New York City (USA)

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Warum heißt der „Big Apple“ eigentlich so? Natürlich gibt es dazu mehrere Theorien und wenn es euch interessiert, müsst ihr googlen, denn ich nenne nun keine, von deren Richtigkeit ich nicht auch überzeugt bin. 😉

Die Busfahrt von Montréal in Kanada nach New York ließ etwas zu wünschen übrig. Bereits mit etwas Verspätung ging‘s kurz vor Mitternacht los. Vor der Grenze mussten wir dann zwei Stunden warten, weil die Abfertigung der Busse vor uns so lange dauerten. Das Prozedere selbst ging dann jedoch echt zügig. Vielleicht auch, weil unser Busfahrer alle super gut instruiert hatte. Meine Empfehlung beruhend auf meinen nächtlichen Erfahrungen zum Grenzübergang auf dem Landweg ist es, das Formular I-94 online auszufüllen und die 6 USD dabei gleich zu bezahlen. Man kriegt an der Grenze dann einen grünen Abschnitt mit dem spätesten Ausreisedatum in den Pass. Das erspart Zeit und freut den Grenzbeamten. Alternative: Wer mit dem öffentlichen Bus (z.B. Greyhound) ankommt, kriegt vorher vom Fahrer schon das Formular, um es handschriftlich auszufüllen und muss dann vor Ort bezahlen. Man braucht definitiv kein Esta, auch wenn das von vielen im Internet empfohlen wird (nicht vom Auswärtigen Amt).

Mein Plan war es, nach der Grenze in einen friedlichen Schlaf bis NYC zu fallen, denn es erschien mir schlau so einen Tag und eine Nacht im Hostel zu sparen. Leider ging jedoch kurz darauf die Heizung des Busses kaputt, wodurch alle so sehr froren, dass eine Weiterfahrt unmöglich war. Der Fahrer versuchte an zwei außerplanmäßigen Halts das Ganze zu richten, scheiterte aber und konnte erst in Albany einen anderen Bus organisieren. Mit diesem und weiteren zwei Stunden Verspätung kamen wir dann kurz vor 9 Uhr heil und wieder warm in New York City an.

Natürlich wollte ich den ersten Tag nicht verschlafen und so kämpfte ich gegen die Müdigkeit an und machte erst einmal einen laaangen Spaziergang durch den gesamten Central Park und hinein ins Getümmel Manhattans. Ich hatte erwartet, dass es mich komplett erschlägt, doch erstaunlicher Weise erschien mir alles nicht so riesig, wie in Filmen und auf Fotos. Das spricht wohl für die Leute hinter der Kamera. Klar, sind die Wolkenkratzer echt hoch, natürlich nervt die Menschenmasse auf den Gehwegen manchmal und nachts am Times Square geht eigentlich gar nichts mehr vor und zurück, aber sonst hielt mich nichts davon auf, die Stadt genauso zu erkunden wie jede andere vorher, mit dem einzigen Unterschied, dass ich mir eine Metrocard holte, um uneingeschränkt Subway fahren zu können. Da ich die ersten Fußleiden hatte – es sind halt doch täglich 20km oder mehr, die ich zu Fuß zurücklege – war ich auch ganz froh drüber. Zurechtgefunden habe ich mich auch sehr schnell, ganz nach der Devise: Wenn ich ein städtisches U-Bahn Netz beherrsche, kriege ich auch fremde hin. Hilfreich ist in jeder Stadt einfach eine offline Karte mit allen Haltestellen und Linien auf dem Handy. Zusammen mit der offline Karte von Google Maps und GPS echt ein starkes Team. Etwas furchteinflößend ist es in NYC nur, dass die Subway-Tunnel viele Löcher haben, zu denen es reinregnet und die Pfeiler und Träger sehen stellenweise etwas marode aus. Vielleicht – und weil man unter Tage eben nicht so viel sieht – habe ich mich deshalb dann doch auch öfter für den ein oder anderen Fußmarsch entschieden.

