Uruguay

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Uruguay – Mal ehrlich, hat sich jemand von euch schon einmal mit diesem Land auseinandergesetzt? Ich habe tatsächlich irgendwann in den letzten Jahren einmal eine Doku über die Hauptstadt Montevideo gesehen und mir zwar außer, dass vor allem am Wochenende Tango getanzt wird, nichts merken können, jedoch im Kopf behalten, dass ich da hin will. Jetzt war ich in diesem Land, das das kleinste spanisch-sprachige und gleichzeitig das stabilste, demokratischste und wohlhabendste Südamerikas ist. Den Namen „República Oriental del Uruguay“ (Republik östlich des Uruguay) verdankt es dem größten Fluss an der Grenze zu Argentinien. Die Kultur ist geprägt durch europäische Einwanderer, vor allem aus Spanien und Italien. Uruguays Geschichte beginnt quasi mit dem Kampf der Spanier, die das Gebiet 1516 eroberten, gegen die Portugiesen und im frühen 19. Jahrhundert dann gegen Argentinier und Brasilianer. Es folgte kurz darauf der Freiheitskampf einer stetig größer werdenden Gruppe Revolutionäre gegen die Spanier. General Artigas wird für seine maßgebliche Beteiligung im Volksaufstand zur Unabhängigkeit Uruguays und in den darauf folgenden Bürgerkriegen der Grenzregionen heute noch als Nationalheld gefeiert und dessen Urne steht in einem riesigen Mausoleum unter der Plaza de la Independencia in Mitten von Montevideos Altstadt. Mit Hilfe europäischen Kapitals kam es danach zur Modernisierung im Agrarsektor und im 20. Jahrhundert zur Demokratisierung und Bildung eines Sozialstaates, was die Stärke und Stabilität des Landes erklärt [Quelle: Museo Histórico Nacional, Montevideo].

Ich kam mit der Fähre von coloniaexpress aus Buenos Aires über die Bucht nach Colonia, von wo aus ein Bus nach Montevideo weiterfuhr (Kombiticket 900 ARS). Die Formalitäten der Migration wurden komplett am Fährterminal in Buenos Aires abgeschlossen. Bei der Anfahrt auf Colonia passierte die Fähre den Leuchtturm und am Terminal standen nicht nur die Transferbusse, sondern auch uralte Autos als Taxis bereit. Ich war kurz versucht, da zu bleiben, doch ich tat es nicht. Während der zweistündigen Busfahrt auf fast kerzengerader Strecke fiel mir auf, wie grün und gepflegt alles ist. Die wenigen Höfe, die wir passierten sahen deutlich einladender aus als die vermüllten Gegenden, die ich sonst aus Lateinamerika kenne. Die Anfahrt auf das Busterminal im Stadtteil Tres Cruces erfolgte über eine Allee mit riesigen Palmen. Die Hauptstadt Montevideo wirkte somit deutlich angenehmer auf mich als Buenos Aires. Sie ist mit 1,5 Millionen Einwohnern aber auch deutlich kleiner als die 7 Mio. Stadt auf der anderen Seite der Bucht. Aber eines änderte sich nicht: Auch hier gehen viele Leute nicht ohne ihre Thermoskanne und den Mate-Becher aus dem Haus.

Auf Grund des 1. Mai Feiertages habe ich tatsächlich vorab eine Unterkunft gebucht. Es wäre nicht nötig gewesen, denn auch hier ist die Nebensaison so weit vorangeschritten, dass kaum noch Touristen unterwegs sind. Ganz faul ließ ich mich von einem Taxi in die Ciudad Vieja, die Altstadt auf einer Halbinsel, bringen (260 UYU). Der Taxifahrer zeigte mir unterwegs gleich die interessanten Spots (z.B. die hässliche dt. Botschaft *hihi*). Meine Unterkunft lag in einer Fußgängerzone, was mich nach dem ganzen Lärm in Buenos Aires positiv stimmte. Als ich dann auch noch Tee und von der Party am Vortag übrig gebliebenen Nachtisch bekam, war klar, dass es mir hier gefällt. Mit dem mexikanisch-stämmigen Betreiber Iván lachte ich mich dann eine halbe Ewigkeit durch unterhaltsame Gespräche und lustige Videos über Uruguay und kam später in Ruhe dazu, etwas zu schreiben. Die Nacht war jedoch geplagt von Stechmücken, die mich gefühlt verstümmelten. Da ist er, der erste Nachteil der Reiseroute gen Norden…

