Costa Rica & Panamá

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Die letzten beiden Länder Zentralamerikas sah ich hauptsächlich durch das Busfenster, weil ich jeweils nur eine Destination ansteuerte. Daher entschied ich mich auch für Fahrten bei Tag, um das Land wenigstens etwas zu sehen. Von San Juan del Sur in Nicaragua kann man entweder mit dem Bus zurück nach Rivas fahren, um dort in einen zweiten Bus zur Grenze umzusteigen, oder man bezahlt 25 USD für ein Taxi direkt zur Grenze (ca. 40min.) – man kann es mit anderen teilen, da immer jemand zur Grenze will. Bei der Ausreise aus Nicaragua zahlt man 3 USD für den Stempel. Danach stürzen sich sofort die Busunternehmen und Geldwechsler auf einen. Busse fahren für 12 USD direkt vom nicaraguanischen Grenzgebäude ab und halten dann gleich wieder an der Grenze Costa Ricas, wo andere Unternehmen etwas günstiger Fahrten anbieten. Von den Beamten in Costa Rica bekommt man einen Einreisestempel, wenn man erfolgreich durch die Passkontrolle samt einigen Fragen zum Aufenthalt sowie dem Nachweis über ein Flugticket aus Costa Rica oder Panama hinaus gelangt. Das Gepäck muss im Anschluss noch durch den Scanner. Die Busse bringen einen dann nach San José, der Hauptstadt, oder einer in eine der Städte auf dem Weg.

Ich bin in San José direkt in den nächsten Bus nach Puerto Viejo de Talamanca umgestiegen, um meine Route von Nordwesten nach Südosten zu vervollständigen. Nachdem die erste Fahrt super angenehm und komfortabel war, musste ich mich im zweiten Bus in den unbequemen Sitz quetschen und die Fahrt wegen Stau zwei Stunden länger ertragen. Am Ende regnete es dann auch noch zu den Fenstern hinein. Doch ich kam in Puerto Viejo an, hatte eine angenehme Nacht im Kalunai Hostel und spürte ganz kurz das Gefühl des costaricanischen „Pura Vida“, bevor ich am nächsten Morgen schon wieder in den Bus nach Sixaola an der Grenze zu Panama stieg (etwa eine Stunde). Dort darf man an einem Kiosk-ähnlichen Schalter mittlerweile 8 USD „Austritt“ bezahlen, im Migrationsbüro den Stempel abholen und dann den Grenzfluss über eine lange Brücke zu Fuß überqueren. Mit meinem deutschen Pass musste ich in Panama nicht in die Zollkontrolle und durfte direkt zum Migrationsbüro weitergehen. Dort galten die gleichen Bedingungen wie in Costa Rica: einen gültigen Pass mit korrekten Stempeln haben, Fragen im Sinne des Grenzbeamten beantworten und das Flugticket zeigen. An beiden Grenzen ging dies mit dem Online-Ticket nach Südamerika auf dem Smartphone.

Mit Enrico, einem „großen, schwarzen Mann“, wie mir mein Hostel-Besitzer in Puerto Viejo empfahl, buchte ich direkt vor Ort die Fahrt im colectivo (eigentlich 10 USD, ich spielte die Geburtstagskarte und bekam die knapp einstündige Fahrt für 8 USD) direkt nach Almirante zum Bootsanleger nach Bocas del Toro. Die 30-minütige Fahrt im kleinen Boot (lancha) kostet 6 USD. Schwimmwesten sind obligatorisch überall auf dem Weg zur Hauptinsel und zwischen allen Inseln der Region. In (jüngster) Vergangenheit gab es zu viele Unglücke mit Todesopfern. Die Inselgruppe ist sehr grün, mit Palmen und Bananen, Mangrovenwäldern und Dschungel. Es gibt einladende Strandabschnitte unter Palmen aber auch viel unzugängliche Küste, Riffe, die für Surfer eine Gefahr darstellen und eine vielfältige Tierwelt. Auf einer Bootstour sah ich Delfine, Papageien, Seesterne, Fische und ein Faultier. Man kann baden, schnorcheln, tauchen und surfen oder – wenn es nicht wie in den letzten Wochen ununterbrochen geregnet hat – so manche Insel zu Fuß erkunden. Bei mir wurde die Umrundung der Insel Carenero zum kleinen Abenteuer, bei dem ich bis zu den Waden im Schlamm versank und von Stechmücken beinahe aufgefressen wurde – Mosquito-Spray ohne Wirkung. Am meisten nach Karibik schaut die kleine Insel Zapatilla aus und auf der Hauptinsel Colón findet man alles, was man braucht: Unterkünfte, Restaurants, Bars, Cafés, Supermärkte, Touristeninfos und Tourenanbieter, usw. Die Touristenpolizei sorgt dabei für Sicherheit, checkt die Boote und bewacht die Strände. Mir sind einige Viertel der Einheimischen aufgefallen, die aussehen wie Slums, während es sich nebenan die Besucher gut gehen lassen. Ein komischer Kontrast.

