Couchsurfing

An Oma senden
Eine Form der Unterkunft auf Reisen kann das so genannte „Couchsurfen“ sein. Über die Seite couchsurfing.com bzw. die dazugehörige App kann man sich einen Gastgeber suchen oder Leuten anbieten, bei einem unterzukommen. Nebenbei kann man sich mit anderen Reisenden oder Einwohnern für Unternehmungen, zum Sport, zum Ausgehen oder allem, was einem sonst noch so in den Kopf kommt, treffen.

Ich hatte erst wenige Surfer bei mir zu Hause zu Gast. Alle samt waren Freunde von Freunden, also nicht über die Community, doch das brachte mich dazu, Teil dieser zu werden. Nutzen tu ich diese nun als Surfer. In Kanada hab ich damit angefangen, in den USA hat‘s nur sehr selten geklappt und zum Teil eher über Vitamin B und in Mexiko ist es total einfach. Ich muss nur angeben, wann ich in welcher Stadt bin, und schon bekomme ich zig Nachrichten und Angebote aufs Smartphone. In der Regel sind diese für Betten zum Schlafen, das Zeigen der Stadt, vorgeschlagene Wandertouren, Partynächte, usw. Die Leute sind meist zwischen 20 und 35 und reisen gerne und/oder viel. Ich wurde aber auch schon von einem 60-Jährigen durch den Zoo geführt. 😉

Hier möchte ich auf Grund meiner Erfahrungen ein paar Überlegungen dazu äußern, wie das Couchsurfen gelingt und daher natürlich beide Seiten betrachten, die der Gastgeber und der Gäste.

Als Gast sollte man…

  • sich rücksichtsvoll an den Tagesrhythmus des Gastgebers anpassen. Das heißt nicht, dass man mit ihm aufstehen und ins Bett gehen muss, jedoch sollte man zu dessen Schlafenszeiten absolut leise sein. Außerdem sollte man klären, ob der Gastgeber Teil des Aufenthalts in der Stadt sein möchte oder seine Ruhe haben möchte und eben nur ein Bett bietet.
  • immer alles sauber hinterlassen, z.B. Geschirr, Küche, Bad, usw.
  • nichts nehmen, was einem nicht eindeutig angeboten wurde. Auch keinen Kaffee, kein Shampoo oder gar die Zahnbürste.
  • eine Gegenleistung erbringen. Man bezahlt nicht für die Unterkunft und bekommt im besten Fall einiges bereitgestellt, also kann man dafür auch etwas tun. Möglichkeiten sind beispielsweise ein Gastgeschenk mitzubringen, im Haushalt, Garten oder bei sonstigen Arbeiten zu helfen, gemeinsames Essen oder Ausflüge zu bezahlen, für den Gastgeber zu kochen, o.ä.

Als Gastgeber sollte man…

  • dem Gast Küche, Bad und WLAN zur Verfügung stellen.
  • einen Einblick in die „Hausregeln“ geben, also was erwünscht ist und was absolut nicht, ob irgendetwas besonders zu beachten ist (Wasser, Herd, Haustier,…) und wie der eigene Rhythmus so aussieht, v.a. wenn man arbeitet.
  • dem Gast etwas Freiraum gewähren. Das muss nicht bedeuten, dass man jedem sofort den Wohnungsschlüssel in die Hand drückt (Wenn man sich diesbezüglich vertraut, umso besser.), aber Reisende wollen auch etwas Privatsphäre und Zeit, sich zu erholen.
  • ggf. mit Mitbewohnern klären, ob die Aufnahme von fremden Gästen überhaupt für alle in Ordnung ist.
    Absolut beliebt macht man sich natürlich, wenn man ein frisches Handtuch oder die Benutzung der Waschmaschine anbietet. Das sind zwei Dinge, die jeden Reisenden alle paar Tage umtreiben.

Für beide Seiten gilt:

  • Je besser man sich auf seiner Profilseite vorstellt, desto eher kann sich der Gegenüber vorstellen, wer man ist und ob man mit demjenigen Zeit verbringen möchte, sich vertrauen möchte, etc. Das kann natürlich auch noch über Gespräche beim ersten Zusammentreffen erfolgen.
  • Pläne können sich ändern, daher muss man auch einmal flexibel sein, weil man ein besseres Angebot bekommt, die Route ändert, doch arbeiten muss oder anderen Besuch bekommt,… Jedoch sollte man das dann sofort kommunizieren und dem anderen nicht nachtragen.
  • Im Nachhinein Rezensionen auf den Profilseiten des Gegenübers hinterlassen, ist eine quasi ein Muss für das Funktionieren der Plattform. So können andere nämlich eher abschätzen, ob sie aufeinandertreffen möchten, oder nicht.
  • Ehrlichkeit, Offenheit, Rücksicht und Vertrauen helfen beziehungsweise sind unabdingbar, wenn man sich in ein fremdes Heim begibt oder jemanden in den eigenen Wänden aufnimmt.