Ich verbrachte einen gesamten Tag in Montevideos Altstadt. Wie auch in Buenos Aires sind viele Museen mit freiem oder geringem Eintritt und das nutzte ich dieses Mal endlich aus. Im Museo Andes 1972 (200 UYU) wird die tragische Geschichte einer uruguayischen Rugbymannschaft erzählt, die auf einem Flug nach Chile in den Anden abstürzte und zum Teil 72 Tage auf einem Gletscher ausharrend überlebten. Ein Film und jede Menge Texte in Spanisch und Englisch wirken ordentlich nach. Über die Tragödie / das Wunder gibt es sowohl ein Buch als auch einen Film „Alive“. Die Kathedrale kann man täglich besuchen und erreicht man wie fast alles über die Fußgängerzone Sarandí. Das im Reiseführer empfohlene Gebäude des Club Uruguay war leider verschlossen, doch die Außenfassade ist beeindruckend. Im Teatro Solís kam ich per Zufall genau zur Zeit der Führungen an und weil ich mich für eine in englischer Sprache entschied – Bei Führungen stelle ich immer fest, dass sie oft nichts mit dem Alltagswortschatz zu tun haben und ich Probleme habe, alles ausreichend zu verstehen. – bekam ich aus Mangel an internationalen Gästen eine Privatführung. Diese war, weil das mittwochs immer so ist, dann auch noch gratis. Das Theaterhaus ist nach altem europäischem Stil gebaut und deckt nach mehrmaligen Modernisierungen auch die Sparten Oper, Konzerte und Tanz ab. Um 15 Uhr öffnet die Kasse, um Tickets für Veranstaltungen zu kaufen. Diese kosten nur zwischen 270 und 420 UYU (bis zu 12 Euro), was ich gleich ausnutzte, um am darauffolgenden Tag das Staatsorchester anzuhören. Durch das Tor der alten Stadtmauer gelangt man auf die Plaza de la Independencia, unter der das Mausoleum Artigas‘ zu finden ist. Am östlichen Rand befindet sich das Museo de la Casa del Gobierno. Auch hier kommt man ohne Eintritt zu bezahlen hinein, darf jedoch keine Fotos machen. Ausgestellt werden die persönlichen Gegenstände der einzelnen Präsidenten, die chronologisch auf Gemälden zu sehen sind. Ich lernte zudem, dass das Land nach Artikel 1 der Verfassung allen hier Lebenden gleichermaßen gehört. Die Farben der Flagge ist ebenfalls darin vermerkt. Um die Ecke steht das ehemals größte Hochhaus Lateinamerikas, der Palacio Salvo, indem man sich heutzutage teure Appartements gönnen, oder wie ich das Museo del Tango besuchen kann (150 UYU). Dort lernte ich nicht nur, dass die Ära des Tango in Montevideo und nicht wie so oft angenommen in Buenos Aires begann, sondern auch die grundlegenden Tanzschritte und das erste komponierte Musikstück „La Cumparsita“ kennen. Außerdem durfte ich das Klavier kurz benutzen. Auch hier hatte ich eine Führung für mich alleine – und verstand alles auf Spanisch. 🙂 Das Besichtigen der Fotokunst im Centro de Fotografía kostet ebenfalls nichts. Auf drei Ebenen gibt es kleine temporäre Ausstellungen. Fotografieren ist erlaubt. 😉 Und schließlich durchwanderte ich noch die Flure des Museo Histórico Nacional (Casa de Rivera), das die Landesgeschichte erklärt [siehe oben] und den Palacio Taranco (Museo de Artes Decorativas), mit temporärer Ausstellung im Keller und der Besichtigungsmöglichkeit der Räume, eingerichtet in den 1920er Jahren in den beiden Obergeschossen. Beide Museen kosten nichts. Enttäuscht haben mich die beiden Markthallen Mercado de la Aundancia und Mercado del Puerto. Statt wie erwartet Händler und Kunst anzutreffen, gibt es aktuell nur Restaurants, von denen mindestens die Hälfte geschlossen hat.