Jeder kennt unglaublich viele Orte und Gebäude der Stadt, die man gesehen haben muss, und natürlich habe ich diese alle abgeklappert. Dabei habe ich jedoch auch so manches Fleckchen gefunden, von dem ich vorher nichts gelesen, gehört oder gesehen hatte. Zu meinen Lieblingsorten gehören der Tyron Park, der Chelsea Market, sämtliche Piers auf der westlichen Seite und natürlich die Aussicht vom Rockefeller Center („Top of the Rocks“). Zu letzterem gleich einen Tipp: Wer den Sonnenuntergang sehen möchte, sollte das Ticket für eine Stunde vor selbigem holen. Nachdem ich nur die letzten drei Sekunden nach aller Warterei auf dem Weg nach oben gesehen habe, habe ich dafür die goldene Stunde nach Sonnenuntergang genießen können und blieb gleich noch etwas länger, denn die Warteschlange für den Fahrstuhl nach unten war einfach zu lange.

Blick azufs Empire State Building vom „Top of the Rock“(-efeller Center)

Schön war auch die Fährfahrt nach Staten Island, die sogar umsonst ist. Mit Wind in den Haaren und strahlendem Sonnenschein konnte ich den perfekten Blick auf Manhattens Skyline und die Freiheitsstatue genießen. Das Gleiche ging dann noch einmal beim Überqueren der Manhattan- und der Brooklyn Bridge. Wohnen würde ich übrigens am liebsten in Brooklyn Heights, meiner Meinung nach ein echt schöner Stadtteil.

Weil es nach einem Regentag plötzlich 30°C hatte, legte ich noch einen kleinen Strandnachmittag in Coney Island ein. Das Wasser war herrlich, der Strand aber zu voll, wenn man sonst eher an Nord- und Ostsee lag. Das schwül-heiße Wetter war fast so anstrengend wie der Regen, bei dem ich natürlich in Museen gehen können hätte, aber Parks und Straßen waren so schön leer, dass ich einfach mit Regenjacke Sightseeing machte. Dieses wurde dann auch noch durch die „Brasilian Streetdays“ in Manhatten und die „West Indian Street Parade“ in Brooklyn ergänzt, die am langen Labour Day-Wochenende stattfanden.

9/11 Memorial
Statue of Liberty

Insgesamt war es genug Zeit, um verschiedene Stadtteile, die typischen Tourispots und ein bisschen Alternativprogramm (Jonglieren im Bryant Park, die Festivals, Open Air Oper auf Filmleinwand, Spanischlernen im Highline Park, …) zu erleben. Aber nach Einbahnstraßen für Fußgänger und Radfahrer, dauernd hupenden Autos, mehr gehörtes Spanisch und Deutsch als Englisch, und einem älteren Mann, der mich nachts aus meinem Bett im Frauenschlafsaal werfen wollte (Ich weiß immernoch nicht, wieso seine Schlüsselkarte bei uns funktioniert hat!?), bin ich auch froh, morgen an die Westküste und in die Wildnis aufzubrechen.

Ein kleiner Städte-Reise-Tipp noch am Rande: Alle Orte, die ich besuchen wollte, habe ich bei Google Maps einfach markiert und die Markierungen dann wieder entfernt, sobald ich dagewesen bin. Super praktisch.

 

— English Version —

Why is NYC called the „big apple“? Of course there‘s more than just one theorie so pls google yourselves. I would never go for one which I cannot secure. 😉

Driving by Greyhound from Montréal to New York over night was a good plan for saving some money and a day I thought. But we started delayed shortly before midnight and had to wait for two hours at the boarder because some busses in front of us took their time. Our procedure had gone very quick though. But shortly after the boarder the heating broke down and sleeping was impossible. Even the driver had his problems in keeping fine, so he tried to fix it two times – he failed. In Albany we could change to another bus and the last two hours I finally fell asleep and with some big delay we savely arrived in New York City at 9am.

