Oregon (USA) – The Beaver State

An Oma senden
Unser Roadtrip geht weiter und weiter und wir sind jedes Mal überrascht, wie oft und schnell sich sowohl in Kleinigkeiten, aber auch sehr drastisch die Landschaft verändert. Wir waren viel an der Küste, aber auch etwas im Landesinneren unterwegs, das heißt in der folgenden Bilder- und Videostrecke gibt es einen bunten Mix von fast allem. Ich möchte nun etwas von den Erlebnisberichten, wie ich sie bisher geschrieben habe, wegkommen, und anfangen, mehr über landestypische Dinge zu schreiben bzw. über das, was mir sonst so durch den Kopf geht. Doch selbst das Aussortieren und „Webfähigmachen“ der Bilder kostet ganz schön Zeit. Zum Tagebuchschreiben komme ich quasi gar nicht mehr, denn entweder bin ich am Fahren oder Navigieren und außerhalb des Autos bin ich natürlich nicht daran interessiert stillzusitzen. 😉 Also mal sehen, wie sich mein Blog in den nächsten Wochen weiterentwickelt, solange ich noch im Team unterwegs bin. Hier nun also der erste Versuch, mehr Bilder und weniger Text einzubauen…

Wir erreichten Oregon über eine seeeehr lange Brücke über den Columbia River, den ich schon aus Kanada kannte.

Columbia River, Astoria

Auf dem Weg an der Küste entlang konnten wir wiedermal nur staunen. Die Videos kennt ihr schon…

Danach erreichten wir Portland, Oregons größte Stadt. Wir couchsurften bei Jessye, einer Freundin einer Freundin eines Freundes. Auch deren Nachbarn, die wir auf der Straße trafen, waren super mega freundlich und hilfsbereit. Wir waren am Wochenende dort, was perfekt passte, denn der Saturday Market gefiel uns so gut, dass wir stundenlang dort verbrachten. Abends gönnten wir uns lokalen Cider. 🙂

Nach einem kleinen bisschen Stadt ging es zurück in die Wildnis. Leider brachen neue Waldbrände aus, sodass wir unsere Wanderung mit Wasserfällen am Columbia River nicht haben machen können, weil zum Einen die Zufahrt über den alten Highway gesperrt war und zum Anderen der Aufenthalt in den Wäldern auch einfach gefährlich gewesen wäre. Stattdessen landeten wir auf einem Army Stützpunkt, als wir eine Talsperre anschauen wollten.

Die zweite Hälfte des Tages klappte dann auch nicht wie geplant, denn der Mt Hood hatte Neuschnee und darauf war mein Reisebegleiter nicht so ganz vorbereitet. Stattdessen suchte ich einen schönen Rundwanderweg zu einem Wasserfall aus, der das Wander- und Naturherz am Ende schließlich doch noch beglückte.

Der zweite Tagesausflug in Sachen Berg/Vulkan verlief dann deutlich erfolgreicher. Allerdings fand dieser auch wieder auf der anderen Seite des Columbia Rivers, also in Washington statt. Im Gebiet des National Vulcanic Monuments bezwangen wir so manche kurvenreiche und beschädigte Straße durch sehr krasse Landschaftsbilder, um den Mt St. Helen’s zu erreichen. Dort wanderten wir ein paar Stunden zu dessen Fuße und waren schlicht überwältigt von der Vorstellung, dass dieser Berg/Vulkan einmal 400m höher war und rund, statt in Hufeisenform.

Doch damit nicht genug: Über die „windy roads“ ging’s wieder hinunter ins Tal und halb um den Vulkan herum zu den Ape Caves, einer mehrere Kilometer langen Höhle, die die Lava nach einem Ausbruch hinterlassen hatte. Mir hat die Kletterei in der Höhle sehr viel Spaß gemacht, auch die kleine Mutprobe in Form des „Lava Falls“, also einem erstarrten Wasserfall, den man runterspringen musste. Dabei habe ich leider nur eine Fledermaus gesehen, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Bei Nacht wieder herauszuklettern und zurück zum Auto laufen zu müssen war da deutlich gruseliger. Glücklich bin ich auf jeden Fall auch darüber, dass ich nach normalen Höhlen, Tropfsteinhöhlen und einer Gletscherhöhle in der Arktis nun auch noch eine Lavahöhle durchquert habe. Bleibt… eine unter Wasser?!

