es sich nicht für jede, die Tour anzubieten. Inklusive sind eine 30-minütige Fahrt in einem traditionellen Kanu, die zur totalen Nassfahrt ohne Vorankündigung wurde, ein Spaziergang zu einem Wasserfall, unter dem man auch baden kann (wenn man gesagt bekommt, dass man die Badesachen einpacken soll, was bei Leuten leider versäumt wurde), alte Bergstollen, in denen traditionelle Riten durchgeführt wurden und einem heute Fledermäuse um den Kopf flattern, ein Aussichtspunkt mit Hängematten, von denen aus man mit viel Glück mehrere Vulkane sieht (nicht in meinem Fall) und bei denen eine lange Schaukel über den Abgrund hinweg genutzt werden kann. Außerdem gab es super leckeres Mittagessen und ein Besuch in der Kommune Kotococha, wo es zur Begrüßung selbst gemachten Chicha [vgl. Perú] gab und uns gezeigt wird, wie früher mit Blasrohr gejagt und zu Trommeln getanzt wurde – natürlich in der traditionellen Kleidung und für uns in dazugehöriger Gesichtsbemalung aus Beerenfarbe. Für zwei Dollar mehr durften wir dann noch bei einer Familie die Produktion der Schokolade in traditioneller Art und Weise (wie ich es ganz ähnlich schon aus Belize kenne) unterstützen und nicht nur heiße Schokolade, sondern auch frisch gebackenes Yuca-Brot mit Käse genießen. Auf der Heimfahrt hatte wir dann noch etwas Glück und sahen die schneebedeckte Spitze des Volcán Sangay, den man nur sehr selten zu Gesicht bekommt.

Weil meine Kamera auf der Dschungeltour voll ganz den Geist aufgegeben hat, entschloss ich mich schon einen Tag früher nach Guayaquil zu fahren (mehrere Busse täglich, 10 USD), statt mit dem Fahrrad die Ruta de las Cascadas entlang zu fahren. Die Busfahrt ermöglichte mir wunderbare Landschaftsbilder in den hier komplett grünen Anden. Die Wolken hingen tief und sorgten für eine mystische Atmosphäre. Das war leider der Grund, warum ich auch den größten Berg Ecuadors, den Vulcán Chimbarazo, nicht zu Gesicht bekam. Überall am Straßenrand standen Schilder, dass man die Natur schützen soll und daher keinen Müll in den Straßenrand werfen soll. Und tatsächlich, es ist hier recht sauber überall. Dann waren wir plötzlich im westlich gelegenen Flachland zwischen Tausenden Bananenbäumen und mit goldenem Licht der untergehenden Sonne. Was ich am Busfahren in Ecuador nicht mag, sind die Action- und Kampffilme, die in abartiger Lautstärke fast die ganze Fahrt über laufen. In Guayaquil angekommen, erschlug mich die feuchte Hitze, doch ich hatte ja ein wichtiges Vorhaben. Im Sony Shop in der Mall del Sol testete ich noch einmal mein Equipment mit den jeweiligen neuen Teilen und siehe da, dieses Mal war wirklich die Kamera hinüber. Es ist ziemlich ernüchternd, aber was hilft es, mich aufzuregen. Ich nahm also mein letztes Geld für den Monat in die Hand und bin nun hoffentlich für lange, lange Zeit damit gut ausgestattet, denn generell ist die Kamera ein super Modell! Statt noch weiter in der schwülen Hitze zu gehen, um die kleine Altstadt mit dem Malecón und auf einem Hügel stehenden Leuchtturm (Faro) zu sehen, entschied ich mich für den Rückweg ins Hostel und lange überfälliges, ausgiebiges Telefonieren mit der Heimat. Scheinbar bin ich recht Sightseeing-müde, denn so ging es mir in Quito auch schon fast. Nach einer zweiten Nacht ging es dann los gen – hoffentlich! – Traumurlaub auf den Galápagos Inseln. [Den diesbezüglichen Beitrag findet ihr hier.]

