Dreiländereck Argentinien, Brasilien & Paraguay

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Nach den Busfahrten nach Montevideo und über Nacht nach Salto (beides noch Uruguay), setzte ich meinen Busfahrmarathon von über 24 Stunden weiter fort, denn mich begrüßte gruselig schlechtes Wetter und die Prognose für die gesamte Woche war echt schrecklich. Ich überquerte per Bus nach Concordia (146 UYU mit Flechabus) die Grenze per Staudamm (Salto Grande), den ich eh anschauen wollte. Die Einreiseformalitäten erfolgen gleich dahinter. Seit Neuestem gibt es keinen Ausreisestempel für Uruguay mehr, aber den für die Einreise nach Argentinien. Wenn ich es richtig verstanden habe, habe ich erneut volle 90 Tage Touristenvisum bekommen. Auch auf dieser Seite des Grenzflusses Uruguay standen die Straßen unter Wasser und ich bekam auf dem Weg ins nahegelegene Dolce Caffé erst einmal nasse Füße. Nach drei Stunden Wartezeit und etlichen erfolglosen Versuchen, mein verbliebenes Geld zu wechseln, fuhr der nächste Bus nach Mercedes (Región Corrientes; bereits in Salto gelöst, 555 UYU mit Nuevo Expreso). Es regnete die gesamte Fahrt über. Wir passierten die Colonia Alemana und ein dazugehöriges, ziemlich verstörend wirkendes deutsches Ausflugszentrum, wo sich der Bundesadler auf dem Modell einer Windmühle drehte und sich Schafe unter den Dächern der Bungalows unterstellten. Mir fiel weiter auf, wie flach das Land hier ist und dass eigentlich fast alles unter Wasser steht. Zwischendurch leuchteten die Früchte der Orangenplantagen freundlich in den grau-trüben Tag. Von Mercedes wollte ich direkt weiter nach Colonia Carlos Pellegrini, doch an diesem Tag gab es kein Weiterkommen und so schlief ich eine Nacht im Hotel El Gauchito (350 ARS) direkt neben dem Busterminal. Mehr als etwas Frühstück einzukaufen schaffte ich nicht mehr, doch ich unterstelle der Stadt, dass sie eh nichts Sehenswertes bereithält. Das Einzige, das mich begeistert, sind die Männer, die hier immer noch in traditionellem argentinischem Outfit unterwegs sind: Stoffschuhe, Reithose, Hemd und Hut sowie breiter Gürtel.

Concordia

Am nächsten Morgen um 7 Uhr überquerte ich die Straße wieder gen Busbahnhof, wo ein Minibus (Transporte Ortíz) abfahren sollte. Doch das tat er seit Tagen nicht mehr, weil der Dauerregen laut Aussagen der Touri-Info die Straße in einen so schlechten Zustand versetzt hatte, dass sich nur noch ein (wohl unerschrockener) Bus(-fahrer) am Tag auf den Weg macht – leider erst um 12.30 Uhr (190 ARS, Crucero del Norte). Zusammen mit einem Paar aus dem Hotel wollte ich ein Taxi nehmen, doch der Preis war unverschämt hoch und so fragten wir, ob wir unsere Zimmer noch einmal beziehen dürfen und schliefen bis zum Checkoutzeitpunkt. In der Panadería La Abuela – dem einzigen Café, das wir finden konnten – gab es ein zweites Frühstück, nach vier leeren Geldautomaten hatte ich schließlich auch wieder Bares, doch um 12.30 Uhr stand der Bus immer noch mit offenem Motorraum auf der falschen Seite des Gebäudes. Mit ordentlich Verspätung fuhren wir schließlich los. Erst kamen wir total zügig voran, weil es eine ganz normal asphaltierte Straße war, doch das änderte sich plötzlich und mir war klar, warum das andere Busunternehmen sowie Privatleute streikten. Wir schlitterten durch Schlamm, drifteten regelrecht wie auf Glatteis und auch wenn der Fahrer sehr souverän wirkte, gab es mehrere Momente, in denen ich Angst hatte, dass wir im Wassergraben landen, stecken bleiben oder einfach umkippen würden. Ein Video zu machen, war unmöglich, denn der Dreck spritzte bis auf die Höhe der Fenster und die Sicht nach draußen war rasch unmöglich. Irgendwann wurde es etwas besser, doch wir brauchten eine halbe Ewigkeit, bis wir schließlich ankamen. Kleiner Luxus im sonst sehr maroden Bus: Man wird vor der gewünschten Haustür/Hofeinfahrt abgesetzt.