Den zweiten Tag vor Ort verbrachte ich außerhalb von Gebäuden, denn die Sonne schien und die wollte ich genießen – dieses Mal tatsächlich in kurzer Hose! 🙂 An der Rambla, der Straße an der Meeresbucht, entlang marschierte ich munter vor mich hin von der Halbinsel der Altstadt hinunter, bis ich den ersten Sand unter den Füßen hatte. Mein Ziel war der Leuchtturm an der Punta Carretas. Unterwegs passierte ich eine schöne Grünanlage mit Blick auf die Stadt und ein Holocaust-Denkmal. Als ich die kleine Landzunge voll erreichte, stellte ich fest, dass sie ziemlich hässlich ist und der Leuchtturm flankiert wird von vielen Sendemasten. Ich lief nicht bis zum äußersten Punkt, sondern setzte mich auf einen Felsbrocken und erfreute mich am Sonnenschein, dem Vogelgeschrei und dem Rauschen von Wind und Wellen. Durch die südlichen Stadtteile spazierte ich wieder zurück und erreichte das sehr empfehlenswerte Café Brasilero in der Ciudad Vieja. Ich genoss nicht nur richtig leckeren Apfelkuchen mit Mandeln, sondern auch eine heiße Schokolade, in Argentinien und Uruguay „Submarino“ genannt. Dabei bekommt man auf zähe Konsistenz erhitzte Trinkschokolade in einem Glas heißen Milchschaums und verrührt dieses dann zu einer richtig intensiven Schoko. Das Ambiente ist wie in einem Wiener Kaffeehaus und die Attitüde des Brasilero ist Slow Food. Die Gerichte auf den Tischen der anderen sahen allesamt köstlich aus. Danach war ich noch beim Frisör, denn es war bitter nötig. Zwar ist die ganze Angelegenheit hier etwas billiger, doch das Prozedere dauert genau so lange. Was gibt es bei so kurzen Haaren denn so ewig hin zu föhnen, bitte? Wenigstens war das Ergebnis salonreif bzw. theaterhausreif, denn ich hatte mir am Vortag ja eine Karte fürs Konzert des Orquesta Filarmónica de Montevideo gekauft. Laut Information und Eintrittskarte „Wien bis New York“ sollten mich ein Klavierkonzert von Mozart und Teile aus Bernsteins „West Side Story“ erwarten. Mozart gab‘s tatsächlich, doch an Stelle von NYC landete ich nur ein Land weiter, denn es wurde Mendelssohns Sinfonie „Italia“ gespielt. Die hat mir sehr gefallen. Vorab interessant wurde es kurz bei der Kleiderfrage, denn natürlich habe ich weder chice Klamotten noch passende Schuhe dabei. Aber mit ein bisschen Kreativität wurde aus meinem Schal ein schönes Oberteil, das den Fleck auf der Jeans kaschierte und von den mittlerweile völlig ausgelatschten Turnschuhen ablenkte. In Sachen Klamotte hatten wahrscheinlich eh alle nur Augen für die Dirigentin, die in einem wahnsinns Abendkleid das Orchester leitete. Mein Fazit: Wenn kulturelle Veranstaltungen wie diese daheim auch so preiswert wären, würde ich öfter mal ausgehen, auch alleine. Und die zweite Erkenntnis: Ich vermisse mein Cello!