Danach ging es per Flug zurück nach Quito. Super witzig ist der Transfer über Guayaquil, wenn man in einer Maschine sitzt, die wie ein Bus anhält, Leute aus- und einsteigen lässt, während die Hälfte einfach sitzen bleibt, und dann wieder weiterfliegt. Die Toilette darf man so lange aber nicht benutzen. Im Landeanflug erlebte ich dann zum ersten Mal, wie der Blitz ins Flugzeug einschlägt. Bis auf einen Schreck merkt man jedoch nichts. Dann fuhr ich dieses Mal noch „luxuriöser“ in die Stadt, denn ich teilte mir mit Rudolf und Niko aus meiner Reisegruppe auf dem Boot in Galapagos ein Taxi (30 USD). Am nächsten Tag traf ich die beiden dann gleich wieder, in Mitad del Mundo. Es fahren mehrere Buslinien (ca. 1h; unter 1 USD) in das Städtchen, das direkt auf dem Äquator liegt. Für fünf Dollar Eintritt kann man sich die Zeit in einem für Besucher angelegten Park samt riesigem Monument, Museen, Shops und Restaurants vertreiben. Eine gelbe Linie zieht sich quer durch die Anlage, um den Äquator zu veranschaulichen. Im Monument befindet sich eine Ausstellung zur Geschichte des selbigen, eine zu den verschiedenen Kulturkreisen innerhalb Ecuadors und eine interaktive zum Thema Äquator, Erdmagnetfelder usw. Im angelegten Dorf besuchte ich das Biermuseum (als Deutsche irgendwie witzlos), das Kakaomuseum (Kannte schon alles aus früheren Kakaobegegnungen), das Eismuseum (sehr leckeres Sorbet aus einheimischen Früchten) und das Museum über die Eisenbahnlinie Ecuadors, die heute nur noch in Teilstrecken als Tourismusattraktion verkehrt. Für jedes Museum braucht man nur sehr wenig Zeit mitzubringen. Wir gingen daher noch zum Aussichtspunkt des Reserva Geobotánica Pululahua (freier Eintritt). Man kann mit dem Bus nach bzw. von Calacalí (Hat auch einen Platz direkt auf dem Äquator, auf dem das erste Monument zum Thema steht.) kommend einen Teil der Strecke zurücklegen oder sich per Taxi hinbringen lassen. Kurz vorher gibt es noch einen so genannten Sonnentempel (3 USD) mit einer Ausstellung eines Künstlers. Ich hab diesen übersprungen und meine beiden Begleiter raten von einem Besuch des Inneren ab. 😉 Gleich nach dem Kontrollhäuschen des Reservats kann man von einem Aussichtspunkt in einen weiten Vulkankrater schauen, der auf Grund seiner unglaublich nährstoffreichen Erde für die Landwirtschaft genutzt wird. Bis wir freie Sicht hatten, mussten wir jedoch eine Weile Tee trinkend und Kuchen essend im Café warten. Vom Vulkan Pululahua gleich nebenan sahen wir leider nicht viel. Auf Grund der dicken Wolken, die sofort wieder zu zogen und des bereits sehr vorangeschrittenen Tages, verzichteten wir auf den Abstieg in den Krater und fuhren zurück in die Hauptstadt, das im abendlichen Berufsverkehr über eine Stunde benötigt.