In Colonia Carlos Pelligrini herrschte ein ganz anderes Bild. Kurz vor Erreichen der Stadt und dem Überqueren der rumpeligen, einspurigen Brücke an der schmalsten Stelle der Laguna Iberá, hörte es auf zu regnen und die Sonne schien. Ich baute mein Zelt auf dem schönsten Campingplatz auf, den ich je gesehen hatte (Camping Camba Cuá, 100 ARS, also keine vier Euro und ich hatte ihn ganz für mich alleine!), und wurde von Max, der in leitet, ausführlich darüber informiert, wo ich mich befinde, um was es beim Schutz dieses Landstriches geht und was ich für Ausflugsmöglichkeiten habe. Außerdem ist er der Erste, der mir endlich den Unterschied zwischen den zwei bzw. drei Wörtern für „Wald“ im sprachlichen Gebrauch Lateinamerikas erklären konnte. Danach schlenderte ich durchs Dorf, um etwas Obst und Gemüse einzukaufen. Alle Straßen sind aus Sand, es gibt keine großen Häuser und kaum Autos. Daher ist es unglaublich ruhig und idyllisch. Überall spazieren Vögel herum oder stehen Pferde im Vorgarten. Die Plaza ist eine gepflegte Grünfläche mit Bänken und einem Spielplatz aus Holz. Es gibt sogar eine kleine, gepflasterte Fußgängerzone, nicht, dass die hier nötig wäre. Um 19 Uhr traf ich mich auf dem Campingplatz mit Paula und Sven, denn Max leitet nicht nur den Campingplatz, sondern arbeitet auch als Guide für das Naturschutzgebiet Parque Iberá. Für nur 100 ARS bieten die Guides die so genannte „Caminata nocturna“, den nächtlichen Spaziergang, an. Mit seinem Boot fuhren wir unterm Sternenhimmel und mit einem Gewitter am Horizont zur Station der Parkwächter. Von dort aus ging es über Trampelpfade, Holzstege und Graswege durch den kleinen, für Besucher freigegebenen Bereich des riesigen Naturreservats. Wir waren von unglaublichem Glück gesegnet, denn alle paar Schritte begegneten wir einem Tier. Den für die Gegend bekannten Carpinchos (auch Capivaras), einigen Armadillos, einem Reh einer besonderen Art, einem Kaiman, einer mini Eule, den großen Chajá Vögeln, genannt nach ihrem Warnruf, Fledermäusen, Fröschen und natürlich Millionen von Insekten (Mein Mückenspray ging natürlich zuvor zu Ende), zwei Waschbären und einer Wildkatze. Es war ein tolles Gefühl in der Nacht bei leichtem Wind und dem Wetterleuchten am Horizont draußen unterwegs zu sein. Es war immer noch recht warm, also schloss ich nur die Insektennetze meines Zeltes und schlief mit Blick auf die Sterne ein. Mitten in der Nacht kletterte ich aus meinem Schlafsack, um von der Wiese aus den gesamten Sternenhimmel zu betrachten. Es ist unbeschreiblich, wie viele leuchtende Punkte mich von der Milchstraße herunter anblinzelten.

Gleich am Morgen um 8 Uhr trafen wir vier uns schon wieder. Dieses Mal zur zweistündigen Bootstour, die zwischen 8 und 16 Uhr von den Guides angeboten wird (800ARS/1Person, 400/2, 300/3, 250/4, usw.). Max gab uns wieder die nötigen und super interessanten Informationen zur Flora und Fauna und wusste genau, welche Stellen im Ufergras der Laguna Iberá er ansteuern musste, um uns jede Menge Carpinchos, Kaimane und die unterschiedlichen Vögel zu zeigen, darunter wunderschöne Enten und der Königsfischer. Am beeindruckendsten war der Garza mora, der Weißnackenreiher, einem der größten der Welt. Später zog ich dann zu Fuß los, über den langen Damm und die Brücke, um die Wege des Parks bei Tageslicht zu gehen (Anmelden obligatorisch, aber keine Eintrittsgebühr). Doch ich war nicht ganz so glücklich wie am Morgen und am Abend zuvor. Die Brüllaffen zeigten sich nicht und ließen auch nichts von sich hören, die Carpinchos waren wohl noch auf den schwimmenden Inseln in der Laguna unterwegs und das Glück, die um mich herumflatternden Schmetterlinge ablichten zu können, hatte ich auch nicht. Aber die Geier kreisten wie am Morgen weiter am schwarzen Himmel. Der Maguari Storch, der mit mir das herannahende Gewitter beobachtete war mein Highlight. Aber a propos Gewitter: Ich hatte vor lauter Faszination über die Tier- und Pflanzenwelt um mich herum nicht mitbekommen, dass der Wind gedreht hatte und das Unwetter auf mich zurollte. Ich wurde klatschnass und musste fast eine Stunde in der Rangerstation warten, bis ich ins Dorf laufen konnte. Das Wasser stand auf der Straße und ich war froh, dass ich eh schon von Kopf bis Fuß durchweicht war, denn es hätte keinen Weg außer den durchs knöcheltiefe Wasser gegeben. Und dann kam der Moment, in dem sich die schlimmsten Befürchtungen bewahrheiteten. Ich hatte mein Zelt extra unterm Dach aufgebaut, weil ich weiß, dass es nicht mehr ganz dicht ist. Als ich ging, war das Wetter so toll, dass ich es aber nicht ganz geschlossen hatte. Der starke Wind trieb den Regen natürlich fast waagerecht und somit unters Dach und über all meine Sachen. Alles war klatschnass, im Zelt schwamm meine Matte und ich war froh, dass wenigstens der Inhalt meines Rucksacks noch trocken war. Ich vergaß also die heiße Dusche und zog im strömenden Regen mit all meinen Sachen unter das größte Dach, hängte alles über die Holzbalken und an meine Campingwäscheleine, zog zwei Schichten trockene Sachen an und wartete darauf, dass alles im Wind wieder trocknete. Doch es hörte nicht mehr auf zu schütten und ich fror. Max kam irgendwann vorbei uns lud mich ein, in seinem kleinen Büro zu schlafen. Ich nahm das Angebot an, um trocken ins Bad zu kommen und nicht mitten in der Nacht durch mehrere hundert Meter unter Wasser stehendes Gras stapfen zu müssen, denn der Bus zurück nach Mercedes fährt immer um 4 Uhr in der Früh (Crucero del Norte, 190 ARS).