Zurück in Oregon erweiterten wir unsere kleine Reisegruppe um die 20-jährige Clara, ebenfalls aus Deutschland und schon einige Monate in Nordamerika unterwegs. Mit im Gepäck hatte sie frischen Ziegenkäse von der Farm, auf der sie zwei Wochen gearbeitet hatte. *yummi* Gemeinsam ging es zurück an die Küste… Dort hatten wir viel Sonne, viel Wind, zwei (krasse) Gewitter, viele Grauwale (neben Buckelwalen und Orcas nun die dritte Familie, die ich sehr nah zu Gesicht bekam) und die seltsamsten Steinformationen, durch die das Meerwasser quoll, spritzte, sprühte,…

Ja, und dann kam es wiedereinmal zu einem sehr krassen Landschaftswechsel mit sehr krassem Wetterwechsel. Nach ein paar Wasserfällen…

…wollten wir am Crater Lake wandern gehen. Kleiner Nebenfakt: Der Vulkan brach zweimal aus, daher gibt es einen kleinen Vulkan in Form einer Insel im Kratersee des großen Vulkans. Doch wir fuhren dann nur – sehr beeindruckend – auf der Kante des Kraters um den See, weil wir absolut nichts sehen konnten vor lauter Wolke/Nebel. Flo und Clara wollten bei -2°C keine Wanderung machen und auch keinen Schneemann bauen. 🙁

Am Ende der Tour durch Oregon – ein wunderschöner, sehr grüner (weil überall Wald) Staat – besuchten wir die Heimatstadt Grants Pass meiner Freunde Hannah und John, die Felix und ich in Seattle besuchten. Hannah vermittelte mir den Kontakt zu Michael, einem Mann, den man sofort als seinen Opa „adoptieren“ würde. Er zeigte uns einen Teil seines Lebenswerkes, sein selbstgebautes Haus, eine Hütte dazu, alles aus Holz, seine Werkstatt, in der er jahrelang Streichinstrumente baute (leider hat er bereits alle seine Celli verkauft und ich konnte keines davon spielen) und die Werkstatt für seine Autos und Roadster. Sogar sein Hund Moose (=Elch) war zu beneiden, dass er irgendwo außerhalb der Stadt auf einem riesen Stück Land umgeben von Wald leben darf. Ich bewundere ihn für diese Projekte, wie er es nennt, und verstehen Hannah total, dass sie die Zeit, die sie bei ihm in der Werkstatt verbrachte, so genießen konnte, denn Michael zeigt einem nicht nur die Liebe zu Holz und dessen Verarbeitung, sondern auch, dass man nie aufhören sollte, das zu tun, was einem liegt und dass es unglaublich zufriedenstellend ist, mit den eigenen Händen Dinge zu schaffen.

Am Ende wurden wir noch zu mexikanischem Mittagessen eingeladen. Gesättigt und glücklich verließen wir an diesem Tag den Bundesstaat und erreichten Kalifornien.

(Und nun habe ich gefühlt genauso viel geschrieben wie zuvor auch immer…)

 

— english version —

The roadtrip goes on and on and on… and we‘re so surprised by how fast landscapes can change. We drove a lot at the coastline but crossed Interstate 5 several times to see the forests and mountains inside the state as well. I try to stop writing too much and give you some more pics and videos but I might fail… 😉 Writing and making vids and pics readdy for the internet takes a lot of time and I feel kind of stressed these days, so I need to be a little more careful with myself and my healt. But it‘s fun as well, so don‘t mind, there will be loads more texts and stuff. 🙂

We reached Oregon via the bridge in Astoria which leads over Columbia River. I already new this one from Canada. After spending some time at the coast with lovely hikes to beaches we drove to Portland which we liked pretty much, especially the Saturday Market and all those friendly and helpful people. We couchsurfed at Jessye, a friend‘s friend‘s friend. 😉

There were some new wildfires so we needed to skip our hiking tour in Oneonta Gorge. We visited the dam instead. Mount Hood got some new snow over night so we skipped the hiking tour there as well. We ended up walking to Tamanawas Falls and a longer way back to the car.