Das selbe gilt auch für das erreichen der überregionalen Busterminals im Norden und Süden der Stadt. Das im Norden erreicht man mit dem Trole-Bus C5 oder C1 mit Umsteigen auf einen kleinen Bus an der Endhaltestelle (25 Cent). Alle zehn Minuten fahren vom Terminal Carcelén Busse nach Otavalo (8 USD, alle 10min.), meinem letzten Stopp in Ecuador. Das Gepäck wird hier ohne Kontrollabriss verladen und ich erinnerte mich dunkel an den Tipp, es mit nach oben zu nehmen. *ups* Ich kam jedoch mit all meinen Sachen nach einer kurvenreichen Fahrt und Blick auf tief einschneidende Täler sicher an. Es war Samstag – Markttag – und so schlenderte ich durch die überfüllten Straßen voller Textilien, Schmuck und Kunsthandwerk. Einzig den nur am Vormittag stattfindenden Viehmarkt verpasste ich leider. An allen anderen Wochentagen finden sich die Händler „nur“ auf der Plaza de Poncho ein, die Atmosphäre ohne die Busladungen von Tagesausflüglern aus Quito ist entspannter und die Preise etwas günstiger (Nicht, dass man generell viel bezahlen müsste.). Den Sonntag nutzte ich, um recht früh auf einen ausgedehnten Spaziergang in der Umgebung zu starten. Steil bergan durch gepflasterte Straßen und später an Feldern vorbei lief ich zum angeblich 1.000 Jahre alten Baum am Aussichtspunkt El Lechero, von wo aus man den Blick auf Vulkane, viele andere Berge und die Laguna San Rafael genießen kann. Von dort ging‘s weiter durch Felder zum Parque del Cóndor (4,75 USD). Dabei handelt es sich um eine Einrichtung für gerettete Raubvögel. Ich verbrachte zwei Stunden damit, alle Gehege abzugehen und eine weitere, um der Flugshow beizuwohnen (11.30/14.30 Uhr). Die ist absolut zu empfehlen, da super witzig und äußerst informativ. Über Trampelpfade machte ich mich auf den Rückweg. Dritter und letzter Halt waren die Cascadas de Peguche. Im Areal um die beiden Wasserfälle tummelten sich jede Menge Wochenendausflügler aus der Umgebung und der Hauptstadt – ein krasser Kontrast zur ersten Hälfte meines Tages. Und wieder sah ich – wie so oft in Ecuador – Männer mit einem Fußball eine Art Volleyball spielen, während sich die Zuschauer ums Feld herum verteilen. Was man auch sehr oft sieht, sind weibliche Fußballmannschaften. Das erinnert mich an die bevorstehende Fußball-WM, deren Start ich in Kolumbien verfolgen werde.

Die neue Woche begann ich mit der Fahrt zu eben dieser Grenze. Dafür nimmt man einen der alle paar Minuten abfahrenden Busse nach Ibarra (<1 USD; 45min.) und von dort einen mehrmals täglich verkehrenden nach Tulcán (3 USD; 2,5-3h). Wie immer schallten die Geräusche des Actionfilms ungesund laut durch den Bus. Was ich in Ecuadors Bussen jedoch mag ist, dass an jeder Sitzreihe eine Mülltüte hängt und alles recht sauber ist. Ein witziger Sidefact ist die Tatsache, dass die Busbegleiter (Sammeln das Geld ein, kontrollieren Tickets, helfen beim Verladen von Gepäck,…) mancherorts aus dem Bus hüpfen und zu einem Stempelgerät an einer Häuserwand rennen, um sich/den Bus(-fahrer)/die Arbeitszeit/??? abzustempeln. Ein Taxi bringt einen für 3 USD die letzten zehn Kilometer zur Grenze, genannt Rumichaca. (In Stuttgart könnte ich für 3 Euro nicht einmal in ein Taxi einsteigen…) Auf Grund des großen Zuwandererstroms aus Venezuela muss momentan auf ecuadorianischer Seite mit mehreren Stunden Wartezeit gerechnet werden. Es gibt jedoch zwei verschiedene Warteschlangen. Als Tourist stellt man sich mit Müttern und deren Kindern sowie mit allen anderen Nicht-Venezulanern an und kommt etwas schneller voran. Ich verbrachte zwei Stunden mit einem Briten quatschend und ertrug die Warterei daher trotz stickiger Hitze. Über eine Brücke gelangt man dann zum kolumbianischen Grenzposten (2 Minuten all inclusive ^^) und kann mit einem taxi colectivo (weiße Kleinbusse) nach Ipiales fahren (ca. 1 USD), von wo aus man wieder mit Bussen weiterkommt. Geldwechsler stehen zu beiden Seiten der Brücke, wobei der Wechselkurs auf kolumbianischer Seite angeblich besser sei.

