Arizona (USA) – The Grand Canyon State

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Am Lake Powell überquerten wir nicht nur den Glen Canyon Dam, also neben dem Hoover Dam den zweiten großen Staudamm am Colorado River, sondern warfen natürlich auch einen Blick auf die berühmte Horseshoe Bay und gönnten uns einen zweiten faulen Strandnachmittag am Antelope Point. Die größte Attraktion in der Gegend um Page ist aber (natürlich) der Antelope Canyon. Tatsächlich spreche ich hier mal wieder eine Empfehlung aus. Da der Upper Canyon sehr teuer ist, waren wir für 33$ im Lower Canyon. Alle Unternehmen bieten hier den gleichen Preis (selbe Navajo Familie) und der Lower Canyon ist sogar ein bisschen länger. Im Upper Canyon kann man die sogenannten „Beams“ bewundern, also als Strahl einfallendes Licht, in dem der Staub tanzt, daher kosten die Touren dort mehr. Jedoch sieht man die im November nicht mehr, also war das für uns total irrelevant. Außerdem hat der Lower Canyon den besten Guide ever. Nick von Dixie Ellis erklärte unglaublich viel zur Entstehung des Canyons, zur Region, zum Navajo First Nation Tribe, usw. Ich führte diesbezüglich auch ein super interessantes Gespräch mit ihm über die Bedeutung von Reservaten. Ganz nebenbei machte er dann noch für die Gruppe Fotos von bestimmten Steinformationen oder einzelnen Personen und riss ständig Witze. Schrecklich hingegen ist, dass man doch eher wie Vieh durch den Canyon gescheucht wird, weil hinter einem schon die nächsten Gruppen drängeln. Außerdem scheinen lange nicht alle Guides so gut drauf zu sein.

Weiter ging es dann zum Monument Valley. Man kennt die freistehenden Felsen, die übrigens wie fast alles meiner letzten Einträge durch Erosion entstanden sind, aus Film und Werbung (Cowboy auf Pferd mit Hut und Zigarette im Mund bei Sonnenuntergang…). Wir machten eine kleine Spazierwanderung um einen der Buttes auf dem Wildcat Trail und fuhren anschließend den Scenic Drive um noch ein paar weitere herum. Doch das beste war dann der unerwartete Aufgang des Vollmonds in dieser echt krassen Kulisse. Die kleine Hütte des Monument Valley Campgrounds gehörte durch diesen Blick definitiv zu unseren Highlights in Sachen Übernachtung. Außerdem mussten wir unsere Müslischalen quasi nicht spülen, weil das schon die beiden Katzen für uns erledigten. 😉

Auf dem Weg nach Flagstaff machten wir dann einen kleinen Abstecher ins Wupatki National Monument, wo in wiedermal beeindruckend schöner Landschaft die Ruinen von ehemaligen Indianer Pueblos stehen. Hier merkt man den Einfluss der spanischen Sprache bereits. Gleich im Anschluss befindet sich das Sunset Crater National Monument, wo wir einem Lehrpfad über Lavafelder folgten. Zum Abschluss des Tages ging es noch einmal zu Behausungen von vor unserer Zeit. Im Walnut Canyon lebten indigene Völker tatsächlich in luftiger Höhe in Räumen direkt unter Felsvorsprüngen. Was wir über deren Lebensweise im Canyon lernten hat uns begeistert.

Der zweite Tagesausflug begann am Meteor Crater etwas östlich von Flagstaff. Eigentlich wollten wir nur kurz auf den Kraterrand kraxeln und in die tiefe Grube von 3,7km Durchmessern schauen. Doch das kann man nur, wenn man auch fürs dortige Museum zahlt, was mit 18$ einfach nicht unserem Preisverständnis entsprach. Unser Jahrespass für die Nationalparks verhalf nicht zum Eintritt und so fuhren wir ein Stück am Kraterrand entlang, entdeckten keine Stelle, an der man hätte passieren dürfen, fotografierten stattdessen Kühe und fuhren weiter nach Osten. Dort gibt es den Petrified Forest National Park. Dabei handelt es sich um einen Landstrich, in dem hunderte versteinerte Bäume liegen. Die Bäume wurden vor Urzeiten dort angeschwemmt und von Schlamm bedeckt. Weil der so fehlende Sauerstoff die organische Masse nicht abbauen konnte, entstanden daraus stattdessen unterschiedliche Mineralien, die die Form der Bäume erhielten und heute in allen möglichen Farbrichtungen schillern. Sehr beeindruckend!

