Ciudad de México (México)

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¡Viva México!

Nach 10 Wochen mit Mietwagen und Reisebegleitung stieg ich nun wieder ins Flugzeug mit dem knapp 3000km entfernten Ziel Ciudad de México. Nachdem Nordamerika zwar viele Unterschiede zum Leben in Deutschland und Reisen in Europa bot, habe ich trotzdem das Gefühl, dass das „Abenteuer PanMarenicana“ jetzt erst richtig losgeht.

Die Stadt ist einfach riesig, das merkte ich bereits beim Anflug, denn sogar ohne zusätzliche Kreise im Luftraum über der Millionenstadt überflogen wir sie gut 10 Minuten (äußere Randbezirke nicht einberechnet). Ja, und dann stand ich da in diesem neuen Land mit lauter dunkelhaarigen Menschen, die auf meine blonden Haare starrten. Zumindest kam es mir so vor. Vielleicht fiel in der Metro jedoch auch nur der große Rucksack auf, mit dem ich mich reingequetscht hatte.

Während ich in der Hauptstadt verweilte, wohnte ich bei Anne und Carlos, die mich super herzlich aufgenommen hatten und mit denen ich mich klasse verstand. Und so von Sportlehrerin zu Sportlehrerin scheint es halt doch einfach zu sein, Zeit miteinander zu verbringen oder zu wissen, was die andere schätzt und braucht. Anne arbeitet als Lehrerin an einer internationalen Schule, d.h. bilingualer Unterricht in Spanisch und Deutsch. Für mich sehr spannend. Die beiden wohnen im Viertel Colonia Condesa, echt zentrumsnah. Die Metro-Haltestelle ist gleich ums Eck und somit kam ich leicht von A nach B bzw. konnte auch Teile direkt zu Fuß ansteuern.

Den ersten vollen Tag verbrachte ich im Centro Histórico. Ich schloss mich einer „free walking tour“ von Estación México an, die die wichtigsten Gebäude samt zahlreicher geschichtlicher Hintergründe und Stories bediente. Die Guides sind Studenten, die die Stadt lieben und mit den Trinkgeldern ihr Studium und Leben finanzieren. Ein super Konzept. In der bunt zusammengewürfelten Gruppe lernte ich dann gleich Leute kennen, mit denen ich Mittagessen war und den Nachmittag verbrachte. Ich begann mich langsam in der Stadt wohlzufühlen. Die erste Kulturstätte, die ich dabei besuchte, war der Templo Mayor, d.h. die Überreste der Aztekenstadt México-Tenoctitlán, die mit dem heutigen Mexiko-Stadt komplett überbaut ist.

Tag zwei brachte mich in den Bosque de Chalpultepec, einen recht großen Park gleich um die Ecke, sowie ins Museo Nacional de Antropología. Darin könnte man mehrere Tage verbringen. Ich beschränkte mich auf die temporäre Maya-Ausstellung und die Bereiche der indigenen Völker Mexikos, deren Kulturstätten und Gebiete ich noch besuchen werde. Es ist aber definitiv ein Muss, wenn man auch nur zwei Tage in der Stadt verbringt. Außerdem fing ich dabei wieder an, das Alleinsein zu genießen. Gut, dass ich es noch kann. 🙂

Dieses Wochenende war das „Festival Internacional de las Luces“ (kurz „Filux“), das Lichterfest, was bedeutet, dass in der Stadt viele Gebäude beleuchtet waren und Lichtershows stattfanden. Eine davon haben Anne und ich bei einer Trinkschokolade auf der Dachterrasse eines Kaufhauses genießen können, die auf die Front des Palacio de Bellas Artes projiziert wurde (Video!! Musste es jedoch stark kleiner rechnen lassen, weil so lang…). Außerdem waren auch Spiele der NFL hier in der Stadt. Mexikaner konnten sich das nicht wirklich leisten, aber ein paar US-Amerikaner mit Trikot sind mir begegnet. Da das Aztekenstadion aber viel zu weit vom Zentrum weg ist, habe ich sonst absolut nichts mitbekommen.

Nachdem ich mit Anne schon auf dem Markt La Ciudadela bummeln war, besuchte ich mit Anna aus England/Kanada den Handwerkermarkt Bazaar Sábado. Während der langen Wartezeit vor dem Frida Kahlo Museum musste mich Anna dann leider verlassen, aber im Museum war es dann eh leichter, sich alleine einen Weg zu suchen. Ich kannte die Geschichte Frida Kahlos bereits und lernte doch wieder dazu. Die ausgestellten Bilder, Skulpturen und Tagebucheinträge waren das lange Anstehen definitiv Wert.