Was ich auch vermisse, ist es, ohne Geräuschkulisse schlafen zu können und nicht ständig aufzuwachen. Das war die vergangenen Nächte wieder einmal unmöglich, weil eine Frau in meinem Zimmer jede Nacht zu unmenschlicher Zeit aufsprang, laut polternd durchs Zimmer wankte, das Licht anmachte und sich komplett auszog, dann im Bettlaken eingeschlagen in die Dusche wackelte, um zwanzig Minuten später mit knallender Tür wieder zurückzukommen und schnarchend in die zweite Hälfte der Nacht startete. Das war der Grund, warum ich mir an meinem nächsten Zielort – Punta del Este – ein Einzelzimmer gönnte. Ich hatte sehr großes Glück mit dem Preis, jedoch nicht, was den Geräuschpegel anging… Dennoch blieb ich drei Nächte, denn ich wollte ja entspannen, faule Tage haben und viel Bloggen, um endlich mal wieder aktuell zu sein. Das ist mir geglückt. Dort hin kam ich mit einem Linienbus aus der Ciudad Vieja (26 UYU) und einem Reisebus des Unternehmens COT (288 UYU + 21 UYU Terminalgebühr). Neben diesem verlassen auch zwei andere das Terminal Tres Cruces in Montevideo rund um die Uhr in hoher Frequenz. Vorab buchen war also nicht nötig. Erst freute ich mich noch, dass ich innerhalb kürzester Zeit „on the road“ war, doch nach wenigen Minuten hatte der Reisebus eine Panne und steckte auf der mehrspurigen Stadtautobahn fest. Jedoch war sehr schnell ein Ersatzbus gefunden, alles Gepäck umgeladen, umgestiegen und nach zwei Stunden mit lückenloser WiFi-Verbindung erreichten wir Punta del Este. Ich sprang an einem Unterwegshalt hinaus, um zum Hostel RocaMar zu laufen, weil es näher war.

Natürlich galt mein erster Gang dem nahegelegenen, langen Strand Playa Brava. Doch die schwarzen Wolken, der leichte Nieselregen und der super starke Wind hielten mich davon ab, lange zu bleiben. Stattdessen nutzte ich Zeit für Einkäufe, meinen Blog und Netflix. Nach dem Frühstück im Innenhof des Hostels gab ich dem Wetter eine zweite Chance. Dieses Mal lief ich den gesamten Strand bis ins Zentrum der Stadt entlang. Dort ragen die Finger einer riesigen Skulptur aus dem Sand (Los Dedos) und ich wagte den erneuten Versuch: Mehr als meine Füße waren wieder nicht im Südatlantik, denn der Himmel war so grau wie am Vortag. Durch Teile des Zentrums und wieder am Wasser entlang spazierte ich bis zur Plazoleta Gran Britaña. Der Wind peitschte mir Gischt um die Ohren. Auf der Westseite der Halbinsel ging es hingegen deutlich ruhiger zu. Das Wasser der Bucht ist ruhiger, vom Wind ist nur ein laues Lüftchen zu spüren und so schlenderte ich am Leuchtturm vorbei zurück ins Zentrum, gönnte mir das super leckere und umfangreiche Tagesgericht im Olivia mit Blick auf den Hafen und erfreute mich über die herausblinzelnde Sonne. Zurück am Hostel beschloss ich, noch einmal zum Strand hinunter zu laufen und mein Glück zu probieren. Bis zur Hüfte stapfte ich in die Fluten, doch die Strömung und Brandung ist an diesem Strandabschnitt tatsächlich so krass, dass es mich glatt von den Füßen riss. Ich – die früher immer und überall im Wasser war und die durch hohe Wellen eigentlich nicht abgeschreckt werde – kämpfte mich zurück auf festen Boden und gab auf. Am nächsten Morgen verlängerte ich im Hostel spontan um eine Nacht und nutzte den dritten Tag sowie die erste Hälfte des Abreisetages wieder mit Bloggen und Lesen in der Hängematte sowie Bespaßen der jungen Katze. Die Sonne schien nun wärmend, doch am Strand das selbe Bild: Viel zu viel Wind, um lange sitzen bleiben zu können. Dennoch behalte ich das im „Winter“ super ruhige Küstenstadt in positiver Erinnerung.