Der Bus fährt doch nicht immer um 4 Uhr. Auf Grund der äußerst nassen Wetterlage fuhr er erst um 5.30 Uhr. Max bestellte ihn für mich vor die Tür und stand sogar für mich auf, um mich mit großer Taschenlampe zum Tor zu begleiten, denn das Dorf stellt nachts den Strom ab. Es hatte endlich aufgehört zu regnen und so konnten wir einen perfekten Sternenhimmel inklusive sekundenlanger Sternschnuppe sehen. Die Rückfahrt nach Mercedes hielt Füchse auf der Straße und ein kurzes Liegenbleiben bereit. Ohne Unwetter war es sogar möglich, ein Handyvideo vom Driften durch den Matsch zu drehen. Ich überbrückte einige Wartezeit wieder in der Panadería. Der Taxistand am Busterminal nimmt Gepäck für 20 ARS. Dann ging es mit ERSA für 306 ARS nach Corrientes, der Hauptstadt der Region, ein kleiner Snack war inklusive, doch ich saß drei Stunden eingepfercht zwischen ausladenden Menschen vor und neben mir. Glück hatte ich dann beim nächsten Ticketkauf, denn der Bus nach Puerto Iguazú, der schon längst hätte weg sein sollen, hatte Verspätung und so konnte ich direkt weiterfahren, statt wieder stundenlang auf den Nachtbus zu warten. Nach acht Stunden – leider ohne WiFi, dafür mit zwei Portionen Snacks, weil der Bus auf der letzten Etappe fast leer war – erreichte ich also den nordöstlichsten Zipfel Argentiniens (Río Uruguay, 800 ARS). Busfahren ist hier echt teuer, dafür, dass er wie ein Chickenbus überall anhält, wo Leute ein- und aussteigen wollen. Aber ich hatte zwei Sitze für mich, konnte etwas schlafen und vor Sonnenuntergang noch einige Ñandús zwischen Kühen auf den Weiden sehen.

