Central California (USA) – The Golden State

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Nach sechs, statt drei Stunden kamen wir vor den Toren des Yosemite Nationalparks an. Im Roadhouse 29, das wir für die erste Nacht noch alleine bewohnten und uns dann mit einem anderen deutschen Reisepaar teilten, ließen wir uns gemütlich nieder, da es ein großes Wohnzimmer und eine Küche hatte. Für mich ist es manchmal schier unerträglich, keine anständigen Mahlzeiten zubereiten zu können, weil ich das Essengehen weder gewohnt bin noch finanziell einsehe, wo doch alles eh recht teuer ist. Also genoss ich neben absoluter Ruhe auch gesundes, leckeres, selbstgemachtes Essen und anständiges Frühstück.

Den ersten Tag im Nationalpark verbrachten wir mit einer kleinen Wanderung am Ende des Yosemite Valleys, die uns zu den Vernal- und Nevada Falls brachten. Wiedereinmal galt die Regel: Je mehr Höhenmeter, desto weniger „Verkehr“ auf dem Wanderpfad. Und es waren mit knapp über 1000m genug davon. 😉 Auf dem Rückweg hielten wir noch kurz am Fuße eines der berühmtesten Kletterfelsens der Welt an – El Capitan. Diesen Sommer ist ein großes Stück des Felsens abgebrochen und hat Kletterer getötet, dennoch sahen wir täglich Kletterer als winzige Punkte in der unbezwingbar erscheinenden riesigen Felswand.

Tag 2 verbrachten wir mit einer für mich „Spazierwanderung“ um und auf den Sentinel Dome sowie zur Felsspitze Taft Point. Von beiden war die Aussicht um Weiten besser als vom Hauptturispot Glacier Point, von wo aus wir am Morgen noch in das vernebelte Tal, in dem wir am Vortag waren blicken konnten. Unterwegs wechselten wir von Mütze zu kurzer Hose, von Schneeballschlacht zu Sonnenpäuschen und von verlassenen Pfaden zu Wanderautobahnen. Zum Glück gab uns eine Rangerin den Tipp, sehr früh am Morgen zu starten. 🙂 Wir mussten an diesem Tag an einem aktiven Waldbrand vorbeifahren, was immer bedeutet, ganz schnell die Klimaanlage des Autos auszuschalten. Die Nadelbäume nutzen die Feuer hier, um ihre Zapfen zu öffnen und die Samen in die frische Asche zu verstreuen, um so schnell neue Bäume wachsen zu lassen.

 

Nachdem der Tioga Pass auf Grund des plötzlichen Schneefalls zwei Tage zuvor gesperrt war, wurde unser sehnlicher Wunsch, ihn befahren zu können, tatsächlich erhört und so konnten wir am dritten Tag im Park von dort aus wandern gehen (Noth Dome Trail) und die krassen, mehrmaligen Landschaftswechsel beim Befahren gen Osten bestaunen. Bis auf kleinere Kletterpassagen, die ich bisher mal für 2-3 Minuten alleine gemacht habe, war das auch der erste Tag, an dem ich ein paar Kilometer weiter wanderte als Flo, der ein Stündchen in die Landschaft blickte, bis ich zurück war, um gemeinsam weiterzugehen.

 

Die Passtraße führte uns dann zum Mono Lake, dessen Tuffsteingebilde am Ufer in der untergehenden Sonne herrliche, wenn auch irgendwie surreale Bilder ergaben.

 

Bei Mammoth Lakes, einem Skigebiet, bestaunten wir zunächst die Devil‘s Postpiles, die mich sehr an den „Giants Causeway“ in Nordirland erinnerten, und erklommen dann via Crystal Lake Trail eine Anhöhe kurz unterhalb des Gipfels, von wo aus man gleich mehrere der übereinander liegenden Seen bestaunen konnte. Weite Teile des Pfades und vor allem das Ende, des Trails waren dabei verschneit, was dem Ganzen etwas Besonderes verlieh. Ohne GPS wäre das Nachverfolgen des Weges jedoch unmöglich gewesen. Ein Hoch auf die Technik und meine guten Bergstiefel! 🙂

 

Und wieder erlebten wir an ein und demselben Tag einen krassen Landschafts- und Temperaturwechsel. Wir steuerten ein kleines Stück südlich die heißen Quellen von Hill Top an und wollten uns in einer der gemauerten Badewannen („hot tubs“) genüslich tun. Doch die beliebteste war überfüllt und der Crab Cooker, in dem man hätte tatsächlich Krabben kochen können, war viel zu heiß. Dennoch war es eine lustige Suchaktion, denn wir hatten nur Textbeschreibungen zur Lage der Quellen.

Es zog uns uns auf dem Weg nach Süden in die Alabama Hills, die als Drehort vieler Western Movies dienten. Dort gibt es einige Felsbögen und Tore, die man zum Teil ganz schön suchen muss. Doch das Stapfen nach GPS durch die wüstenähnliche Landschaft mit kleinen Büschen in steigender Hitze hat auch echt Spaß gemacht. Denn die angestrebten steinernen Ziele haben wir immer gefunden.