Ich war hin und her gerissen, ob ich weiter im Osten noch andere Küstenstädtchen besuchen sollte, doch entschied mich dann dagegen. Mit meinen Rucksäcken stapfte ich 40 Minuten zum Busterminal, kaufte ein Ticket zurück nach Montevideo (300 UYU) und saß drei Minuten später im abfahrenden Bus. Am Terminal Tres Cruces löste ich ein Ticket für den Nachtbus nach Salto – auch hier gibt es mehrere (Agencia Central1000 UYU) – und lagerte mein Gepäck ein. Das geht mit Ticket für zwei Stunden gratis und kostet danach für vier weitere Stunden 128 UYU und gilt für bis zu drei Gepäckstücke. Eigentlich echt super fair. Die sage und schreibe acht Stunden bis Abfahrt um Mitternacht musste ich dann nur noch irgendwie füllen. Zunächst lief ich zum nahe gelegenen Estadio Centenario, dem Fußballstadion, das 100 Jahre nach dem Verfassungsschwur zur Unabhängigkeit des Landes (daher der Name) mit einem WM Spiel gegen Perú 1930 eingeweiht wurde, in dem Uruguay selbige erste Fußball-WM schließlich auch gewann (gegen den Nachbarn Argentinien) und das heute die uruguayische Nationalmannschaft sowie zwei Clubs aus Montevideo beheimatet. Ich war von zweierlei Dingen überrascht: Es ist zum Einen ein komplett offenes Stadion und wirkt ziemlich heruntergekommen. Zum Anderen befindet sich darin neben dem Museum für Fußball (150 UYU), was Sinn ergibt, aber auch eine öffentliche Primarschule unter einer der Tribünen, was wiederum sehr seltsam ist. Ich konnte leider nicht nachfragen, denn das Museum schloss, als ich ankam. Wem ich dort aber begegnet bin, hab ich erst einmal googlen müssen: Dem kolumbianischen Proficlub Deportivo Cali. Also verbrachte ich noch eine Weile im benachbarten Park an einer mit Lichtschranke und Alarm bewachten Statue eines Ochsenkarrens (Diese Gegend ist echt seltsam! Und es ist das Gebiet der Fahrschulen. Bestimmt zwanzig innerhalb einer Stunde.) und ging dann eine „Tarta salada de Zapollitas“ (Kürbis-/Zucchiniquiche) essen. In verschiedenen Sorten sind diese salzigen Kuchen neben Milanesa“ (Schnitzel von der Kuh im Brötchen) weit verbreitete Gericht im Land. Danach schlenderte ich durch die Einkaufsmeile am Busterminal und genoss den Ausblick im Wartesaal des selbigen. *haha*

Der Nachtbus war recht bequem und ich habe mit mehrmaligem, aber nur kurzem Aufwachen eigentlich komplett geschlafen. Sechs Stunden waren nur zu wenig und so hing ich um 6 Uhr in der Früh ziemlich fertig in Salto am Busterminal. Auf der Bank schlafen durfte ich nicht, hat der Sicherheitsbeamte beschlossen, also döste ich auf meinen Rucksack gelehnt eben im Sitzen weiter. Draußen war es noch stockdunkel und es schüttete in Strömen. Meinen eigentlichen Plan, zu warten, dass die Touristeninformation im Terminal aufmacht, um nach Campingplätzen und den Ausflugsmöglichkeiten zu fragen, verwarf ich, als ich die fürchterliche Wetterprognose der gesamten Woche sah. Stattdessen kaufte ich mir ein Ticket nach Colonia (Flechabus, 146 UYU) und ein zweites nach Mercedes (Corrientes) (Nuevo Expreso, 555 UYU) auf argentinischer Seite und verließ das Land viel schneller, als gedacht. Immerhin fuhr der Bus über die Staumauer am Grenzfluss Uruguay (Salto Grande), gesehen habe ich vor lauter Regen nicht viel. Das Migrationsbüro befindet sich auf argentinischer Seite, es gibt seit Neuestem jedoch keinen Ausreisestempel für Uruguay mehr . Hoffen wir, dass es stimmt…