 

 

— English version —

My flight marathon via Panama to Ecuador was hard but went well. Reaching Panama City I enjoyed the amazing view. I already knew the city and felt kind of at home when my smartphone logged into wifi automatically. But the “vegetarian” food on the plane again was… chicken! Glad I am a flexitarian. (I’ve recently learnt that this is the official word for people preferring vegetarian options but eating fish and meat as well sometimes.) Finally I reached Ecuador’s capital Quito. There are public buses from the far away located airport to the centre, but they take two hours and are so crowded that it can be quite difficult with luggage. I decided for the easier and faster version, took a private bus (with wifi) to a terminal in the north (40min, 6 USD) and a taxi to El Ejido in between the old and the modern centre (20min, 6 USD). There are several TOLE bus lines running the city’s whole expansion of 50 kilometres for 25 cents. They have proper platforms with a boletería where you can change money to 25 cent coins. Sometimes they stop too far behind the platform for the last doors. Keep that in mind when you need to get out before the final stop. All over the rest of the huge city smaller blue buses run super frequently on different lines (25 cents as well). The two bus terminals in the north and south offer rides to other Ecuadorian places and taxis are found everywhere (3-8 USD in the city).

Weather forecast told me it would rain in the afternoon, so I decided to stay at the hostel. But I’ve learnt immediately that the forecast is not to trust, because of the climate changes at least three times a day in Quito. For that I relaxed on the roof terrace and chatted to an Austrian family. The very next day I went to DHL to send some winter clothes and camera equipment home. But after half an hour way, half an hour waiting time and a 20 minutes discussion I left without any progress. Somehow the laws have changed and I was not allowed to send used things, just new ones with receipt – very strange and stupid. On the way back to the hostel I stepped into one of the travel agencies that are best rated on Google to ask for a last-minute-offer to the Galapagos. There I’ve been successful. 🙂 Walking in the streets I recognized how big the air pollution problem in Latin American cities is. But as citizen of Stuttgart I should be used to it. *haha* What I really like about Quito is the colourful logos on some of the buildings and sentences like “Ama la vida” (“Love life”) or “All you need is Ecuador”. I passed Plaza Foch with all its night clubs and restaurants in the modern centre Mariscal and Parque El Ejido with lots of handicraft all day long. The Mercado Artesanal is close by on the way from Mariscal to the park.

With Lara, who I already knew from Iguazú, I spent the second half of the day driving by taxi to the statue on the hill Panecillo (3-4 USD). It is highly recommended to take the taxi instead of walking in the unsafe areas nearby. On top all around the statue some policemen keep patrolling and it’s safe. There are souvenir shops and food as well as a toilet (20 cents). If you want to climb the statue it is two Dollars, but from the bottom the view is already good enough. From no point you can see the whole city of Quito because of its expansion of about 50 kilometres from north to south. Our second stop was lunch at the public market hall Mercado Central. How I missed eating out on markets! Locro de papa is my new favourite. It is a veggie soup with potatoes, cheese and avocado (2 USD). The other local dish – as vegetarian option available – is Llapangachos, fried mash potatoes with fried egg on top, meat and salad (2,50 USD). Lots of fresh juice is sold as well (1 USD). But keep in mind that they add tons of sugar if you don’t tell them twice you want it without.

The day after we again spent together and visited some places in old town. Walking in the streets I enjoyed looking at the facades and older buildings. The Iglesia de la Compañía de Jesus, which is completely golden inside, is UNESCO world heritage site and costs usually five Dollars for the entry, but because of the 400 year celebrations it was for free. The church of Convento San Francisco as well is free to visit, but I skipped the Cathedral then (3 USD). It was a pity that we were not allowed to go into the Palacio Carondelet (president’s palace) due to some protests in the streets nearby. The museum was closed as well. But we climbed the spooky stairs of La Basílica which is a perfect lookout (2 USD). Another view point would be using the Teleférico and walk to the summit of Rucu Pichincha but it is very expensive and to go there you need to take a taxi (at least 5-6 USD). We decided to visit a concert with soundtracks of the last decades instead. Teatro Nacional offers plays and concerts for three Dollars. Some of them take place in Teatro México a little further south. For more culture the recently renovated Museo Nacional at the Centro de la Cultura could be a good place. The newspapers told us it reopens that day but going there they sent us away, the reopening was on the following day.

