Toronto (Ontario, CAN)

An Oma senden
Die Reise nach Kanada mit Icelandair bescherte mir wunderbare Bilder von vereisten Vulkanen, Gletschern und faszinierenden Landschaften auf Island und Grönland und von riesigen Eisbergen in der Labrador See. Schade, dass ich ohne Zwischenaufenthalt gebucht hatte. 😉 Die Ankunft in Toronto war unkompliziert und das Planet Traveler Hostel ist super. Allerdings hat mich der Rest eher enttäuscht. Die Stadt, die laut Anwohnern so herrlich ist, zeigte sich mir vor allem in Old Town doch eher von einer hässlichen architektonischen Seite. Verwunderlich, dass sich ausgerechnet hier die Obdachlosen sehr wohl fühlen und sich mitten auf die Gehwege legen. A propos, hier ist es nicht üblich, sich auszuweichen, auch nicht, wenn man zu dritt nebeneinander geht und damit den ganzen Weg blockiert. Daher zieht es wohl auch alle auf den CN Tower oder auf die Toronto Islands, weil man dort nicht nur den besten Blick auf die Skyline hat – mal abgesehen vom Rooftop des Hostels – sondern alles schön aufgeräumt und heile ist. Geschichtsträchtig ist in dieser Region eigentlich nichts. Da ist man als Europäer vielleicht auch echt zu verwöhnt. Also beschränkte ich mich auf ein paar Spaziergänge durch die Straßen.

Von Toronto aus lässt sich jedoch super ein Daytrip nach Fallsview, also zu den Niagara Falls, machen. Ich nutzte hierfür den Saveway Tours Shuttlebus von Chinatown ins dortige Casino, denn so muss man weder umsteigen noch weit hinlaufen. Allerdings wird man im Casino als Gast erfasst und einer Ausweiskontrolle unterzogen, weil man durch den Bus das Privatgelände betreten hat.
Wenn man den Rheinfall und diverse europäische Wasserfälle kennt, hat man natürlich große Ansprüche an den wohl berühmtesten Wasserfall der Welt. Am meisten beeindruckte mich zunächst das perfekte Zusammenspiel der Farben an einem wunderbaren Sonnentag (leichter Sonnenbrand No. 1 als Folge) und weniger die Fälle an sich. Doch nachdem ich sie zweimal in voller Länge abspaziert bin, mich auf die Plattform direkt darunter begeben hatte und meinen ausgedehnten Spaziergang dann den Niagara River aufwärts gen Erie-See fortsetzte, überwältigten mich die Wassermassen dann doch. Und immer wieder gab es eine frische Abkühlung durch das aufsteigende Wasser des Horseshoe Falls. Es ist übrigens äußerst lohnenswert von kanadischer Seite aus anzureisen. Denn von hier aus hat man den perfekten Blick auf beide Wasserfälle. Die US-Amerikaner können nur von oberhalb draufschauen und müssen auf jeden Fall die Bootstour mieten, wenn sie annähernd den selben Blick haben wollen. Wer die Rainbowbridge als Aussichtspunkt nutzen will, sollte unbedingt seinen Pass dabei haben, denn sonst steckt man eventuell im Niemandsland fest. Mein Tag vor Ort endete mit einem typisch Kanadischen Gericht, das man zumindest einmal gegessen haben sollte: Frittierte Essiggurken.