 

 

— English version —

Uruguay – Seriously, has anyone of you ever informed yourself about that nation? I did actually in the past watching a documentary about its capital Montevideo. I do not remember any single thing except that it the capital of Tango. But I always kept in mind to visit it. And I did. It is the smallest Spanish speaking country in South America and the most stable and secure. Its name “República Oriental del Uruguay“ (Republic east of the Uruguay) belongs to the biggest river on the boarder to Argentina. The culture is characterized by European immigrants, first of all Italians and Spanish. Uruguay’s history kind of started with the Spanish who conquered the area in 1516. Later they fought against Portuguese and in the early 19th century against Argentineans and Brasilians, followed by the revolutionaries’ fights for liberty. General Artigas was highly involved and successful and for that he is still celebrated as national hero and his urn has a special huge mausoleum under Plaza de la Independencia in the centre of Montevideo. With some financial help from Europe Uruguay’s agricultural sector was modernized and it became a social state of democracy in the 20th century which causes the strength and stability nowadays [source: Museo Histórico Nacional, Montevideo].

I came with the ferry of coloniaexpress from Buenos Aires through the bay to Colonia and changed to the bus to Montevideo (combination ticket 900 ARS). Migration of both nations took place at the ferry terminal in Buenos Aires. While shipping into Colonia’s harbour I’ve seen the old town, the lighthouse and the more expensive but not better looking boat from Buquebus. Super old cars were standing in front of the terminal used as a taxi, how interesting. I thought of staying but I already had that bus ticket and so I used it. While the two hours of driving I recognized how green and clean everything is. And even the capital appeared more inviting than other cities that size in South America. Nice! The bus followed an avenue with palm trees to reach the terminal Las Cruces. I was lazy and nobody was around to ask for any local bus connections to the old town (Ciudad Vieja), so I took a taxi (200 UYU) almost to my hostal in a pedestrian street. Because of bank holiday on 1st of May I booked it in advance, but there was no need to. It is the end of low season here as well and everything is very empty and quiet. I was welcomed with some leftover cake from last nights party and a cup of tea. Nice again! I used the rest of the day chatting with the owner Iván from México, watching funny videos about Uruguay with him and a little bit of research about the things to to in town the next two days. What I really disliked: mosquitoes at night. That’s the disadvantage of travelling back north.