Die bekannteste Station Arizonas war dann der Grand Canyon. Am ersten Tag spazierten wir viel lesend den sehr guten Lehrpfad (Erdgeschichte, Entstehung und Entwicklung des Canyons, etc.) entlang und schauten uns schon einmal die ersten Etappen unserer geplanten Wanderwege für den nächsten Tag an. Dafür trennten wir uns wieder. Mein Experiment: Schaffe ich es 1800 Höhenmeter bis zum Colorado River hinunter abzusteigen, um nach einem kurzen Stück am Fluss entlang auf einem zweiten Trail wieder hinaufzugelangen? Von Seiten der Ranger (auf allen Karten, Infotafeln, usw.) wird das an einem Tag absolut nicht empfohlen. Doch nach ein paar Bewertungen darüber im Internet, der „wander-angenehmen“ Temperaturen und der Einschätzung meiner körperlichen Verfassung beschloss ich, dass mein Ego und ich das schon packen. 😉 Fazit: Für die 25 Kilometer brauchte ich 8 Stunden, wovon ich knapp 7 gelaufen bin – mit einigen Fotopausen, Wechsel der Kleidungsschichten (Der Temperaturunterschied zwischen der Canyonkante oben und dem Fluss unten waren gute 10°C.) und Vorbeilassen von Muli-Zügen. Die ersten 2 Stunden begleiteten mich nur meine Schritte und ein paar Raben, deren Flügelschläge unglaublich laut zu hören waren, während am Horizont die Sonne aufging. Später traf ich auf viele, die sich nach einer Nacht im Canyon auf dem Rückweg befanden. Der lange Abstieg und der schwere Rucksack (Wasser!!!) quälten mich etwas in den Gelenken, aber ich kam trotzdem fast 3 Stunden vor Sonnenuntergang wieder oben an. Zur Belohnung schlief ich dann extrem früh und fast 10 Stunden. 🙂

Die restliche Etappe in Arizona fuhren wir überwiegend auf der nostalgischen Route 66. Meistens führt die einst von Chicago nach LA führende Straße direkt neben einer Interstate oder wurde durch selbige ersetzt. Entlang der Route gibt es entweder nichts mehr oder kleinere Städtchen, die verzweifelt versuchen, die kurze Zeit des Booms entlang der Route auf nostalgische Art zu erhalten. Das bedeutet es gibt viele Souvenirläden und Unmengen von Schildern, alten Autos, verfallene Gebäude, usw. Wir besuchten Seligman, weil wir dort bei einer deutschen Auswanderin im Lokal gerne Schnitzel und Spätzle gegessen hätten, was es jedoch zur Mittagszeit leider noch nicht gab (FAIL!), Kingman (Route 66- und Mohave Museum für 4$ zus. sind empfehlenswert), Chloride und Oatman. In letzterem warteten wir zwar vergeblich auf das angekündigte Shoot-out, doch das leckere Eis und die mega tollen Esel machten mich stundenlang glücklich! 😀

 

 

— English version —

We crossed Glen Canyon Dam (second dam at Colorado River) at Lake Powell, had a quick look at famous Horseshoe Bay and relaxed for another afternoon at a small beach near Antelope Point. The biggest attraction near Page is for sure Antelope Canyon. I recommend to go into Lower Canyon with Dixie Ellis. But ask vor Nick who was the best guide ever! He explained so much about the canyon and it‘s history, about nearby landscapes, the Navajo First Nation tribe and whatever came to his mind. He took pictures and showed how to take some good ones with smartphones and he still had time to tell lots of jokes. I had some nice chat about reservations with him. But I didn‘t like to be forced forward from the groups following behind.

Next destination: Monument Valley. You might know the buttes and piles from movies or advertisement (Cowboy sitting on his horse while sunset waring a hat and smoking some cigarettes…). We followed Wildcat Trail and drove the Scenic Drive around some of the stone formations. But the best came after the planned things. In our cabin on Monument Valley Campground we could watch the rising moon in that spectacular landscape. So this became one of our absolutely best accomodations of the trip.

Driving to Flagstaff we stopped at Wupatki National Monument where we could walk to some old indian pueblos. Spanish starts to be part of the names now. Right next to it Sunset Crater National Monument is located. We followed an educational path thru lava fields. In the end of the day we climbed down some stairs into Walnut Canyon where other indian people lived some houndred years ago. They built rooms right under rocks and managed to live somewhere between water on the canyon‘s buttom and it‘s rim.