Im Dreiländereck Argentiniens, Brasiliens und Paraguays verbrachte ich vier Tage. Das Hostel Iguazú Falls in der Nähe des Busterminals war meine Ausgangsbasis. Ich begann mit einem gemütlichen Tag in der Stadt Puerto Iguazú. Über das Zentrum und die Avenida Costanera gelangte ich zu Fuß bei aufklarendem Himmel zum Aussichtspunkt Hito Tres Fronteras, wo die beiden Grenzflüsse Río Uruguay und Río Iguazú aufeinandertreffen. Eine blau-weiß-blaue Steinsäule markiert die argentinische Seite an den Grenzflüssen. Man kann das jeweilige grün-gelbe und rot-weiß-blaue Pendant auf den anderen Uferseiten der Flüsse erahnen. Hier gibt es auch ein Monument mit den drei Flaggen und einige Souvenirstände. Außerdem passiert man auf dem Weg ein altes Passagierschiff und das Denkmal für Alvar Núñez, der 1541 die Wasserfälle entdeckte. Mit dem Bus – Ziel km5 – fuhr ich dann kreuz und quer durch die Stadt zum Zentrum für verletzte Wildtiere, GüiráOga. Dort bekommt man für 250 ARS eine Führung durch die Anlage, bekommt erklärt, warum die einzelnen Tiere hier sind und wie man versucht sie wieder auszuwildern bzw. warum es leider nicht möglich ist. Manch zerrupftes Federvieh war zum Verlieben und die knapp zwei Stunden vor Ort sind absolut lohnenswert, weil man den Tieren sehr nahe kommt. Wir waren nur vier Leute, was die ganze Sache noch genussreicher machte. Am Ausgang bekommt man dann einen Gutschein für die nahegelegene Ice Bar – den Sinn daran, eine solche in einem immer warmen Gebiet einzurichten, entzieht sich mir völlig – und 10% Ermäßigung für einen Besuch von La Aricupa (Das ist der Name einer traditionellen Lebendfalle für Tiere.). Dabei handelt es sich um ein riesiges Haus, gebaut aus uralten Baumstämmen aus allen Regionen des Landes, um auf ein Projekt zum Schutz von Wäldern hinzuweisen. Viel Souvenirs und traditionelle Handwerkskunst ist nebenbei zu besichtigen/kaufen. Ich entdeckte dabei jedoch eine neue kulinarische Spezialität: Essbarer, süßer Baumstamm. Dass es einen Baum gibt, der von Tieren komplett als Nahrungsmittel gilt, habe ich bei der Tour zuvor gelernt, nun konnte ich selbst von dessen Stamm probieren. Ungewöhnlich, aber lecker! Ebenfalls gut sind die Chipas, kleine Brötchen mit eingebackenem Käse, die es wohl vor allem auch in Paraguay gibt. Die Casa de las Botellas, „Das Haus der Flaschen“, oder besser Haus aus Flaschen, sah ich nur von außen, da es doppelt so teuer ist, wie die anderen Sachen und ich keine Lehrstunde über Recycling von Plastik benötigte. Dafür ging ich noch im Jardín de los Picaflores vorbei. Dabei handelt es sich um einen kleinen Privatgarten, in dem man für 100 ARS bis zu acht verschiedene Kolibriarten beobachten kann. Sie werden hier mit Zuckerwasser zugefüttert. Was für ein Spektakel! Leider ging hier zum zweiten Mal auf dieser Reise mein Kameraobjektiv kaputt und es gibt somit nur einige Handyfotos/-videos. Der „Aufpasser“ vor Ort konnte mir jedoch neben unzähligen Infos zu den Vögeln auch gleich Tipps geben, wo ich neues Equipment erstehen kann, und lud mich ein, mit funktionierender Kamera und selbem Eintrittsticket noch einmal wieder zu kommen. Darauf verzichtete ich auf Grund der anderen Programmpunkte jedoch.

Am nächsten Morgen fuhr ich nämlich zu den berühmten Wasserfällen des Río Iguazú. Auf argentinischer Seite heißen sie Cataratas de Iguazú und sind vom Busterminal Puerto Iguazús mit Crucero del Norte (selber Preis?) oder Río Uruguay (170 ARS Hin- und Rückfahrt alle 20min.) erreichbar. Den Eintritt in den Nationalpark von 600 ARS kann man auch mit Kreditkarte bezahlen, Bootstouren bei Iguazú Jungle (300 ARS für eine 30-minütige ruhige Fahrt oberhalb der Fälle, super schön!, 1200 ARS fürs Nasswerden am Fuße der Fälle, Kombination aus beidem 1400 ARS) sogar mit Maestro-Karte. Es gibt ausreichend Wege zu gehen. Den Sendero Verde kann man nutzen, um zu den Rundwegen zu gelangen, die unterhalb (Sendero Inferior) und oberhalb (Sendero Superior) einiger Kaskaden entlangführen und jede Menge Aussichtsplattformen bereitstellen. Mit dem Zug (inkl.) oder zu Fuß gelangt man zu den Stegen, die zur Garganta del Diabolo führen („Teufelsschlucht“ oder auch „-kehle/-schlund“). Ich tat dies in dieser Reihenfolge (absolut empfehlenswert!), nutzte den Elektrozug für den Hin- und die kleine Bootstour mit ein paar Metern Fußweg für den Rückweg. In der Nebensaison hielt sich die Anzahl der Leute trotz (langem) Wochenende (Feiertag in Paraguay) in Grenzen bzw. alles verlief sich recht gut im gesamten Park. Leider war der Weg zum Bootsanleger, um (ebenfalls inkl.) auf die Insel San Martín zu gelangen, aktuell durch einen Erdrutsch unpassierbar und die Insel somit unerreichbar. Es blieb dafür Zeit, den ersten Rundweg noch einmal in komplett anderem Licht zu gehen. Im Park gibt es überall Toiletten, kleine Restaurants und Trinkwasser, aber auch viele Nasenbären, hier Coatís, die nicht davor zurückschrecken, die Rucksäcke und Tasche aufzureißen, um an Essen zu gelangen. Ich war mit Klaus, den ich bereits in Buenos Aires kennengelernt hatte, sowie Emma und Lara aus meinem Hostel unterwegs, jedoch leider ohne Kamera, ein seltsames Gefühl. Beim Verlassen des Parks kann man sein Ticket mit dem Reisepass für einen zweiten Besuch zum halben Preis am nachfolgenden Tag validieren lassen. Das haben wir jedoch nicht genutzt, denn…