Tag 4 war ein ganz besonderer Tag für mich, denn… ich blieb einfach „zu Hause“ und schaltete mal 5 Gänge zurück. Telefonieren, bloggen, Unternehmungen planen, kochen und Netflix sind sehr tagesfüllend. 😉

Am fünften Tag – Tag der Revolution, also eigentlich Feiertag, aber es herrschte trotzdem regulärer Verkaufsbetrieb – setzte ich mich recht früh in die Metro und den Bus, um nach Teotihuán zu gelangen. Die riesige prähistorische Ruinenstätte ist vor allem auf Grund der Sonnenpyramide bekannt, die zur damaligen Zeit (ein paar hundert Jahre vor Christus) das größte Bauwerk der Welt darstellte. Daneben steht die Mondpyramide und entlang der „Straße der Toten“ (So wurde sie erst später genannt.) bis zum Palast befinden sich mehrere Wohnkomplexe. Wenn man auf alte Gebäude und Ruinen steht, etwas Geschichtsinteressiert ist und gut zu Fuß ist, kann man hier gut 3 Stunden füllen. Mit etwas Sonnenbrand und Busglück war ich dann früh genug wieder in der Stadt zurück, um nochmal durch einen Park und über einen Markt zu schlendern. Jedoch waren die Straßen abartig voll, denn das lange Wochenende traf auch noch auf den Jahresschlussverkauf („Black Friday“ aus den USA).

An meinem letzten Tag in der Hauptstadt begleitete ich Anne in die Schule – ja, richtig gelesen, ich kann wohl doch nicht ohne – um einen Einblick in die Arbeit an einer internationalen Schule mit bilingualem Unterricht zu bekommen. Am Gymnasium ist zwar alles etwas anders, aber es war trotzdem gut. Abends musste dann noch DIE Unterhaltung der Mexikaner schlechthin sein: Lucha Libre (Wrestling). Was für ’ne Gaudi! 😀

 

— English version —

¡Viva México!

After 10 weeks with rental car and travel mate I took a flight to Mexico City, 3000km away from the US. Though there were lots of smaller differences in life and traveling between North America and Germany/Europe it feels like the real „adventure PanMarenicana“ is going to start now.

The city is nothing but huge. Arriving at the airport meant more than 10 minutes flying over Mexico City (outter suburbs not included). Well, I stood there bright blonde in a mass of dark brown haired people and felt like almost everybody stared at me. But the big bagpack in the crowded metro might have been the reason for this.

The days in the capital I stayed with Anne and Carlos who hosted me very kind. Anne is a teacher as well and so I knew what it means to her to have to work. But there was plenty of time we spent together in the end. The apartement is in the quarter Colonia Condesa and very close to the city center. There‘s a metro running nearby so I could get from A to B very easily.

I joined a free walking tour at the Centro Histórico the first full day I spent here. It was an almost 3 hour walk to see famous and historic buildings, combined with much information and funny stories. The guides of Estación México are students which take the tips for living and their studies. With a girl from the group I went out for lunch and further explorations. In the end of the day I started to feel a little more comfortable in the city.

The second day I walked to the Bosque de Chalpultepec which is a quite big park nearby. The Museo Nacional de Antropología is located there so I‘ve been to the temporary exhibition about the Maya culture and to some other pre-columbian peoples whose parts of the country I am going to visit the next weeks. The museum is an absolutely must have seen even if it‘s just 2 days you spend in town.

This weekend was not just a longer one because of bank holiday on monday, it was as well the weekend of some NFL games here in the city. But because of the stadium beeing far south of the center I did just mention a few US-Americans with jerseys. The tickets were to expensive for most of the Mexicans. But it was „Filux“ as well, the „International Festival of Lights“. This meant that some of the historic buildings were decorated in colourful lights and lightshows look place now and then. Anne and I were so lucky to see one on the front of Palacio de Bellas Artes while drinking a hot chocolate on a rooftop right next to it.

After spending some time on the market La Ciudadela with Anne I visited another one, the Bazaar Sábado, with Anna, the girl from England/Canada I met at the walking tour the first day. Due to some looong lines in front of Frida Kahlo Museu we needed to separate from each other. But I enjoyed the museum alone as well. Knowing some of the facts about Frida Kahlo I could enjoy her works and just add new information meanwhile. First of all her diary entries impressed me much.

The next day (number 4) was a very special one to me… because I stayed „at home“ and was very lazy! 🙂 Calling my parents on the phone, write the last text about the US, plan my next trips and watch some Netflix made the time fly by way too fast.

On Monday – day of the revolution – I left the city to drive to Teotihuacán to see the pre-historic sites with the pyramid of the sun and the moon and all the other buildings or what‘s left of them. It has once been the tallest buildings on earth some hundret years BC. I like such historic sites and history so I pretty much enjoyed the time there. But there will be lots of others on my further journey so I drove back early enough to catch sight of thousands of people doing their bank holiday shopping. All the stores have black friday sales which is known from the USA.

The very last day I joined Anne at work. Yeah, I spent 6 hours in school and tried to figure out how international schools and bilingual lessons work out. Glad I did it, because now I know that it doesn‘t matter where you work as a teacher, you „fight“ against very similar problems.

After that I did what most Mexicans really enjoy to do in their leassure time: I went to a wrestling event.

Maren

- Lehrerin auf Abwegen - Der Sommer wird für mich von August 2017 bis August 2018 anhalten, weil ich ein sog. Sabbatjahr einschiebe, um endlich das Reiseziel Südamerika anzusteuern. Was sollte da näherliegen, als in Nordamerika anzufangen, um über Zentralamerika den Süden zu erreichen? ;)

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