Auf meinem Weg nach Panama-Stadt konnte ich dann nicht mehr anders, als das Zitat Janoschs mehrfach zu denken: „Oh, wie schön ist Panama!“. Neben riesigen Bananenplantagen (Die Region Bocas del Toro ist das Chiquita-Anbaugebiet.) gibt es schöne Berge, Flusstäler, Wälder, und Weideflächen. Alles – bis auf die überwiegend eher hässlichen Städte – ist grün. Je näher man der Hauptstadt kommt, desto besser scheint es den Menschen zu gehen. Die Häuser werden gepflegter, die Autos größer und es tauchen riesige Einkaufszentren, wie man sie aus den USA kennt, auf. Die Stadt selbst ist groß und überrascht mit einer Skyline, die der in New York um nichts nachsteht. Schön ist es aus dem Casco Viejo – dem alten Stadtteil mit alten, zum Teil zerfallenen Kirchen und anderen Gebäuden – am Wasser entlang auf das neue Stadtzentrum zuzulaufen und den Kontrast der Stadtteile zu erleben. Der zweite Ausflug sollte definitiv der wahrscheinlich größten Ingenieurskunst des 19. Jahrhunderts gelten, dem Panamakanal. Der Eintritt kostet 12 USD, danach darf man so lange im Museum, den Aussichtsterrassen und Restaurants bleiben, wie man möchte. Inklusive gibt es auch den stündlich gezeigten Kurzfilm auf Spanisch oder Englisch. Leider konnte ich keinem Schiff beim Schleusen zuschauen, denn ich hatte keine Zeit stundenlang auf eines zu warten. In der neuen Schleusenanlage kam eins vorbei, doch die ist etwas zu weit entfernt, um etwas erkennen zu können. Stündlich verkehren Busse vom Terminal Albrook nach Miraflores, die 35 Cent kosten. So auch alle anderen Fahrten mit der Metro (eine Linie, alle 3 Minuten) und den Metrobussen. Dafür braucht man einen Rapi-Pass (2 USD), den man mit Geld auflädt und so die Drehkreuze (auch im Bus) passieren kann. Wichtig dabei ist es, sich brav in der Reihe an der Bushaltestelle anzustellen und zu warten, bis diese sich in Bewegung setzt. Beim Einsteigen in die Metro werden hingegen die Ellbogen eingesetzt. Downtown ist in der Regel auch nachts sicher, im Casco Viejo steigt eher die Party und die übrigen Viertel sollten als Tourist nur bei Tageslicht besucht werden. Als blonde Frau wurde mir hier zum ersten Mal nicht nur hinterhergeschaut, sondern auch gehupt, gepfiffen und gerufen. Es waren Komplimente, doch trotzdem verstörend. Vom Busterminal Albrook sowie überall entlang des Corridor Sur kommt man zum Flughafen Tacomen für die internationalen Flüge. Die Abfertigung lief in Rekordzeit und so verließ ich Zentralamerika in Richtung Süden.

 

— English version —

I’ve seen the last two countries of Central America most of all out of bus windows. I stayed just in one place each over night. Therefore I decided to travel during the day to see as much as possible. To reach the Costa Rican border coming from San Juan del Sur in Nicaragua you can take a bus back to Rivas and get another one to the boarder, or you can take a taxi directly (approx. 40 min.; 25 USD) which can be shared with others, because there is always someone else heading south. To get out of Nicaragua you get charged three US Dollars. After that a lot of money changer and bus companies await you with their tickets. The buses (12 USD) leave the Nicaraguan migration point and stop at a little further at the one of Costa Rica. If you want to get a cheaper ticket, walk to the migration office of Costa Rica and catch a bus there. To get the entry stamp into your passport, you need to answer a few questions and show a flight ticket out of Costa Rica or Panama. Afterwards the luggage is scanned by x-rays. The bus waits outside and drives to San José, the capital, stopping in other places on the way.