I spent the whole first day in Montevideos old town. As in Buenos Aires a lot of museums are free and this time I took advantage of it. I started in Museo Andes 1972 (200 UYU) where the true story of a Uruguayan rugby team which had a plane crash and tried to survive on a glacier in the middle of the Andes is displayed. A short film, lots of text in Spanish and English and a high number of pictures reverberate. A book and film “Alive” about that tragedy / miracle exist. Next step was the Cathedral which is open for visitors every day and is reached by the pedestrian street Sarandí as almost every other place of interest as well. The highly recommended building of Club Uruguay was closed but it was worth it to look at its front. At the Teatro Solís I got a free (on wed) guided tour all for myself because I chose English as a language this time – very often I cannot understand guides because of very special words and expressions that has nothing to do with daily life’s vocabulary – and no one else was there to join. There was even a short dance/theater performance for the guided tours. The theatre is built in old European style and is used for theatre, opera, concerts and dance. I got a ticket for a concert of the national orchestra on the next day (420 UYU, cheaper seats for 270 UYU). Walking through the huge stone gate of the former city walls I reached the Plaza de la Independencia. Wide stairs lead to the Mausoleum of General Artigas under it. On one side of the plaza is Museo de la Casa del Gobierno, for free as well but it is prohibited to take pictures. It shows all former the presidents of Uruguay and some of their belongings. I learned that all people living in Uruguay are the owners of the land (article 1 in the constitution) and some details about the flag. Right next to the museum is the highest building of town, Palacio Salvo. It once has been the highest of Latin America. It is used for living in high prized apartments. With a guided tour (200 UYU) you’re allowed to look at one and step out on a platform – I didn’t pay for that. But I entered the Museo del Tango (150 UYU) on the bottom floor. There again I got a guide for myself because of nobody else showing up. I learned the basic dance steps, the first written music “La Cumparsita” and that history of Tango started in Montevideo and not, as so often supposed in Buenos Aires. More art is visible in the Centro de Fotografía with temporarily changing small exhibitions on three floors (for free, taking pics is allowed). In the end I wandered along the halls of Museo Histórico Nacional (Casa de Rivera) which displays the national history [see above] and Palacio Taranco (Museo de Artes Decorativas) with a temporary exhibition of antique stuff on the bottom and the rooms in the style of the 1920ies on the first and second floor. Both museums were free as well. I was disappointed by the two market halls Mercado de la Aundancia and Mercado del Puerto. Both are supposed to be full of traders and craftsmen but is has been just a few, mostly closed restaurants.

The second day was pretty nice with lots of sunshine. I left the house in shorts and walked along the Rambla, the street along the bay from the peninsula with Ciudad Vieja to the next hook called Punta Carretas. On my way I stepped on the first beach and passed a nice park with a Holocaust memorial. I canceled the original plan to visit the lighthouse because of the ugly surroundings and sat on a huge rock instead. I was delighted by sunshine, wind, palm trees, sea birds and had no need to rush at all. Later I walked back through the southern parts of the city back to the old town and into Café Brasilero which looks like a café house in Vienna and has the attitude to prepare slow food. The apple strudel with almonds was mouth-watering and I also love the hot chocolate you get in Argentina and Uruguay. It is called “Submarino” and is made with dark drinking chocolate in a glass of hot milk foam. Afterwards I went to a hair dresser. It is almost half the prize of having a hair cut back at home but it is the same unnecessary procedure with drying the hair in the end. What the bloody hell are they doing? Anyway, in the end I looked pretty enough to go to the concert of the Orquesta Filarmónica de Montevideo in Teatro Solís. I just had to be a little bit creative and transform my lovely scarf into a nice top so that nobody would mention my completely worn out runners. Instead of Berstein’s “West Side Story” which was announced the day before and on my ticket, Mendelssohn’s symphony “Italiana” was played – I loved it! The other half was a piano concert of Mozart. The very special thing was the conductor – a woman in an adorable evening dress. If only concerts like this would be as cheap in Germany as well. And what came to my mind painfully: I miss my Cello…

What I also miss is a quiet night’s sleep without being awakened by room mates. These nights it has been a woman always waking up in the middle of the night, trampling through the room, turning the lights on, getting undressed and leaving for a shower just to come back twenty minutes later shutting the door with a loud bang before going back to sleep snoring. Thanks a lot! She was the reason why I paid for a single room in the next hostel. I was very lucky with its prize, but not with the noise… Anyway I stayed in Hostel RocaMar in Punta del Este for three nights to relax and get back some energy. The bus from Ciudad Vieja to the terminal Tres Cruces in Montevideo was 26 UYU, the bus to Punta del Este 288 + 21 UYU terminal fee. I didn’t book it in advance because there are lots of buses of three different companies running all day long. I was happy that some minutes later the bus left the capital, but after a very short time it broke down and we needed to change the bus. Everything worked out very quickly and WiFi was working the whole time. Two hours later I jumped of on a bus stop in town and walked to the hostel for it was closer than the terminal.