… wir wollten auch auf die brasilianische Seite der Wasserfälle – Cataratas do Iguaçu. Die Busse von Río Uruguay fahren einmal die Stunde für 80 ARS (8.30-14.30 Uhr Hin- und bis 17 Uhr Rückfahrt) auf die andere Seite des Grenzflusses. Dabei hält der Fahrer beide Male an den beiden Migrationsposten Argentiniens und Brasiliens. Man muss sich ordnungsgemäß Ein- und Ausreisestempel holen, auch wenn man nur einen Tagesausflug macht. Billiger gelangt man auch mit einem Bus nach Foz do Iguaçu und von dort mit einem zweiten zu den Cataratas. Doch diese haben keine festen Fahrpläne und brauche um ein Vielfaches länger. Außerdem halten und warten sie nicht unbedingt an den Grenzposten. Der Eintritt von 62 Reales kann an der Kasse oder mit Kreditkarte an einem Automaten gelöst werden. Dabei wird man in menschlicher und Automatengestalt gleich mehrfach mit Werbung für andere Ausflugsziele auf brasilianischer Seite versorgt. Ein Bus (inkl.) bringt einen zum recht weit entfernten Park mit einem Rundweg. Man hat einen wunderbaren Blick auf die langgestreckte Pracht der Wasserfälle Argentiniens und kann auf einer Plattform etwas flussabwärts von der Garganta do Diabo den Sprühnebel genießen. Auch hier kann man Touren zu Wasser buchen, aber auch einen Helikopterflug. (Dieser ist auf argentinischer Seite verboten, da Naturschutzgebiet.) Wenn man durch den Wald gehen möchte, muss man den selben Preis noch einmal bezahlen und kann dies nur in Form einer geführten Tour machen, denn die beiden anderen verfügbaren Wege sind in Privatbesitz. Ich war davon wenig angetan und fuhr mit Emma zurück in die Stadt. Ein leckeres Eis und lange Gespräche, entspannt am Hostel-Pool sitzend, erschienen uns lukrativer. 🙂 Nebenbei erholten wir uns von dem Schock, den eines der Coatís ausgelöst hatte, als es Emma die Kekspackung vom Schoß klaute. Glücklicher Weise hat es nicht gekratzt oder gebissen und das Essen auf der Flucht verloren.

Drei Tage, drei Länder ist hier möglich und so fuhren wir an meinem letzten Tag in der Gegend gemeinsam nach Ciudad del Este in Paraguay. Wieder mit Río Urugay (50 ARS) ging es ohne Halt an den brasilianischen Grenzposten über beide Grenzflüsse in die Stadt des Shoppings. Doch was uns da erwartete, erschlug uns fast. Nach dem ruhigen Süden erlebt man hier wieder Lateinamerika in voller Dosis. Schiefe Gebäude, in jede Ecke hineingedrängte Verkaufsstände, lebensgefährlicher Straßenverkehr scheinbar ohne jede Regel und Unmengen von Plastik(-müll). Wir waren kurz völlig überfordert und mich lenkte nur das große Gepäck, das ich bei mir hatte, ab. Also gingen wir direkt in den empfohlenen, seriösen Elektrofachhandel Nissei (die zweite Wahl wäre Mega Electrónico), um nach einer Lösung für meine Kamera zu schauen. Dort konnte ich meinen Rucksack unter den wachsamen Augen der Security parken und auch, als wir den Laden für eine Spazier- und Nachdenktour samt Lunch noch einmal verließen. Am Ende kaufte ich ein neues Objektiv und zwangsweise eine neue Kameratasche, Emma wurde auch noch fündig, wir nutzten freies WiFi und Trinkwasser und machten um die ganzen geklauten und billig produzierten Markennachahmungen einen großen Bogen. Dem plötzlich einsetzenden, starken Regen konnten wir dann nicht ganz entgehen und die vielleicht beste Idee war es, auf Socken durch die überfluteten Straßen zu waten, um danach wieder in trockene Schuhe schlüpfen zu können. Emma stieg zurück in den Bus nach Argentinien und ich in ein Taxi zum Flughafen Guaraní (200.000 PYG). Dadurch kam ich noch bei Tageslicht und trocken an. Leider gab es nichts zu essen. Außer Toiletten und WiFi gab es eigentlich gar nichts und ich dachte schon, ich sei falsch. Doch irgendwann konnte ich tatsächlich einchecken und verließ die Stadt in einer kleinen Maschine gen Hauptstadt Asunción. Dort musste ich wieder lange warten, aber die Zeit reichte nicht aus, um den Flughafen zu verlassen. Mitten in der Nacht hätte ich eh nichts unternehmen können. Und so flog ich schließlich in die pechschwarze Nacht gen Nordwesten.