The second day of hiking was in National Vulcanic Monument in Washington. We were so much impressed by how natures fights back after an eruption of Mt St. Helen‘s in 1980. It was a great day out there next to the vulcano and Spirit Lake. And I saw a mountain goat which I waited for in the Rockies but never could find any.

While sunset we climend into an lava cave (Ape Caves) and managed to get trough that loooong and dark tunnel with it‘s lava falls and a small bat flying over our heads. After the caves in Germany and the ice cave in a glacier in the Arctic some years ago this was my new experience. What‘s left is a cave under water… 😉

Back in Oregon we took Clara, a 20-year old girl from Germany, with us. She has worked on a farm and got fresh goat cheese for the trip. *yummie* The three of us went back to the coast wehere we saw grey whales, had lots of sun and wind and some strong lightning and thunder. The rocks have such funny shapes that the ocean waves do funny things. Watch the videos above!

But again we left the costline for some hiking tours. We wanted to do some at Crater Lake. But the weather conditions changed to a sudden winter, so no hike ‘cause Flo and Clara were too cold. We drove around the crater insted. Impressive enough though we hardly could see anything.

In the end we stopped at my friend‘s home town Grants Pass. So this is my special thanks to Hannah: I had such a great day out there at Michael‘s place, he showed me so much and first of all how pretty life can be if you make things with your own hands and keep on going even if you get older. I wish I had my camera with me ‘cause this place is really worth it. I couldn‘t play one of his Celli ‘cause he sold them all some time ago, but I saw how he – and you – have worked on the instruments and I would love to learn to build some as well. Michael promised to send you pictures of the new house he‘s bulding at the moment – all out of wood again – as soon as it is finished. And in the end he invited us all to his favorite mexican diner. I‘ll keep that day in mind for sure. Thanks again!

Maren

- Lehrerin auf Abwegen - Der Sommer wird für mich von August 2017 bis August 2018 anhalten, weil ich ein sog. Sabbatjahr einschiebe, um endlich das Reiseziel Südamerika anzusteuern. Was sollte da näherliegen, als in Nordamerika anzufangen, um über Zentralamerika den Süden zu erreichen? ;)

2 Gedanken zu „Oregon (USA) – The Beaver State

  1. Hallo Maren, das ist ja mal wieder richtig beeindruckend. Ich wünsche Dir, dass bei dieser unglaublichen Fülle an Erlebnissen auch noch in Jahren und Jahrzehnten genug davon hängen bleibt. Andere Menschen bestreiten ein ganzes Leben mit dem, was Du in ein paar Wochen an Erfahrungen machst.

    So, es ist Sonntagmorgen, die Sonne scheint strahlend und wir gehen jetzt wandern – im suebian summer in the suebian highlands 😉

    Mach‘s weiterhin gut und bleib gesund.

    Die Videos sind übrigens super.

    Grüße
    Frank

    1. Guten Morgen,
      danke für den lieben Kommentar. Tatsächlich hab ich auch Angst, das alles wieder zu vergessen. Ich sollte wieder mehr Tagebuch schreiben nebenher, um auch die ganz persönlichen Gedanken und Emotionen einfach festzuhalten. Bald brauche ich definitiv auch mal ne richtige Pause vom Fahren und täglich Neuem sehen. Alles zu verarbeiten ist nämlich auch anstrengend.
      Super viel Spaß beim heimatlichen Wandern. Ich könnte jetzt sagen, die Wanderungen hier sind viel besser, aber ich liebe die daheim genauso! 😉
      Liebste Grüße aus dem kalifornischen Küstensonnenschein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.