That day I left Quito to go south. I left my camping gear in the hostel and took the Tole bus C4 to the Terminal Quitumbe, where I jumped on a bus to Baños de Agua Santa (4,50 USD; frequently, different companies). I sat on the left next to the window to see the famous volcano Cotopaxi but it has been to cloudy to see anything. Instead I was impressed by Ecuador being so green. Baños is located in between green mountains and invites to do lots of activities and extreme sports. The weather was super nice when I arrived so I just checked on the tourist information and some agencies and took a bus up to Casa del Árbol (“tree house”; every 2h, 2 USD). For one Dollar you can use swings as often as you want, climb into the tree house itself and enjoy lovely views of volcano Tungurahua and other mountains nearby. I decided to walk back to town on small paths, passing fields, green houses, cows and the Café del Cielo (“Café of the sky”). Back at the Hostal Timara I was able to enjoy my cheap single room (same price than a bed in some other hostel’s dorms) but they threw away my dessert because I didn’t write my name on it. Actually there has been no pen and no one at the reception when I left. Thanks for that… NOT! If only the rest of the kitchen would be that clean and well equipped as they do the fridge.

On the second day I went canyoning at Río Blanco which means climbing up some mountains to abseil in waterfalls. Climbing is nothing new to me but inside masses of down streaming water it was a next level experience – and a lot of fun! I was happy to be part of a tiny group of four girls and enjoyed being outside though our guide was in a real hurry all the time. With one of the girls and one of the agency’s owners I enjoyed really delicious local lunch at Kichua Food Restaurant where you get everything as vegetarian version. After a short digesting break I spontaneously jumped off a bridge. It is called puenting (“puente” = “bridge”) and is similar to a bungee jump but turns out to be a huge swing under a bridge. In that canyon surrounded by all that mountains it has been a beautiful experience.

For day three I booked a jungle tour to Puyopung (25-70 USD, depending on the agency). I was a little bit disappointed because I was told that I will see lots of different animals and plants but then the guide told us we just go to a selva secundaria which means almost nothing special to see. It was mostly insects and trees. Before I finally reached the jungle I was sent from one agency to the other because of them running tours together in low season. The tour then included a 30 minute cruise in a traditional canoe without telling us that we will get completely soaked, a walk to a beautiful waterfall where you can take a bath (if you’re told that you need to bring bathing clothes), some tunnels of former traditional rites – bats inclusive – and the view from above a hill, lying in some hammocks and using a swing above the abyss. Lunch was delicious and after visiting the comuna Kotococha where we got chicha [see Perú] and were explained how they hunted and danced some generations ago, we had enough time to stop at one family’s house to see how chocolate is made [see Belize]. For two Dollars we got fresh baked yucca bread with cheese and on the way back we were lucky to see the snowy top of Volcán Sangay, which can hardly be seen most of the days.

Due to my broken camera – yeah, again and this time completely – I decided to skip the third day in Baños doing the biking tour along the Ruta de las Cascadas and drive immediately to Guayaquil instead (several buses daily, 10 USD). Crossing the green Andes was really impressive and suddenly we were west of the mountains with banana trees everywhere and a lovely sunset. Unlucky me didn’t see the highest volcano Chimbarazo. The clouds have been hanging way too low again. But I recognized a lot of street signs about saving the nature, not throwing trash out of the cars and saving water. Maybe that’s the reason why everything is quite clean everywhere. What I really dislike in Ecuadorian buses is the high volume of action movies during the whole trip. Reaching Guayaquil I got smashed by the heat and humidity. But I had a very important task: On my only day there I walked to the Mall del Sol and straight into the Sony store to by a new camera. Hopefully it was the last money I spent on that, because that model is actually a very good one. Afterwards I had the option to walk even further (or catch a bus which needs the same time all over the crowded city like walking) to the old town, the Malecón and the Faro (lighthouse), but I was too lazy and went back to my hostel to have some long phone calls with home. 🙂 I seemed to be tired of sightseeing and cities because I felt almost the same in Quito already. But then, after one more night, I started the next very special trip walking to the airport: a flight to the Galápagos islands! [Read everything about it here.]