The second daytrip started at Meteor Crater. We wanted to climb the ridge, but you have to pay for the museum as well, if you want to see the huge hole. 18$ was too much for us so we tried to find a way nearby, but there were just cows and no way up to the crater. We drove to Petrified Forest National Park instead and didn‘t regret anything about that. There are lots of petrified trees lying around everywhere in colourful landscape. Thousands of years ago a flood brought the logs to this area and covered them with mud. There wasn‘t enough oxigyn to destroy the organic material and so it changed to minerals which kept the shapes of the logs and appear in lots of different colours.

The most famous spot in Arizona might be the Grand Canyon. We strolled along the South Rim on our first day in the recreational area. We learned some facts about the canyon‘s history and the earth. Meanwhile we spotted the trails we wanted to do the very next day. For those hiking trips we split up again. My challenge: Will I be able to walk down more than 3000 feet to reach the Colorado River, follow some path along and make my way back up to the rim again? Rangers, park management and signs tell you not to do this in one day, but in such good weather conditions (not too warm, not too cold) and with my experience it should be possible. I started while the sun rose and reached the ground 2,5 hours later. My footsteps and some ravens were my only companions first. But on my way back up I met lots of others (on their second day). My hips and knees hurt a little, but I made it almost 3 hours befor sunset. After that I slept very early and for almost 10 hours. 🙂

The last part in Arizona meant following the historic Route 66. It once lead from Chicago to LA but nowadays the big Interstates are used. Some smaller towns still try to keep the nostalgic feeling of the times where towns on the route boomed, which means they have lots of gift shops, signs, old cars and houses which fall apart. We passed Seligman, Kingman, Chloride and Oatman, where we ended up waiting for the shoot-out which didn‘t take place but we fell in love with those super cute burros in the streets. 😀

Maren

- Lehrerin auf Abwegen - Der Sommer wird für mich von August 2017 bis August 2018 anhalten, weil ich ein sog. Sabbatjahr einschiebe, um endlich das Reiseziel Südamerika anzusteuern. Was sollte da näherliegen, als in Nordamerika anzufangen, um über Zentralamerika den Süden zu erreichen? ;)

6 Gedanken zu „Arizona (USA) – The Grand Canyon State

  1. Hei hei mal wieder,
    der kleine Esel sieht so knuffig aus. Freu mich schon, wenn er bei uns ankommt;)
    Die Bilder und dein Blogbericht sind mal wieder fantastisch.

  2. wow, petrified forest und painted desert wären genau mein ding gewesen (von Arizona kenne ich nur den Süden, außer Kakteenwälder, rattlesnakes und Glückspielhöllen in den Reservaten gab’s da nix .. buhuuuu).
    Ich brauch‘ auch ein Sabbatjahr !
    Der Mondaufgang kommt fototechnisch mega gut raus. Sind das bewohnte Zelte?

    1. Ich hab dafür noch keine rattlesnakes auf meinen Pfaden gefunden. Muss auch nicht. Eidechsen reichen mir. 🙂
      Die Zelte waren, so glaube ich, Teil einer der Campgrounds dort.

      Ein Jahr aussteigen kann generell erst mal jeder. Frage nur wie gut… Do it! 😉

  3. Bist Du irre? 25 km Wanderung? Im Grand Canyon? Respekt.
    Hast ja mal wieder tolle Fotos gemacht!
    Was mich stets bei Deinen Berichten überrascht: Eintrittspreise für Gegenden – hä? Ich stelle mir vor, wir müssten fürs Wandern z.B. im Schopflocher Moor oder rund um den Uracher Wasserfall ein Ticket lösen. Unvorstellbar. Noch.
    Bleib gesund.

    1. Dass ich verrückt bin, ist doch allgemein bekannt, oder nicht? 😉
      So irre war’s denke ich gar nicht, denn ich bin ja seit Wochen im Schnitt fast jeden zweiten Tag wandern und mit deinem Sohnemann waren einige 20km-Touren dabei, also bin ich für sowas echt fit genug.

      Ja, es ist komisch für Natur Eintritt zu bezahlen. Dafür wird sie vielleicht besser erhalten bzw. den Leuten nähergebracht. Es gibt überall Visitor Center, Infomaterialien, Karten, Empfehlungen durch Ranger, usw. Es nervt jedoch echt, dass man für State Parks und manche National Monuments nochmal extra (teils nicht wenig) ausgeben muss, obwohl man den Jahrespass für die National Parks dabei hat.

      Ich geb mein bestes. Du/Ihr auch (v.a. in der Werkstatt)!

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