unBELIZEable

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Um von Mexiko nach Belize einzureisen, hat man zwei Möglichkeiten. Es gibt ein paar wenige Busse, die die Grenze direkt passieren oder man fährt bis Chetumal, lässt sich mit dem Taxi an die Grenze fahren und nimmt für die Weiterreise einen lokalen „Chicken“ Bus in die nächst größere Stadt (z.B. Orange Walk oder gleich Belize City). Option zwei ist das Wassertaxi von Chetumal nach San Pedro. Der Fähranleger Muelle fiscal ist leicht zu finden. Von dort gibt es täglich jedoch nur einen Transfer auf die Inseln um 15 Uhr. Es empfiehlt sich daher etwas vorher da zu sein, um noch ein Ticket zu bekommen. Bezahlt wird in USD. Um dann wirklich ausreisen zu können, muss man eine inoffizielle Gebühr von 500 Pesos entrichten. Darum streiten bringt nichts, dann kommt man nicht weg. Nach 90 Minuten erreicht man San Pedro und kann von dort aus ebenfalls mit dem Wassertaxi direkt nach Caye Caulker weiterfahren, oder – wie ich das gemacht habe – eine Nacht bleiben. So oder so muss man durch die Grenzkontrolle, um den Einreisestempel zu bekommen (2,50 BZD).

San Pedro ist schön, aber war sehr überlaufen von us-amerikanischen Touristen. Im Sandbar Hostel konnte ich mit meinem neuen Reisegefährten Jared aus Australien, den ich im Bus kennenlernte, gleich eine Schnorcheltour für den nächsten Tag buchen. Ich war zum ersten Mal an einem Riff und noch dazu dem größten der nördlichen Hemisphäre und total begeistert. Neben Korallen und jeder Menge (bunter) Fische, kam ich in den Genuss Stachelrochen und Riffhaie streicheln zu können und sah nochmal eine Schildkröte. Mehrere Schnorchelspots wurden im Laufe ein paar Stunden angefahren, dazwischen gab‘s viel Rumpunsch und Ananas inklusive und am Ende konnten wir in Caye Caulker aussteigen, statt wieder zurück nach San Pedro zu fahren. Unser Gepäck wurde einfach den ganzen Tag auf dem Boot mitgenommen und es gab einen Rabatt von 10USD. Warum in Belize ständig alles in USD ausgeschrieben wird, versteht kein Mensch. Bezahlen kann man auf den Inseln jedoch auch alles in belizianischen Dollars, die der Geldautomat schließlich ausspuckt. Doch das Umrechnen ist einfach, denn 2 BZD sind genau 1 USD.

 

Die kleinere und deutlich ruhigere Insel Caye Caulker gefiel uns deutlich besser. Das Motto der Insel ist „Go slow“ und das wird auch gelebt. Die Straßen sind nicht asphaltiert, man kann überall ohne Schuhe und in Badeklamotten herumlaufen, es gibt unglaublich leckeres Seafood und BBQ, regionale Küche bei Aunties Takeout und die Möglichkeit von Happy Hour zu Happy Hour in den Restaurants und Bars zu schlendern. Das taten wir mit einer Gruppe Australier, die ich aus Bacalar und Jared dann von der Fähre kannte. Baden geht man am Split, einem Durchbruch zwischen den beiden Inselteilen. Da ist auch der Treffpunkt für gemütliches Beisammensitzen im Lazy Lizard. Die Parties steigen im Koko King auf der Nordinsel, zu der man entweder einfach rüberschwimmt oder ein kostenloses Wassertaxi nimmt. Heilig Abend war für uns ein gemütlicher Tag mit baden und durch das Städtchen schlendern und ich nahm mir eine kleine Auszeit, weil ich in meinem Privatzimmer (Danke an den Weihnachtsgeschenkegeber!) tatsächlich eine kleine Küchenzeile vorfand und kochen konnte. Am ersten Weihnachtsfeiertag wurde dann Hummer geschlemmt und gefeiert. Der Tag wird nachts mit einem Feuerwerk und jeder Menge selbstgemachter Böller eingeleitet. Für mich war es sehr komisch, Weihnachten im Bikini unter Palmen zu verbringen, aber unsere kleine Reisefamilie, die dann noch um Kevin aus den Niederlanden und ein weiteres australisches Team ergänzt wurde, machte es unvergesslich schön.

Nach 4 Tagen verließ ich die Cayes wieder und fuhr (alleine) weiter. Mit dem Wassertaxi ging‘s nach Belize City. Dieses Mal hatte ich eins ohne Dach, was die 90-minütige Überfahrt herrlich machte. Belize City ist hässlich und angeblich eher gefährlich für Touristen, also ließ ich es sofort hinter mir, stieg in einen lokalen Bus und kam sicher, wenn auch mit Taschen und Kindern von fremden Menschen beladen und mal wieder mit Hühnern neben meinem Rucksack in San Ignacio an. Diese kleine Stadt ist der Ausgangspunkt für viele Touristen, die im Nationalpark unterwegs sind oder auf der Durchreise nach Guatemala. Beides traf auch auf mich zu. Zusammen mit einem Päarchen, das ich auf den Cayes kennenlerte, buchte ich die ATM Höhlentour (David‘s ist 10 USD billiger als die anderen Anbieter und der Guide war super). Um in die Höhle zu gelangen, braucht man einen Guide und muss schwimmen können, weil man gleich zu Beginn einen Fluss durchqueren muss, später geht‘s dann zu Fuß, und auch der Eingang zur Höhle und Stellen innerhalb sind nur schwimmen zu bewältigen. Etwas Kletterei ist auch mit dabei und Geschichte, denn die Höhle war von Maya bewohnt und besitzt menschliche Überreste sowie jede Menge Gefäße. (An dieser Stelle folgen leider keine Fotos, da das Mitnehmen von Kameras verboten ist.)