After eight days in paradise I flew back to Quito. Most flights go via Guayaquil which is really funny because it is like driving by bus. The plane stops at the airport, some of the passengers get off, others get in and some just stay seated. Using the toilets is forbidden while staying at the airport. Landing in Quito I experienced a thunderstorm with one flash hitting the plane. Besides the small shock you get nothing else happened. Then I drove to town even more “luxuriously” in an airport taxi (30 USD) shared with Rudolf and Niko who were part of my cruising group on the Galapagos islands. We met each other the very next day in Mitad del Mundo, north of Quito. Several buses run frequently (less than 1 USD, but 1h) into the town located directly on the equator. For five Dollar entrance fee one can climb the huge monument, visit the museum inside and different other museums (chocolate, beer, ice cream, train, …) in the tourist village with lots of shops and restaurants. A yellow line crosses the whole place to display the equator. Close by is the Reserva Geobotánica Pululahua (free). Part of the way can be driven by bus directing Calacalí (It has a plaza on the equator as well where the former monument is built.) or take a taxi. Shortly before reaching the view point of the reserve you can visit kind of a sun temple, but Rudolf, Niko and the lady at the entrance of the reserve told me you better don’t. It is an art gallery with paintings and sculptures (3 USD). The view point is situated on the rim of a huge crater. It is no active volcano. The special thing is the small farm houses and huge fields inside it. I guess because of the super good soil in there. We could not see volcán Pululahua and we needed to wait drinking tea and eating delicious cake until the clouds disappeared for a minute to have a look into the wide crater. Because of them and the fact that it has been already late afternoon we didn’t walk down and went back to Quito – in the evening traffic it took us more than one hour.

The same happened to me in the morning, driving to the bus terminal Carcelén (C5 or C1 with a change of buses at the final stop) to catch a bus to Otavalo (8 USD, every 10 min.), my last stop in Ecuador. After putting my backpack into the bus’ trunk and not receiving any control paper as I did everywhere else I remembered that it is recommended to take everything with you. But me and my backpack arrived save and sound. It was Saturday which means a huge market was held all over the city centre. I missed the animals market in the morning but there was still a lot to see. On every other day of the week the handicraft market is on Plaza de Poncho with a quieter atmosphere and lower prices. (The prices are cheap anyway.) On Sunday I had a long walk up the hills to a 1.000 year old tree on the view point El Lechero from where you can see Laguna San Rafael and further to the Parque del Cóndor, a sanctuary for rescued birds of prey (4,75 USD). I spent two hours in front of their big cages and one more watching the show which was super interesting and funny the same time. Using small paths along fields and through woods I finally reached the Cascadas de Peguche. It was very crowded by Ecuadorian people on weekend trips and a big contrast to the first half of my day. On the way back to town I – like often – passed a group of men playing a form of volleyball with a football while lots of others watched them. And again I’ve seen women’s football matches. They reminded me of the upcoming world championship that I’m going to see in Colombia.

Talking about that I started the new week travelling to the boarder. First is a bus to Ibara (less than 1 USD; 45 min.) and second one to Tulcán (3 USD; 2,5-3h). As always the too loud noises of action films caused a headache. What I like instead in Ecuadorian buses is the plastic bags on every seat so everything is really clean. A funny side fact is the bus companion jumping off the bus in some places to get a card stamped (his working hours/the driver’s/???). The last ten kilometres to the boarder Rumichaca are managed by taxi (3 USD – For that price I am not even allowed to get into a taxi in Stuttgart! ^^). Due to the masses of refugees from Venezuela the time at the Ecuadorian migration office can vary from several minutes to several hours. It is one line for both, entry and exit. As a tourist line up on the back of the building near the toilets together with all the not-Venezuelan people. It is faster! I chatted with a British guy to shorten our two hours of waiting time. Crossing the bridge to the other side of the river is accompanied by money changers. Better rates are supposed to be on the Colombian side. There everything goes super fast (2 minutes) and with taxi colectivos (white transporters) we drove to Ipiales (ca. 1 USD) where lots of buses run north.

Maren

- Lehrerin auf Abwegen - Der Sommer wird für mich von August 2017 bis August 2018 anhalten, weil ich ein sog. Sabbatjahr einschiebe, um endlich das Reiseziel Südamerika anzusteuern. Was sollte da näherliegen, als in Nordamerika anzufangen, um über Zentralamerika den Süden zu erreichen? ;)

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