 

Mit Wüste und steigenden Temperaturen ging es dann weiter. Im Death Valley Nationalpark ist zwar nicht alles tot, aber ich wäre das wahrscheinlich im Sommer. Denn wir erreichten auf unseren kleinen mini Wanderungen im Mosaic- und Golden Canyon, auf den Salzfeldern des Badwater Basins (85,5m unterm Meeresspiegel) und auf dem Badwater Loop am Zabriskie Point nette 35,5 bis 40,5 Grad Celsius. Allein die Höhe des Dante‘s View und die Nächte boten Abkühlung. Manche Sachen konnte man zum Glück auch aus dem Auto heraus anschauen (Klimaanlage!) wie den Artist‘s Drive oder den 20 Mule Team Canyon. Letzterer nennt sich so, weil beim Natriumborat-Abbau Ende des 19. Jahrhunderts Gespanne aus ca. 20 Eseln eingesetzt wurden. Die Reste einer der Abbaustätten schauten wir uns an (Harmony Borax Works). Übernachtet haben wir zweimal außerhalb des Nationalparks, da innerhalb kaum etwas zur Verfügung steht und wenn, dann natürlich viel zu teuer, wie immer.

 

 

— english version —

After six instead of three hours we finally reached Roadhouse 29 which was our base for the days in Yosemite National Park. We enjoyed the kitchen and proper healthy selfmade food and a big living room, first alone and then with another German travel couple. I dont‘t like going out to eat very much. On the one hand I‘m no used to it and on the other hand I cannot afford due to the prices in North America. For that I loved staying in that house and prepare meals and proper breakfasts.

The first day inside the national park we spent hiking to Vernal- and Nevada Falls. Again there was the rule: The more elevation the less people. And it has been at least 3300 feet. 😉 On our way back out the Yosemite Valley we stopped by one of the world‘s most famous climbing rocks – El Capitan. This summer a huge part of it broke off and killed some climbers. Though it was kind of incredible to stand on it‘s bottom to watch the small points of human beings climbing up that huge wall.

We spent day 2 with another easy hike (for me) around and to the top of Sentinel Dome and to the rock way up the Valley Taft Point. We had amazing views and were happy to stand on Glacier Point early in the morning. Coming back to the parking lot meant masses of people out there. This day we changed from walking paths all alone to crouded hiking „highways“, from jacket to shorts, from snow ball fights to sunbathing. For this we had to pass an active wildfire which meant to turn off the A/C immediately to avoid the bad smell of the smoke inside of our car. But the fir needs the fires so they open theirselves to spread the seeds into the air for growing new plants out of the ashes.

After the sudden snow two days ago Tiago Pass was closed but lucky us it opened again right on time so that we could drive east the third day. We had a short hike on North Dome Trail to Indian Rock and separated in the end. Flo enjoyed staring at all the mountains surrounding him while I hiked some steep elevation down and up again for one hour before we made our way back to the car.

Tioga Pass leads through several changes of landscape. All very different from each other and stunning. On it‘s eastern entrance we reached Mono Lake. The tufas were beautiful but strange buildings in the sunset.

Near Mammoth Lakes we visited Devil‘s Postpiles which reminded me of the „Giants Causeway“ in Nothern Ireland. We then climbed to Crystal Lake and a little further up until the path ended in snow and unhikable rocks. Glad to GPS I could find our way without seeing the path and I thanked myself with a little „bath“ in the snow. 😉

And again we saw a change in landscape and temperature. We wanted to take a bath in one of the hot tubs of Hill Top but one was too crowded and the other was way too hot to go in. It‘s name is Crab Cooker due to his high temperature in which you could easily cook crabs. But we had fun searching for those hot springs with nothing but written desciptions.

On our way south we came to Alabama Hills which were used as spot for many western movies. There are lots of stone arches. We needed to search some of them with GPS and though it got very hot in the midday sun I had fun to walk and climb the rocks and bushes. At least we found all our objects.

Bevore leaving California for some time it went on with deserts. In Death Valley National Park not everything is dead but I would have been if I came here in summer time. Our super mini hikes through Mosaic- and Golden Canyon, the walk into the Badwater Basin 280 feet below sea level, and the Badwater Loop starting at Zabriskie Point meant walking in up to 105°F! I‘m defo not made for such high temperature. I was glad we had some higher points in the mountains (Dante#s View) and could see some of the attractions by car (Artist‘s Drive and 20 Mule Team Canyon). Last one is named after the Borax works and their tracks with around 20 mules to carry the „white gold“ out of the valley. We visited Harmony Borax Works, one of the former sites. As usual for national parks we needed to book our accomodations outside and drive a little more but in the parks rooms are too expensive.

Maren

- Lehrerin auf Abwegen - Der Sommer wird für mich von August 2017 bis August 2018 anhalten, weil ich ein sog. Sabbatjahr einschiebe, um endlich das Reiseziel Südamerika anzusteuern. Was sollte da näherliegen, als in Nordamerika anzufangen, um über Zentralamerika den Süden zu erreichen? ;)

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