I changed buses in San José immediately to Puerto Viejo de Talamanca. In that way I continued my route from the north-west to the south-east of the country. After the first ride went well and comfortable, the second was horrible. It were too many hours without any space inside the bus, with lots of traffic and with rain squeezing through bad windows. But I finally reached Puerto Viejo, had a good night at Kalunai Hostel and felt the Costa Rican way of life, “la pura vida”. The next morning I took a bus to Sixaola at the boarder to Panama (approx. 1h). Again I needed to pay to get out of the country (8 USD) and crossed the river to reach the migration office in Panama. There everyone was checked but I was immediately sent to get the stamp – German passport! 😉 I got the stamp after answering the typical questions again and showing the flight reservation out of the country. Both times this was possible with an online ticket to South America on my smartphone. People keep telling it needs to be printed and to your home country, but I cannot confirm that.

With Enrico, the “big, black man”, how the last hostel owner described him to me, I booked a taxi colectivo to Almirante. I needed to wait until it was full and refuse the offers of others. But I got a two Dollar discount as birthday present (usually 10 USD) and hat a nice chat with him. After one hour we reached the boat launch to Bocas del Toro. The navigation is about 30 minutes and costs six Dollars. Life jackets are obligatory on all the small boats around the islands because of deathly accidents just recently. The group of islands is very green with palm trees, banana trees, mangrove forests and jungle. There are beautiful white sandy beaches and sharp reefs. Animals are everywhere. I’ve seen dolphins, parrots, star fish and a three-toed sloth on a full day boat trip including some beach time and snorkeling (25 USD). The islands are linked with water taxis (usually 1 USD) and there are places to bath, swim, surf, snorkel, dive or just walk around, shopping and enjoy food in lots of restaurants. The most Caribbean looking island is Isla Zapatilla and on the main Island Colón you can find all the facilities you need. I had a small adventure circling around Isla Carenero, because of the path ending on a land slide and my successful way through deep mud. The only bad thing: I forgot my bug spray and got almost eaten by the mosquitoes. The tourist police is everywhere to check on boats, people and beaches. But there are some parts of inhabitants looking like bad slums while rich Americans enjoy their vacations in hotels nearby – a strange contrast. My highlight these days – next to the sloth – was the lovely coincidence of meeting Tihana again. She was the first one I met on my journey in the bus from Toronto to Montréal. 🙂

On my way to Panama City I kept thinking of the Janosch quote: “Oh, how beautiful is Panama!” Besides huge banana fields (Chiquita!) the landscape is characterized by mountains, river valleys, rain forests and pasture. Everything – except the cities – is completely green. The closer to the capitol the richer the people, it seemed. The houses change to nice, well kept, clean buildings, the cars get bigger and there are huge shopping malls like the ones in the USA. Panama City itself is big and surprises with a skyline like the one in NYC. The old town Casco Viejo is beautiful, located on a peninsula, with nice, old buildings in colonial style and half destroyed churches. Walking from this part to the modern downtown along the shore, passing the harbor, is full of contrast but worth it. The second trip one should not miss is the Panama Canal. The entry fee is 12 USD and then you’re free to walk the exhibitions and stay on the observation deck as long as wished and 20 minute videos about the canal in English and Spanish are shown all day long. I was not lucky to see ships using the old floodgates, but a huge one passing the new one in the background. Getting there and back to town is possible with buses from and to Terminal Albrook from where the metro runs as well as buses to every possible destination (p.e. to the Airport Tacomen which is also possible from any stop at Corridor Sur). Metro rides are 35 cents but you need to buy the Rapi-Pass (2 USD) first. The same is for the buses. You need to line in to get into a bus but getting into the metro is with the use of elbows. Downtown is supposed to be save even at night, party time is more in Casco Viejo and the other parts of Panama City should be avoided at night. Being a blond woman caused compliments in form of whistling, shouting, honking and so on. With these I left Panama with super fast processing at the airport.

Maren

- Lehrerin auf Abwegen - Der Sommer wird für mich von August 2017 bis August 2018 anhalten, weil ich ein sog. Sabbatjahr einschiebe, um endlich das Reiseziel Südamerika anzusteuern. Was sollte da näherliegen, als in Nordamerika anzufangen, um über Zentralamerika den Süden zu erreichen? ;)

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