 

— English version —

After the bus drive to Montevideo and the over night bus to Salto I continued my bus marathon of more than 24 hours because it was raining cats and dogs. The forecast for the whole week was terrible and so I bought two more bus tickets. The first crossed the boarder via the dam of Salto Grande to Concordia (146 UYU with Flechabus). I wanted to visit that place anyway. Right behind it the migration took place. Recently they stopped giving stamps for leaving Uruguay but I got another Argentinean that refreshed my 90 days of tourist visa. On this side of the River Uruguay the water ran down the streets as well and I got wet feet walking to the nearby Dolce Caffé to spent the three hours of waiting for the next bus to Mercedes (Región Corrientes; already bought in Salto, 555 UYU with Nuevo Expreso). It kept raining the whole drive. We passed the Colonia Alemania with a weird looking holiday centre and sheep searching for shelter on the terraces of the bungalows. I recognized how flat the land is in that area and I spotted orange trees every now and then – nice change in the grey, dark day. I wanted to go straight to Colonia Carlos Pellegrini but couldn’t get any further. So I spent one night at the Hotel El Gauchito(350 ARS) in an empty dorm,located directly next to the bus terminal. I managed to buy some breakfast for the next day and went to bed very early. I guess, there is nothing more to do in that town. But I liked the traditional way the men dress here: cloth shoes, horse riding pants, shirt, hat and huge woollen belts.

At 7am I crossed the road again to get the small private bus (Transporte Ortíz) but it didn’t show up. In the tourist office I was told it stopped running the route some days ago because of the very bad condition of the road due to the heavy rain. But one bus or better its driver is brave enough to go there once a day – but unluckily at 12.30pm (Cruzero del Norte, 190 ARS). With two other travellers I thought of going by taxi but the price was incredibly high and so we went back to bed until checkout time. Afterwards we waited in the only Café we could find, the Panadería La Abuela, and after four empty ATMs I finally got some money (There is none in the Colonia!), but coming back to the terminal the bus still stood on the wrong side with open engine. Delayed we finally started on a perfect paved road and wondered what the complications were all about. But this suddenly changed when we reached the dirt road which is nothing else but mud. We drifted like on ice and I feared for the bus crashing into the waters next to the street or fall to one side. It was impossible to take a video because of the mud splashing so high it reached the windows and we could not see anything. It took us hours to reach Carlos Pellegrini but while passing the shallow bridge crossing Laguna Iberá just before town the rain stopped and the driver stopped at any place we wished for.

I set up my tent on an empty but beautiful campsite (Camping Camba Cuá, 100 ARS) and was informed about the area, the protection of nature and animals and all the possible activities by Max who runs that place. Besides he was the first and only one who was able to explain the difference between the two or sometimes three words that are used for “forest” in Latin America. Along the sandy streets I went to the town centre to get some groceries. There is just small single storey houses, the Plaza is completely green with a wooden playground and nearby is a pedestrian path – as if it is necessary here. At 7pm I met the couple from the bus again and Max took us to the Parque Iberá by boat to guide us on the „Caminata nocturna“, the night stroll (100ARS). We were so lucky to see a lot of animals: For the area well known Carpinchos (Capivaras as well), some Armadillos, a special deer, a caiman, a tiny little owl, the huge Chajá birds, named after their alarming call, bats, frogs and millions of insects (What a coincidence that I ran out of bug spray exact this day), two racoons and a wild cat. It was kind of magic under the starlight, with the thunderstorm still going on on the horizon and some light wind. It was still kind of warm and so I closed just the insect nets of my tent to see the stars out of my sleeping bag. Unspeakably amazing!