I didnt‘t want to sleep the first day of my stay so I forced myself to go out and walked through the whole Central Park from north to south and straight into the humming live of Manhattan. I had expected that the city would drive me crazy but for me it didn‘t appear as huge as I was thinking after looking at pictures and watching movies. Good work from all the camera men, I think. 😉 But of course the skyscrapers are very high, the masses of people on the paths sometimes are really annoying and going forward on Times Square at nighttime is nearly impossible. All this couldn‘t stop me from exploring NYC the same as every other city. The only difference was the metro card I bought for unlimited transport and I did need it! Using the system didn‘t freak me out. I think if you‘re able to manage one system you can do it with others quite as well. But the holes through wich the rain drops into the stations and some of the building materials are kind of very old and spooky. It might be caused to these points that I continued walking a lot and for another reason, on streetlevel you can see much more.

So everybody knows lots of places and buildings to visit and I saw them all for sure. While wandering around I found some other nice spots which I wasn‘t told to go by travel guides, pictures and movies. Some of my favorites were the Tyron Park, Chelsea Market, nearly all of the piers in Manhattan West and not to forget the observation deck of Rockefeller center („Top of the Rocks“). To go up there for sunset choose a ticket time one hour earlier. Otherwise you‘ll get stuck in the quewing lines with all the others who are waiting for the elevator. Well I missed sunset and enjoyed the golden hour afterwards and the starting night. Getting down again means waiting a lot again so I decided to stay on top for a little longer to avoid the very big masses. Very beautiful too was the Staten Island Ferry which is for free. I had lovely views at Manhattan‘s skyline and the Statue of Liberty. Same is by crossing Manhattan- and Brooklyn Bridge by foot. And if I lived in New York I would prefer Brooklyn Heights. I really liked the houses and streets there.

After one day of rain which I spend outside as well (could have gone to some museums but the parks and streets were empty so I loved just walking around) it came up to 30°C and I went to a quick beach day at Coney Island. The water was gorgeous but again there were too many people I felt. For the long Labour Day weekend there were parties as well. I stepped into the „Brasilian Streetdays“ in Manhattan and the „West Indian Street Parade“ in Brooklyn.

All in all there was enough time to go to the different parts of the city, to see the typical touristic stuff and a little bit more like the festivals, smaller parks or some farer away, an open air opera on moviescreen and so on. But after one way streets for pedestrians and bikes, all the blown horns in the streets, more spanish and german speaking people than english and an elderly man who wanted me to leave my bed in the women doorm (Still wondering how his key card could work at our door) I‘m really looking forward to go to the westcoast and the wilderness tomorrow.

A little help for city trips: All the spots I want to visit I mark in Google Maps. As soon as I‘ve been there I take off the pin again. That’s very useful.

Maren

- Lehrerin auf Abwegen - Der Sommer wird für mich von August 2017 bis August 2018 anhalten, weil ich ein sog. Sabbatjahr einschiebe, um endlich das Reiseziel Südamerika anzusteuern. Was sollte da näherliegen, als in Nordamerika anzufangen, um über Zentralamerika den Süden zu erreichen? ;)

2 Gedanken zu „New York City (USA)

  1. aha .. kein ESTA über den Landweg. $14 gespart, sehr clever 😉
    Und ich hab‘ $14 umsonst ausgegeben, hmpff, nachdem mein trip nächste Woche nach Jacksonville,FL wegen hurricane Irma gecancelt wurde.
    Bin übrigens jetzt schon gespannt was du aus Nicaragua berichten wirst .. hehe .. aber das dauert ja noch ..
    lg manuel

  2. Hei!
    Es sind dann immernoch 6$ und genau die gleichen Sachen zum Ausfüllen, aber besser als die 14. Und die Abwicklung ging echt super schnell im Vgl. zur Einreise von Felix per Flugzeug vorgestern.
    Hoffe Jacksonville war nicht ein langersehnter Urlaub oder ein mega wichtiger Anlass!? Durch nem Hurricane willst du aber auch nicht durch!!!
    Liebe Grüße!

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