The first thing I did after arriving was to walk to the nearby beach Playa Brava which stretches out for kilometres along the Atlantic coast. Dark clouds covered the sky and light rain came down from time to time. Together with strong wind it made me stay out of the water and do some shopping instead. After dinner I wrote articles for my blog and watched some series. The day after I tried again, went back to the beach and walked all the way to Los Dedos, the fingers, which is a sculpture on the beach near town centre. But more than my feet did not get wet, the weather was still the same. In the main shopping street and along the water side I walked all the way to the Plazoleta Gran Britaña on the far end of the peninsula on which the old city was built. The wind whipped the ocean’s spume into my face and I was glad that the other side – the western bay – was quiet and calm. I passed the lighthouse and had a lovely and big dish of the day at Olivia next to the harbour. After walking all the way back to the hostel – ice cream included – I started the third time to the beach. The sun was out and this time I was sure about going into the water. But the current was so strong that I turned around after going in until the waves reached my hips and I recognized that I was unable to stand their force. Very atypical for me, but it seemed kind of dangerous. In the next morning I spontaneously extended my stay for a third night and spent the day lazy in the yard of the hostel with blogging, reading in the hammock and playing with the baby cat. The sun warmed this day and so I went back to the beach in the afternoon, but again it was too windy to stay there longer. Though I will keep that place in memory. In “winter” it is calm and perfect to relax.

I thought a lot about going further east to visit smaller coastal towns but time is kind of running out and so I went back to Montevideo (300 UYU for the bus I didn’t have any reservation for but left three minutes after buying the ticket) and booked a seat in the night bus to Salto (1000 UYU). My luggage was stored at the terminal. It is free the first two hours and afterwards just 128 UYU for up to three items and four hours. That’s really fair, isn’t it? I had eight hours to wait until the bus left at midnight and so I first went to the Estadio Centenario which is located in the district Tres Cruces. Its name belongs to the year of the constitution / liberty of Uruguay because it was opened 100 years afterwards in 1930. The first match was during the first football world championship ever against Perú and in the final Uruguay won against its neighbour Argentina. Today it is home to the national team and two teams of Montevideo. But two things really surprised me: First it has not even a roof and appears very run down and second, besides the Museum of Football (150 UYU), what makes sense, it hosts a public primary school as well, that is strange. I was not able to ask about that because the museum closed when I arrived, but I met the Columbian football club Deportivo Cali (I needed to google that first) and I stayed in the park nearby for a while. The next curiosity was the huge statue of an oxcart which is saved by photocell and alarm. And I’ve seen at least twenty driving school cars before I walked back to the main street and had a piece of Tarta salada de Zapollitas“ (pumpkin quiche) in a cheap restaurant. This dish and „Milanesa“ (schnitzel from the cow in bread) are the most common ones in the area. Afterwards I walked through the shopping mall at the terminal and enjoyed the view there. *haha*

The over night bus was quite comfortable and besides short wake ups I completely slept through the rest of the night. Six hours has been too less and so I arrived terribly tired at the bus terminal in Salto. I was not allowed to lie down so I slept leaning against my backpack for another while. Outside it was still dark and heavy rain fell down. I canceled my original plan to wait for the tourist information office in the terminal to open and ask for campsites and the how to get around because the weather forecast for the whole week was really terrible. And so I bought a bus ticket to Colonia (Flechabus, 146 UYU) and a second one to Mercedes (Corrientes) (Nuevo Expreso, 555 UYU) on Argentinean side. After all the bus drove over the dam at River Uruguay (Salto Grande), but I could not see much due to the rain. The migration office is located on the Argentinean side of the boarder and recently they stopped giving stamps for leaving Uruguay. Let’s hope it is correct…

Maren

- Lehrerin auf Abwegen - Der Sommer wird für mich von August 2017 bis August 2018 anhalten, weil ich ein sog. Sabbatjahr einschiebe, um endlich das Reiseziel Südamerika anzusteuern. Was sollte da näherliegen, als in Nordamerika anzufangen, um über Zentralamerika den Süden zu erreichen? ;)

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