The four of us met again the very next morning on the campsite. A second time Max, who works as a guide for the National Park as well, took us with his boat on the Laguna Iberá (800ARS/1person, 400/2, 300/3, 250/4, …). He explained so much about the flora and fauna and seemed to know exactly where to go and stop to show us as much animals as possible: Carpinchos, caimans, beautiful ducks, a lot of birds, especially the king’s fisher. Most impressive was the Garza mora, the white necked heron, one of the biggest in the world. Later I walked to the preserve to explore the paths at daylight. But I have not been as lucky as in the night before or in the morning on the water. The monkeys didn’t show up and I couldn’t catch the butterflies with my camera. In the end it started to rain heavily because of a thunderstorm. I needed to wait at the ranger’s station for more than an hour until I could walk back to town safely. I was already soaked so I didn’t care about crossing the street-wide puddles in town. Coming back to the campsite fulfilled my biggest fears: The whole meadow was set under water and the rain flooded my tent that has not been closed properly. Everything was completely wet except the things inside my backpack. So I skipped the hot shower and moved under a bigger roof to hang all my stuff to get it dry. But it wouldn’t stop raining so I got quite cold although I put on several layers of dry clothes. Max came by and invited me to sleep in his small office. I accepted that offer and moved again to stay in a dry warm place, near the bathrooms and closer to the street to head off at 4am – that’s when the bus leaves every “morning” to go back to Mercedes (Cruzero del Norte, 190 ARS).

The bus didn’t leave at 4am because of the road’s bad condition, but at 5.30am. Max guided me to the entrance gate with a big flash light. For the night electricity is off in town. It finally stopped raining and above our heads we could see the whole Milky Way and shooting stars lasting for seconds. What a night! On the road I saw foxes and we had a short break down. But when the sun came out I finally took a video of the bus sliding through the mud. I waited in the panadería again, having some breakfast, before leaving for Corrientes (ERSA, 306 ARS). It is the capital of the region and every bus transfer starts and ends there. I was lucky to get on the delayed bus to Puerto Iguazú, so I had no more waiting hours on terminals and in cafés and didn’t need to go over night. After eight hours – without WiFi but with two snacks in the almost empty bus in the end (Río Uruguay, 800 ARS)– I reached the most north-easterly part of Argentina. Going by bus is expensive here and it often stops like a chicken bus for people to get in or jump off in the middle of nowhere. But this time I had two seats and could “sleep” a little after the sun set down and I could no longer watch the cows and Ñandúsin the meadows.

I stayed four days in the tri-boarder region of Argentina, Brasil and Paraguay. The Hostel Iguazú Falls near the bus terminal was my base to explore everything. I started with a day in the town of Puerto Iguazú. Walking through the town centre and along the Avenida Costanera, passing an old passenger ship and a monument for Alvar Núñez, who discovered the waterfalls in 1541. I reached Hito Tres Fronteras, a viewpoint above the two rivers Río Uruguay and Río Iguazú, which built the boarder. A blue-white-blue stone column marks the Argentinean side and faces the green-yellow and red-white-blue version on the other shores. Just around the corner another monument with the three flags can be found and the whole place is flanked by souvenir shops. With a bus (direction 5km) I drove through the whole town to the sanctuary for injured animals GüiráOga, where I joined a guided tour along the cages. For 250 ARS the guide explains what has happened to the animals, what treatments they get and how they try to set them free again or why it is impossible to do so. They have a good sense of keeping the animals as wild as possible and you come close enough to take some pictures. In the end you get a discount for the nearby Ice Bar – I really don’t get the sense of cooling down a room to have everything made of ice in an area as hot and humid like this! – and for La Aricupa. (The word is a name for a trap that doesn’t hurt animals.) The place is about a giant house built of huge trunks. Each of them is a special tree of all the regions of Argentina. It is made by people who want to save the forests and shall teach people how important those old trees and forests are. The Casa de las Botellas, the “house of bottles”, was twice the price as the other places and I thought of not needing any explanation how to deal with plastic, so I skipped that one. But I visited the Jardín de los Picaflores. This is a private garden where up to eight different kinds of humming-birds come by to eat the offered sugar water. For 100 ARS you’re free to watch them as long as you wish to and one person is always there to answer questions and give some information. In my case it was information about where to go to buy new camera lenses as well. They stopped working – again !!! – exactly with the first picture I wanted to take surrounded by the humming-birds. On the website just smartphone pics now… But I was offered to come back without paying another time if I manage to get new equipment. But I didn’t for all the other plans I had.