Dieses Vertrauen wurde bei mir erst einmal ausgenutzt. Ich gehe davon aus, dass mindestens 95 Prozent der Menschen in der Couchsurfing-Szene gut sind (wie in allen Bereichen des Lebens), aber natürlich gibt es schwarze Schafe oder Situationen, in denen sich jemand nicht korrekt verhält. Daher gilt für beide Seiten: Kann ich mit der Situation nicht leben, muss ich sie verändern oder verlassen. Was zurück zum Punkt ehrliche Kommunikation führt.

Durch das Surfen und Hosten durfte ich bisher in den allermeisten Fällen wunderbare Menschen kennenlernen, Teil ihrer Geschichten werden, ihre Heimat, Kultur und Sprache kennenlernen und hatte so das Gefühl, richtig in einem Land anzukommen. Als Host ermöglicht man genau das und/oder erspart dem Gegenüber auch noch teure Unterbringungskosten. Auch wenn es natürlich Zeiten gibt oder generell so ist, dass manche nur surfen und andere nur hosten, stellt sich mir das Ganze doch als Win-Win-Situation dar. Und die Welt wird wieder ein kleines bisschen kleiner und bunter. 🙂

Hab‘ ich etwas vergessen? Dann her damit und rein in die Kommentare. Die Listen können natürlich erweitert werden.

 

— English Version —

One option to find an accomodation abroad is the so called „couchsurfing“. With the website couchsurfing.com or the related application there‘s the possibility to search for people who offer a bed or some guiding in the city/nature nearby. Besides you can ask others to hangout together, do some sports, go out for the night and whatever comes to mind.
I had just a few couchsurfers in my house and all of them were friend‘s friends, not from the community, but it made me part of it. I use it now as a traveler, started isuccessfully in Canada, were not as lucky to find some in the US and have lots of offers at the moment in Mexico. I just need to post when I‘m going to be in city A or area B and my mailbox is full of messages. That means I can easily find a couch, can be guided by locals or meet others for some activities.
Most of the people are between 20 and 35 but I also had a 60-year old taking me out for the zoo. 😉

I now want to share some thoughts about couchsurfing after I made some experiences. I will look at both sides, the surfers and the hosts.

As guest you should…

  • be considerate and adjust to the daily life of the host. That doesn‘t mean you need to wake up and go to bed with him/her, but be quite while his or her resttimes. Besides it‘s better to check if the host wants to be part of your stay or asks you just to share the flat but nothing more.
  • leave everything very clean, p.e. bathroom, kitchen, dishes, and so on.
  • not take anything which is not directly offered to you. This includes cofffee, shampoo and of course the toothbrush.
  • give something as compensation like a little present, one‘s help with housework, gardening or other tasks, cook for your host or at least pay shared food or meals/drinks while going out together. You don‘t need to pay for that night and in the best case get a lot provided, so think of giving anything back.

As a host you should…

  • share your kitchen, bathroom and provide WIFI.
  • tell about the „house‘s rules“ like what to do or not to, if there‘s anything special (water, electricity, kitchen, pets, …) and how your day will look like.
  • give some privacy and freedom. You don‘t need to give away your spare keys immediately (Nothing’s better than that if you trust in your guest.), but travelers need some rest time as well.
  • check with your flatmates if it‘s ok to have stangers staying there.
    You will be loved if you can provide fresh towels or the use of the washing mashine. Every few days this is an important issue to travelers.

Both sides should…

  • write some good information on their profiles (website, app). The other one can find out what kind of person you are and if he/she wants to share some time and experiences with you.
  • be aware of plans being able to change (better offer, chang of the route, need to work, other guests coming, …), so communicate immediatly, stay flexible and don‘t get mad at the other one.
  • write reviews of each other so that next hosts/guests can decide wether to host/surf or not.
  • always be honest, open-minded, considerate and trust the other one. This is the basis of staying at some strangeres house or let somebody stay with you.

My trust was exploited once. I still think that a minimum of 95 percent in this couchsurfing community is good (as in every part of life) but sure there are some who are not or situations in which one doesn‘t behave right. If this happens – no matter on which side you are – change or leave the situation. That leads back to the point honest communication.

Because of surfing and hosting I was happy to get to know a bunch of lovely great people, take part of their stories, home, culture and language and for this I freel pretty much welcomed in a country. As a host I can offer all this and help saving the money for accomodation. In general there‘s some who surfs or hosts more or times you do one more than the other, but all in all it‘s a win-win-situation for the community, I guess. And in the end it makes the world a little tighter and more colourful. 🙂

Did I forget about anything? Well, tell me in the comments. I can expand the lists.

Maren

- Lehrerin auf Abwegen - Der Sommer wird für mich von August 2017 bis August 2018 anhalten, weil ich ein sog. Sabbatjahr einschiebe, um endlich das Reiseziel Südamerika anzusteuern. Was sollte da näherliegen, als in Nordamerika anzufangen, um über Zentralamerika den Süden zu erreichen? ;)

3 Gedanken zu „Couchsurfing

  1. Die 60-Jährigen müssen nicht die schlechtesten sein! Sind meistens väterlich und großzügig. Okay, gegenüber jungen Frauen hauen die manchmal noch ordentlich auf die Pauke. Wenn sie nicht grade Berlusconi oder Strauß-Kahn heißen, ist das aber typischerweise harmlos.

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