In San Ignacio kann man außerdem eine kleine Mayaruinenstätte besichtigen (10 BZD), eine Leguanaufzuchstation (die hat mich enttäuscht, ist aber mit 16 BZD nicht teuer) besuchen und bei Ajaw Chocolate lernen, wie man auf traditionelle Weise Schokolade macht. Ich entschied mich für die große Tour, die die ökologische Kakaoplantage außerhalb einschließt (50 BZD inkl. Abholen am Hostel und bereits ab 1 Person – ja, ich war alleine da –) und das Herstellen der Trinkschokolade vor Ort (ohne Plantage 25 BZD). Schokolade wurde von der herrschenden Klasse der Maya getrunken, traditionell mit Chili und Honig oder mit Zimt. Beides ist sehr lecker. Die erste Tafel Schokolade wurde hier erst 2005 hergestellt. Am Ende verließ ich San Ignacio mit ein paar gerösteten Kakaobohnen und purer Kakaopaste zum Aufbrühen im Gepäck.

Mit dem Taxi kann man sich für 5 BZD an die Grenze bringen lassen, muss mal wieder Austrittsgebühr (40 BZD) bezahlen und läuft dann über einen großen Hof zum Einreiseschalter Guatemalas. Keine Gebühren dieses Mal! Überall stehen Geldwechsler herum, die einem gleich alle Dollar in Quetzal tauschen und auf der anderen Seite wartet schon der lokale Bus.

 

— English version —

There are two options to travel from Mexico to Belize. One is to cross the boarder by bus or take a taxi from Chetumal and go on with one of the local „chicken“ buses to the next bigger city (like Orange Walk or Belize City). Option No. 2 is the water taxi from Chetumal to San Pedro. The ferry terminal Muelle fiscal is easy to find. There‘s just one ferry a day at 3pm and so it is better to be there early to get one of the tickets. They need to be paid in USD. For leaving Mexico then you need to pay another 500 pesos unofficial fee. Discussions don‘t help, they would not let you go on the water taxi without paying. The arrival at San Pedro is 90 minutes later. You can go directly to Caye Caulker with another water taxi or stay for a night, as I did. Either way you need to check in at boarder control (2,50 BZD).

San Pedro is nice but very crowded by us-American tourists. Together with my new travel mate Jared from Australia I booked a snorkelling tour for the very next day at Sandbar Hostel. It has been the first time at a reef for me and I enjoyed the biggest reef of the northern hemisphere a lot. The corals, (colourful) fish and another turtle impressed me but the best was to stroke stingrays and reef sharks. In between the 4 snorkelling spots we got a lot of rum punch and pineapple and in the end we could stay at Caye Caulker instead of going back to San Pedro. Our luggage was with us on board the whole day long and we payed 10 USD less. It‘s a little bit confusing that everything is prized in USD if you‘re not US-American and get Belizian Dollars out of the ATM but it‘s easy to calculate (2 BZD = 1 USD).

We liked the smaller and quieter island Caye Caulker more. „Go slow“ is the motto and it is truly lived. Streets are not paved, you can spend several days without shoes and in swimsuits, there are lovely restaurants for seafood and BBQ street food, regional food at Aunties Takeout and lots of happy hours all over the town. Those we used with a group of Australians I knew from my last hostel in Bacalar. The Split is the spot for swimming and relaxing at Lazy Lizard, parties take place at Koko King on the north island. You can swim there or take a free water taxi. We spent Christmas Eve with being lazy and I enjoyed some time on my own in my private room (Thanks for that present!) cooking a healthy veggie Christmas dinner. We then had lovely lobster lunch at Christmas Day together with another group of Australians and Kevin from the Netherlands. It was strange to spend Christmas in my bikini under palm trees but our travel family made it unbeliezable great.

After four days I left the Cayes (alone) and went with another water taxi to Belize City. It is ugly and not very safe so I just went to the bus terminal and got a local bus. Loaded with other people‘s bags and kids and with my backpack in company of some chicken I arrived save in San Ignacio. This small town is the base for outdoor activities in the nearby national park and last stop on the way to Guatemala. I booked a tour to the ATM cave with a couple I met on the Cayes. David‘s had a great guide for us and was 10 USD cheaper than the other companies. To reach the cave you need a guide and you must be able to swim. Right in the beginning of the tour there‘s a river to cross and to get into the cave and inside as well there‘s some more swimming. Several climbing parts and Mayan history wait for you in the huge cave together with human remains.

Besides the cave or some smaller hikes there are a few more things to do in San Ignacio. First another Mayan archaeological zone is located on the hill (10 BZD). Second an iguana project can be visited. I was a little disappointed but it was cheap (16 BZD). And the third and best thing I did was visiting the cacao fields of Ajaw Chocolate and learned how to produce chocolate (50 BZD complete tour incl. pickup at the hostel even though I was the only one that day to do it /25 BZD just production in town). Mayan upper society drank chocolate with chili and honey or with cinnamon – delicious! Included are some roasted cacao beans and pure paste to brew your own hot chocolate.

By taxi (5 BZD) it is easy to reach the boarder where you need to pay for leaving again (40 BZD). After crossing a big yard you pass the entrance to Guatemala. No fee this time! People who change your money stand around everywhere and local buses wait right behind the building.

 

Maren

- Lehrerin auf Abwegen - Der Sommer wird für mich von August 2017 bis August 2018 anhalten, weil ich ein sog. Sabbatjahr einschiebe, um endlich das Reiseziel Südamerika anzusteuern. Was sollte da näherliegen, als in Nordamerika anzufangen, um über Zentralamerika den Süden zu erreichen? ;)

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