Schon beim Anflug über den Nordosten Kanadas konnte ich die extremen Distanzen des Landes bewundern, denn unter mir waren zwei Stunden lang nur Wälder und Seen zu sehen. Dass die Städte in Blocks unterteilt sind, ist allgemein bekannt und als Ex-Studentin einer Barockstadt nichts Neues. Anders ist jedoch das Bezahlen, denn die ausgeschriebenen Preise verstehen sich stets ohne Steuern, die dann – je nach Region sehr unterschiedlich – noch oben drauf geschlagen werden. Das hat mich schon ein paar Mal ausgetrickst. Auch das Straßenbahnfahren ist irgendwie witzig. Manche Haltestellen haben ganz normale Bahnsteige und Fußgängerüberwege zu selbigen. Die meisten jedoch sind an der Haltelinie einer Kreuzung in mitten der Autospuren und ein kleines Schild an einem Laternenpfahl weißt darauf hin. Wenn die Bahn kommt, läuft man also einfach über die halbe Straße und steigt ein. Die Autos müssen warten. Man bezahlt dann in bar und passend, in dem man das Geld in eine Box beim Fahrer wirft, der einem das Ticket schon entgegenstreckt. Wie er den Betrag kontrolliert ist fraglich (mit krimineller Ader lässt sich hier wahrscheinlich tatsächlich sparen). Die Durchsagen in den alten Bahnen erfolgen durch einen veralteten Telefonhörer und bis auf die Station, an der man raus muss, weswegen man sie sich gut gemerkt hat, versteht man nichts. Beim Aussteigen gibt es dann die nächste Hürde, denn die Tür geht nur auf, wenn man auf die Stufen hinunter tritt. Zum Glück sind alle Einheimischen super freundlich und hilfsbereit, sodass man auch mit fettem Backpack auf dem Rücken nicht vors nächste Auto läuft. So habe ich den Greyhound Busbahnhof dann auch unbeschadet erreicht, von wo aus es mit einmal Umsteigen in der Hauptstadt Ottawa gen Osten ging.

 

— English Version —

My flight via Icelandair gave me beautiful pictures of icy vulcanos and glaciers in Iceland and Greenland and huge icebergs in the Labrador Sea. Might go there one day. 😉 The arrival in Toronto was uncomplicated and the hostel was all fine. But the city kind of embarrased me ‘cause besides Toronto Islands and the CN Tower there‘s not much interesting or beautiful to see. Beeing European means you‘re very spoiled with historical places and buildings which you cannot find here. Instead there are also lots of homeless people lying there in the streets of Old Town. Though people are very friendly they don‘t step away on the pathways even walking the three next to each other. So my favorite place was the rooftop of Planet Traveler Hostel where you have a beatiful view of the city‘s skyline.

The next day I went by the Saveway Tours Casino Shuttle Bus to Fallsview to see the giant Niagara Falls. This bus is great, because you don‘t need to change and you‘re ending up very close to the scenery. But I was forced to show my passport at the casino although I didn‘t go in to play.
Knowing lots of falls in Europe I was a little bored at first sight. But after walking the whole lenght of the falls, down on a little plattform just next to Horseshoe Falls and up the path direction Lake of Erie I was very impressed by these masses of water running down Niagara River. Caused to the beautiful day with gorgeous weather conditions I got sunburned for the first time of my journey. And I ate what you‘re told to do once in Canada: Fried Pickels.

As I flew over Newfoundland and the northern parts of Québec and Ontario I could easily mention the big differences between Europe and America. That every city is built in squares is nothing new to a former student of a baroque town. But that there can be two hours of flying over land without anything else than woods and lakes is what I knew but could hardly imagine before. A big difference are the prices. Food is expensive and you always get tricked by the taxes which are on top each time but not mentioned on the product‘s sign and they are very different from one region to another. Different as well is going by public transport. In Toronto there are trams but often no plattform. There‘s just a little sign on the road where they stop at. As a passenger you need to cross half of the street to reach the tram and must be careful that you‘re not getting hit by a car. You pay in dropping the money in cash into a box at the driver‘s. How he‘s checking on the right debit is unknown. Getting out of the tram was not easy for me for the first time as well. The door would not open until you step down the narrow stairs in front of it. Luckily all the locals are very helpful. So I reached the Greyhound Coach Station without getting harmed and with one quick change in the capital Ottawa I reached Montréal without getting bored ‘cause another german girl and I were talking all the time.

Maren

- Lehrerin auf Abwegen - Der Sommer wird für mich von August 2017 bis August 2018 anhalten, weil ich ein sog. Sabbatjahr einschiebe, um endlich das Reiseziel Südamerika anzusteuern. Was sollte da näherliegen, als in Nordamerika anzufangen, um über Zentralamerika den Süden zu erreichen? ;)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.