The day after I drove to the Cataratas de Iguazú which are the huge waterfalls and cascades of Río Iguazú. From the bus terminal buses leave frequently (Cruzero Sur (same price?) or Río Uruguay (170 ARS return, every 20min.) and drive into the National Park on Argentinean side. The 600 ARS can be paid in cash or with credit card. Boat trips inside even with Maestro (Iguazú Jungle: 300 ARS 30min. ride above the falls, very nice!, or 1.200 ARS to get wet on the bottom; combination 1400 ARS). Sufficient paths and platforms/view points can be used within the park. Sendero Verde leads to the circled paths below (Sendero Inferior) und above (Sendero Superior) the cascades. With a small train (incl.) or by foot the farest end of the area is reached and footbridges lead to the Garganta del Diabolo (“Devil’s Throat). Together with Klaus, who I already knew from Buenos Aires, and Emma and Lara from my hostel I did it in that order which we all recommend, including the floating on the river. We were very sad that we could not go to the Isla San Martín. The transfer by boat is included in the entrance fee but after an earth slide the path to the pier is unusable at the moment. So we walked the first path again and enjoyed the views in different light. All along the park you can find toilets, small restaurants and portable water. Everyone should be aware of the Coatís who always try to steal food and might attack you to get some. Never leave your bags unattended. Leaving the park you can register the ticket with your passport (or copy or pic) to get back the very next day for half of the price. We didn’t do that because of…

… the Brasilian side of the waterfalls which can be visited as well. To reach the Cataratas do Iguaçu we took another bus from the company Río Uruguay (every hour 8.30am to 2.30pm and back until 5pm, 80 ARS return). The driver stopped on either side of the bridge across Río Iguazú to let the passengers get the stamps at the migration office. Even if you cross the boarder just for a day trip it is important to get them. The general bus to Foz do Iguaçu from where there is another one to the park is cheaper but takes a lot longer and doesn’t wait for you at the boarder. Besides they don’t follow a schedule. To visit the Cataratas the entrance fee is 62 Reales that can be paid at the cashier or with credit card using a ticket machine. In both cases you get a lot of advertisement for other attractions. A quite long bus ride (incl.) takes you to a single path and some view points. To see almost the whole cascades running down on Argentinean side is amazing but I didn’t like it as much as the other side. For more trails you need to pay the same amount again because of them being on private property. Boat tours and helicopter flights are offered as well (Not on Argentinean side because of the area being a natural preserve.), but that has not been any option for us. Emma and I returned to Puerto Iguazú to get some things done and eat delicious ice cream. We enjoyed the evening sun on the hostel’s pool chatting and recovering from the shock one of the coatís gave us when it stole Emma’s cookies right away from her lap. I am glad it didn’t hurt her and lost all the cookies on its way.

Three days, three countries is possible here and so we drove together to Ciudad del Este in Paraguay – again with Río Uruguay (50 ARS one way) but without stopping at the Brasilian border. I got my last exit stamp in Argentina and the entry stamp for Paraguay. We wanted to go shopping but in the end we just managed to see the camera place Nissei (another trustworthy one with new and not stolen products is Mega Electrónico) to get new lenses for me and camera bags for both of us. The rest of the small part of the city we’ve seen was somehow overwhelming. We were definitely back in Latin America as we knew it before spending some time in the south: loud, dirty, sellers of everything in any possible corner of the street, a lot of rubbish and traffic without rules. The only good thing was – even though I’ve been worried about it – that I could leave my big backpack with the security while looking at the offers and going out of the store for a while to think about my options. And we could use free WiFi and water in the store as well. But right at the moment when we wanted to leave for the buses it started to rain heavily. On socks we walked the flooded streets to have dry runners in the end. Emma went back to Argentina and I took a taxi to the Airport Guaraní (200.000 PYG) because I wanted to reach it with daylight and almost dry. But for that I arrived there before anyone else has been there. I first thought I am in the wrong place but in the end some more people came and finally I could check in shortly before the boarding. With a tiny passenger plane I got to the capital Asunción and had some more waiting hours. In the middle of the night it was impossible to do anything else than staying at the airport. And finally I took off into the dark night, direction north-west.

Maren

- Lehrerin auf Abwegen - Der Sommer wird für mich von August 2017 bis August 2018 anhalten, weil ich ein sog. Sabbatjahr einschiebe, um endlich das Reiseziel Südamerika anzusteuern. Was sollte da näherliegen, als in Nordamerika anzufangen, um über Zentralamerika den Süden zu erreichen? ;)

2 Gedanken zu „Dreiländereck Argentinien, Brasilien & Paraguay

  1. Hi Maren, it’s great to read about your experiences, and about our time together. The waterfalls are one of the most impressive places I’ve seen! And the Coatís, the most cheeky animals… I love the picture of the socks in the rain 🙂 I’m glad I met you. I wish you all the best at your next wonderfull, destination!! Enjoy, and I hope you’ll be able to take pics!

    1. Hi Emma!
      I’d love to do more trips with you. Hope you get back to European life without problems. 😉 and yes, I can take pics again, so I’ll take a lot in Galápagos. But your smartphone-socks-pic will stay the best! 🙂
      Lots of love from Ecuador!

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